Für die Organisation sowie Ablauf dieses Informationsnachmittags zeigte sich der Forstbetrieb und dessen Mitarbeiter verantwortlich. Am Ende der Aebisholzstrasse wandte sich zuerst Förster Ernst Braun an die Banntagsteilnehmer und äusserte sich zur Struktur des Waldes in diesem Gebiet. Erwähnt wurden auch die grossflächigen Weihnachtsbaumplantagen, in welchen vorwiegend Nordmannstannen und Fichten heranwachsen. Dreiviertel der Flächen sind vermietet, der Rest wird durch den Forstbetrieb bewirtschaftet. Wegen der in Planung befindlichen Inertstoffdeponie muss diese Anbaufläche geopfert und ein neuer Standort gefunden werden.

Jungwuchs braucht Pflege

Braun machte auch darauf aufmerksam, dass der Forst nebst der Pflege des eigentlichen Waldes auch verantwortlich sei für die Wiederaufforstungen innerhalb des Kieswerkes. Eindrücklich ist die Anzahl der Bäume sowie die verschiedenen Baumarten: «Flächen von etwas mehr als 15 Hektaren sind insgesamt neu zu bepflanzen. Pro Hektare werden etwa 7000 Setzlinge benötigt. Angestrebt wird ein gesunder Mischwald mit Eichen, Linden, Kirschbäume, Erlen, Fichten, Douglasien und Lärchen. In den ersten vier, fünf Jahren benötigen neu angepflanzte Gebiete besondere Beachtung, denn das Unkraut wäscht schneller als die Setzlinge und muss somit intensiver entfernt werden.

Auf besonderes Interesse stiessen bei den Banntagsteilnehmern die Ausführungen von Felix Hofer vom Kieswerk Aebisholz. Nebst Erläuterungen zum Kieswerk selbst blieb die geplante Inertstoffdeponie nicht unerwähnt. Hofer dazu: «Das Aebisholz hat im Bezug auf den Kiesabbau eine lange Geschichte. Im Grundbesitz der Bürgergemeinde Oensingen wird seit den späten 50er Jahren hochwertiges Kies abgetragen und an die Region geliefert. Jährlich werden rund 150 000 Kubikmeter Kies unter dem Wald gewonnen. Anschliessend wird die etwa 20 Meter tiefe Abbaustelle mit geeignetem Aushubmaterial aus der Region wieder aufgefüllt. Die für den Abbau notwendigen temporärer Waldrodungen werden nach der Auffüllung und Rekultivierung mit heimischem Mischwald wieder aufgeforstet».

Guter Standort für Inertstoffdeponie

Jüngst wurde aufgrund von Bohrungen festgestellt, dass im südlichsten Teil der Grube Aebisholz das Kiesvorkommen nicht mehr abbauwürdig ist, da sich immer mehr sogenannte Moränenschichten mit dem Kieskörper vermischen. Damit ist auch gegeben, dass sich in diesem Bereich kein nutzbares Grundwasservorkommen befindet. Geologisch spricht man dabei von einem Grundwasserrandgebiet. Dieses eignet sich jedoch für die Errichtung einer Inertstoffdeponie. Inertstoffe sind gesteinsähnliche, mineralische Bauabfälle aus dem Rückbau wie Baugrubenaushub, Mauerabbruch, Altbeton, Gips, etc. die nicht mehr recycelt werden können.

Der Kanton Solothurn sucht seit längerem geeignete Standorte für Inertstoffdeponien, um seinem Auftrag der Ver- und Entsorgung unserer Region nachzukommen. Die Planung für die Inertstoffdeponie Aebisholz ist nun so weit, dass die kantonale Vorprüfung abgeschlossen werden kann. Wenn alles nach Terminplan verläuft, könnte der Baubeginn im Herbst 2016 erfolgen.

Wald in der Ebene und im Berg

In seinem Referat machte Kreisförster Urs Allemann (zuständig für Thal-Gäu) auch Angaben zur Fläche des Waldes in Oensingen: Davon gibt es etwa 350 Hektaren, 100 Hektaren befinden sich im flachen Gebiet vom Aebisholz, die anderen rund 250 Hektaren im Berg. Pro Hekate ergeben sich rund 10 bis 12 Kubikmeter Holz. Im Gegensatz zum Berg ist das flache Aebisholz praktisch zu 100 Prozent Waldwirtschaftsland.

Naheliegend zu diesem Waldtag war auch was über die Jagd zu hören. In seinem Referat äusserte sich Urs Büttiker über die Geschehnisse im Wald im Zusammenhang mit der Jagd und die Vielfalt an Tieren die darin vorkommen.

Nach dem interessanten Rundgang im Aebisholz ging es wieder zurück zum Werkhof der Bürgergemeinde, wo die wohlverdiente und von der Bürgergemeinde gesponserte Verpflegung wartete.