Die zehn Paare der Trachtengruppe Neuendorf drehen sich im Walzertakt zur lüpfigen Melodie vom «Hobby-Senn» dass die Röcke fliegen. Nachdem die Leute im Saal besonders kräftigen Applaus spenden, wendet sich die Volkstanzleiterin Franziska Uebelhard ans Publikum und strahlt: «Gäued, das isch ä schöne Danz». Auf der Bühne haben die Trachtenfrauen und der einte Mann an diesem «Heimatobe» offensichtlich ebenso Spass an der Sache wie die Besucherinnen und Besucher in der Dorfhalle. Und so walzert die Volkstanzgruppe den «Hobby-Senn» als Zugabe gleich ein zweites Mal.

Die Aufführung des «Hobby-Senn» war Höhepunkt und Schlussbouquet zugleich im rund einstündigen Programm. Die Choreografie des «Hobby-Senn» stammt vom Giswiler Schreiner Ernst Berchtold und seiner Frau Rosi. Bei diesem Stück wurde die Berner Ländlerkapelle Ulmizberg, die alle Tänze auf ihren Schwizerörgeli und Klarinetten begleitete, vom Gesangsduo Martina und Walter Büttler mit Jodelklängen und vom Alphornbläser Hans Rindlisbacher mit archaischen Naturtönen untermalt.

Volkstänze für Generationen

Die Trachtengruppe Neuendorf eröffnete den Heimatobe, der unter dem Motto «Tradition ächt schwizerisch» stand, mit dem bekannten Walzer «Der alt Ländler». Den nachfolgenden «Husch-Husch-Galopp» boten Jugendliche und Erwachsene gemeinsam dar. Dieses Solothurner Lied geht ins 19. Jahrhundert zurück, erklärt Eva Lindenpütz, die als Moderatorin durch den Abend führte, und die von der kantonalen Tanzleiterin Käthi Jutz kreierten Choreographie wurde 2013 erstmals aufgeführt. Der schmissige Marsch «Dreiertänzli» heisst so, weil er nicht paarweise, sondern zu dritt getanzt wird.

Jeweils Dreiergruppen hüpfen oder gehen mit Schreitschritten im Kreis oder tanzen einen Reigen. Bei diesem Tanz waren auch die Kleinsten im Einsatz, sodass gar drei Generationen gleichzeitig und gemeinsam auf der Bühne agierten.

Abschied von Ursula Jäggi

Der «Kafi-Schottisch» und die «Rüebliturte-Polka» passten gut zum «Stubete-Tanz». Der anschliessende Marsch «Zum Abschied» führten die – wie es im Programmheft heisst – jugendlichen und jung gebliebenen Trachtenleute gemeinsam auf.

Dieser Reigen war auch der Tanzleiterin des Nachwuchses, Ursula Jäggi gewidmet, die zu diesem Musikstück mit ihrer Kindergruppe zum letzten Mal öffentlich auftrat.

Einakter darf nicht fehlen

Fester Bestandteil des Trachtenfests ist jeweils auch ein Einakter. Im Schwank «Chueflade und Computerstress» wollen Köbu und Leni Bürli (Thomas Hengartner und Judith Scheidegger) ihren Hof mithilfe des Computerspezialisten (Peter Aregger) durch Roboter bewirtschaften. Die Kreditgeber, vertreten durch die herrische Elsa Lustenberger (Cornelia Mumenthaler) und die Intrigantin Sandra Emmenegger (Franziska Uebelhard), treffen aber zu früh ein. Deshalb müssen die Bürli improvisieren, was zu einigen Verwicklungen führt. Nutzniesser davon ist das Publikum, das sich bestens amüsieren kann.

Zu einem Unterhaltungsabend gehört immer eine Tombola. Speziell in Neuendorf war, dass der schöne Gabentempel ausschliesslich aus Selbstgemachtem bestand. Etwa Konfitüre der Marke «Hausfrau» oder eigenhändig genähte und gestrickten Sachen wie Kissen oder Steckenpferden winkten als Preise.