Neuendorf
Findet die Bauruine einen Käufer?

Endlich kommt wieder Bewegung in die Geschichte um die Bauruine an der Fulenbacherstrasse. Der Verkauf soll in den nächsten zwei Wochen über die Bühne gehen.

Erwin von Arb
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Die Bauruine samt dem 1294 Quadratmeter grossen Areal könnte schon bald in neue Hände kommen.

Die Bauruine samt dem 1294 Quadratmeter grossen Areal könnte schon bald in neue Hände kommen.

Oltner Tagblatt

Nach einem Stillstand von rund zwei Jahren kommt offenbar endlich wieder Bewegung in die Geschichte um die Bauruine an der Fulenbacherstrasse 40. Wie von der Dienststelle des Konkursamtes Bern-Mittelland in Ostermundigen auf Anfrage zu erfahren war, soll der Verkauf in den nächsten zwei Wochen über die Bühne gehen. Die Verträge dafür lägen bereit zur Unterschrift. Beim Objekt handelt es sich um ein dreigeschossiges 12-Familienhaus, welches im Sommer 2012 wegen ausbleibenden Lieferungen von Holzbau-Fertigelementen im Rohbau stecken blieb. Weil es das Generalbauunternehmen aus dem Kanton Bern nicht schaffte, Ersatz für die in Bosnien blockierte Lieferung zu organisieren, musste der Bau eingestellt werden. Danach waren die Holzbauelemente während zweier Jahre ungeschützt der Witterung ausgesetzt.

Generalbauer ging in Konkurs

Der Rohbau mutierte in dieser Zeit zum Schandfleck von Neuendorf und rief deshalb den Gemeinderat auf den Plan. Auf seinen Druck hin wurden schliesslich Mitte 2014 die völlig verrotteten Holzbauelemente rückgebaut. Zurück blieben lediglich die in Beton ausgeführten Bauteile wie die Tiefgarage, die Treppenaufgänge sowie der Liftschacht. Der letzte Akt in dieser Geschichte war im April 2015 der Konkurs des Berner Generalbauunternehmens. Als einzigen verwertbaren Posten hinterliess das Unternehmen das 1294 Quadratmeter grosse Grundstück mit dem erwähnten Baukörper.

Für dessen Verwertung war im Juli 2015 kurzzeitig auch das Konkursamt des Kantons Solothurn in Oensingen im Auftrag ihrer Berner Kollegen zuständig. Damals wurde eine Versteigerung des Objektes ebenso als mögliche Variante erwähnt wie ein Freihandverkauf. Zu letzterem soll es nun kommen, wie Sandro Campigotto vom Konkursamt Bern-Mittelland erklärt. Ein Freihandverkauf könne dank dem Einverständnis der fünf Gläubiger durchgeführt werden. Über die Höhe des Kaufpreises wollte Campigotto keine Angaben machen. Sicher ist aber, dass die Gläubiger nur einen Bruchteil der eingeforderten Summen erhalten werden.

«Die Gemeinde würde es natürlich sehr begrüssen, wenn der Verkauf endlich zustande kommt», sagt Gemeindepräsident Rolf Kissling zum nicht enden wollenden Trauerspiel. Allerdings glaube er noch nicht so recht daran, meint Kissling skeptisch. Dafür habe der Gemeinderat schon zu oft gerüchteweise vom angeblichen Verkauf der Bauruine gehört.

Zudem sei ihm zu Ohren gekommen, dass der Verkauf dieses Objektes schon einmal kurz vor dem Abschluss geplatzt sei. «Wollen wir hoffen, dass es diesmal klappt», so Kissling.
Nicht bekannt ist übrigens auch die Identität des mutmasslichen Käufers. Gewiss ist nur, dass dieser nicht aus dem Kanton Solothurn stammt. Um wen es sich handelt, wird nach einem allfälligen Verkauf der Bauruine im Amtsblatt in Erfahrung bringen zu sein.