Weitläufige Wiesen, naturbelassene Wälder, Grün, so weit das Auge reicht: Der Naturpark Thal ist eines der schöneren Fleckchen Erde der Schweiz. Es wundert nicht, dass er im Jahr 2017 viele Gäste angelockt hat, welche die zahlreichen Wanderwege des Naturparks entdeckt haben.

Rund 522'000 Gäste reisten im vergangenen Jahr ins Thal und kurbelten so das Eintagestourismusgeschäft an. «In der Anzahl Tagesbesucher hatten wir enorme Zuwächse», erzählt Ines Kreinacke, Geschäftsleiterin des Naturparks Thal. Gerade für Wanderer ist das Gebiet sehr attraktiv, zumal das Thal von den Zentren aus sehr gut erreichbar ist.

Genau dieser Vorteil im Tagesgeschäft birgt aber auch einen Nachteil. «Wir sind so gut erreichbar, dass die Gäste abends wieder heimfahren», sagt Kreinacke. «Das ist unser Fluch und Segen zugleich.» Während die Anzahl Tagesbesucher in den letzten Jahren nämlich stetig zunahm, stagnierten die Anzahl der Übernachtungen in Hotels. Nur 68'000 aller Besucher übernachteten auch in der Region.

Weniger Hotelbetten als früher

Seit 2008 gingen aber nicht nur die Anzahl Logiernächte um 18 Prozent auf 17'214 Nächte zurück, das Thal verlor auch rund ein Viertel seiner Hotelzimmer, wie eine neue Wertschöpfungsstudie von Kanton Solothurn Tourismus zeigt. 167 Betten sind momentan frei für Besucher. «Die Statistik ist aber mit Vorsicht zu interpretieren», warnt Kreinacke. Zwischen den Jahren 2010 und 2011 sei die Erhebung verändert worden, es wird zwischen Hotelbetten und Parahotellerie unterschieden.

In letztere Kategorie fallen beispielsweise Gasthöfe oder Gruppenunterkünfte. Fünf Betriebe gelten im Thal noch als Hotels (Hotel Balsthal, Kreuz Welschenrohr, Kreuz Holderbank, Krone Laupersdorf, Ochsen Mümliswil).

Trotz dieser Anpassung käme der Schwund der Hotelbetten aber auch von den Gasthöfen selbst. So biete etwa der Landgasthof Sonne oder der Landgasthof Sternen, beide in Matzendorf, keine Betten mehr an. «Der Unterhalt dieser kleinen Anzahl Betten lohnte sich nicht mehr», erklärt die Geschäftsführerin des Naturparks. So habe das Angebot an Hotelbetten stetig abgenommen. «Das lässt sich in ländlichen Gegenden vermehrt feststellen», so Kreinacke.

Anzahl Übernachtungen im Naturpark Thal im Jahr 2017

Auch im Schwarzbubenland nahmen die Anzahl Übernachtungen über die Jahre hinweg ab. In den Städten hingegen nähme der Tourismus stark zu. «Das ist eine Trend-Wende.» Die Statistik ist für Kreinacke folglich keine Neuheit. «Trotzdem würden wir uns wünschen, wieder mehr Übernachtungsgäste in unser Naherholungsgebiet locken zu können.»

Hohe Angebote in Parahotellerie

Übernachtungen in Hotelzimmern machen jedoch nur 25 Prozent der gesamten Übernachtungen im Thal aus. Noch mehr Gäste verbringen die Nacht in der Parahotellerie und bei Verwandten oder Freunden. Etwa 460 Betten werden in Gasthöfen oder Gruppenunterkünften angeboten, wovon die Besucher des Naturparks rege Gebrauch machen. Rund 25 Prozent aller Übernachtungen wurden 2017 in dieser Kategorie abgehalten. Zum Vergleich: Im ganzen Kanton übernachteten nur gerade 7 Prozent in solchen Parahotellerien.

Übernachtungen bei Verwandten und Bekannten machen den grössten Teil der Übernachtungen im Naturpark Thal aus. Knapp 35 Prozent aller Mehrtagesgäste kamen bei Privaten unter, wie eine Befragung der Thaler zeigt. Diese Zahlen beruhen jedoch auf Schätzungen. «Für uns ist wichtig, dass wir das Angebot nach wie vor vergrössern und so den Tourismus weiter ankurbeln können», hält Kreinacke fest. «Und da sind wir auf einem guten Weg.»