Mümliswil-Ramiswil

Flurgenossenschafts-Präsident hatte bei der Sanierung der Genneten-Brücke «die Idee»

«Meine bisher spektakulärste Sanierung», so Flurgenossenschafts-Präsident Martin Brunner zur Genneten-Brücke. Bei den Projekten der 1969 gegründeten Flurgenossenschaft Limmern-Hauberg handelt es sich meist um Wiederinstandstellungen von Zufahrtsstrassen für die rund 70 Berghöfe auf dem Gemeindegebiet von Mümliswil und Ramiswil.

38 Jahre amtet Martin Bader schon als Präsident der Flurgenossenschaft Limmern-Hauberg. Über all die Jahre ist dem 67-jährigen Landwirt im Ruhestand die Arbeit nie ausgegangen. «Ich bin quasi der Mittelsmann, wenn es um neue Projekte der Flurgenossenschaft geht», sagt Bader. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Wiederinstandstellungen von Zufahrtsstrassen für die rund 70 Berghöfe auf dem Gemeindegebiet von Mümliswil und Ramiswil.

Die Erschliessung der Höfe und des Landwirtschaftslandes gehört zu den Hauptaufgaben der 1969 gegründeten Flurgenossenschaft. Ihr gehören 173 Mitglieder an, deren Land 2376 Hektaren umfasst, verteilt auf 382 Parzellen. Entsprechend gross ist das von der Flurgenossenschaft Limmern-Hauberg zu unterhaltende Strassennetz mit rund 60 Kilometer. «Wenn ich alle Strassen mit dem Auto abfahren würde, käme ich auf 100 Kilometer», erwähnt Bader.

Jährlich werden im Durchschnitt etwa 150'000 Franken für die Wiederinstandstellung der Flurstrassen investiert. Dieses Jahr sollen die Strassenabschnitte Heiterberg, Hübelweg, Hornmätteli und Brocheten saniert werden. Rund 900 Meter der insgesamt 1,2 Kilometer langen Abschnitte werden asphaltiert, 300 Meter mit Mergel ausgeführt.

An den Kosten von 222'000 Franken beteiligen sich Kanton und Bund je zu einem Drittel. Vorgängig hatte Bader im Namen der Flurgenossenschaft beim Kanton ein entsprechendes Beitragsgesuch gestellt. Diese Subventionen fliessen, wenn das Bauvorhaben vom Amt für Landwirtschaft und vom Bund als zweckmässig und notwendig beurteilt wird.

Brücke wurde zur Knacknuss

Diese Kriterien erfüllt auch das jüngste Projekt der Flurgenossenschaft. Dabei geht es um die Stahlbetonbrücke Genneten über die Limmernschlucht im Gebiet Sünnenberg. Deren Gewichtslimit musste wegen des schlechten Zustands der Bausubstanz auf maximal 12 Tonnen beschränkt werden. Es bestand also dringender Handlungsbedarf.

Zur Auswahl standen die Sanierung der Brücke oder der Abriss und der Wiederaufbau. Beide Varianten hatten den Nachteil, dass die Bauzeit zwei respektive drei Monate gedauert hätte und deshalb eine Notbrücke hätte erstellt werden müssen. Zudem übertrafen die Kosten mit rund 220 000 Franken die Erwartungen bei weiten. «Das war uns zu teuer, deshalb haben wir nach einer anderen Lösung gesucht», erklärt Bader.

Nicht infrage kam, den Übergang über die Limmern während mehrerer Wochen zu sperren. «Die sieben Höfe oberhalb der Brücke wären damit von der Aussenwelt abgeschnitten gewesen und das ist nicht akzeptabel», so Bader.

Dann hatte der Präsident der Flurgenossenschaft «die Idee»: Statt die Brücke zu sanieren oder neu zu bauen, schlug Bader die Produktion einer selbstragenden Betonplatte am aktuellen Standort am Limmernbach vor, um diese danach auf die bestehende Brückenplatte zu legen. Eine externe Produktion wurde wegen dem rund 30 Tonnen schweren Gewicht der Betonblatte nicht in Betracht gezogen. «Beim Transport hätten unter der Strasse durchführende Durchgänge Schaden nehmen können», bemerkt Bader.

Betonplatte liegt bereit

Inzwischen ist die 7,5 Meter lange, 4,3 Meter breite und 40 Zentimeter dicke Betonplatte nahe dem Ufer der Limmern von einer spezialisierten Firma hergestellt worden. Die Montage der Platte soll in etwa einem Monat mit einem Pneukran erfolgen. «Das wird eine spektakuläre Aktion», meint Bader voller Vorfreude. Noch mehr Freude bereitet ihm, dass keine Notbrücke nötig ist. Die Brücke kann nach der Positionierung der Betonplatte nämlich sofort befahren werden. Damit können die Kosten inklusive aller Vorarbeiten auf 160'000 Franken gesenkt werden.

Ganz ohne Einschränkungen geht es allerdings auch bei dieser Variante nicht. Für das Setzen der Platte wurden zehn Stunden veranschlagt. In dieser Zeit ist der Übergang geschlossen. Stundenweise gesperrt wird die Brücke für die Anpassung des Niveaus des bestehenden Strassenbelags. Mit einer ganztägigen Sperrung muss schliesslich für den Belagseinbau gerechnet werden. «Immer noch besser, als eine mehrwöchige Sperrung», findet Bader.

Zufahrten für Guldentaler Höfe

Inzwischen wartet bereits die nächste Herausforderung auf Martin Bader, die Erschliessung der Höfe im Guldental. Diese beinhaltet den Ausbau von Hofzufahrtswegen zu den Höfen Bodenhof, Hinter Guldental mit Asphaltbelag sowie den Teilausbau des Brochetenweges. Die Gesamtkosten sind mit 500'270 Franken veranschlagt.

Die Zusicherung des Kantons, 32 Prozent oder im Maximum 160'86 Franken davon zu übernehmen, liegt bereits vor. Der Flurgenossenschaft Limmern-Hauberg wurde die Aufgabe erteilt, die entsprechenden Kostenvoranschläge einzuholen. Sein Ziel sei die Fertigstellung dieses Projekts, sagt Bader. Danach sei es an der Zeit, das Präsidium der Flurgenossenschaft Limmern-Hauberg in neue Hände zu geben.

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