Finanzen
Budget Balsthal: Nach dem warmen Regen weht 2022 wieder ein kühler Wind

Am Donnerstagabend überwies der Gemeinderat das Budget 2022 an die kommende Gemeindeversammlung, das bei Einnahmen von etwas mehr als 35 Millionen Franken mit einem Defizit von rund 590'000 Franken abschliesst. Und Balsthal wächst weiter.

Hans Peter Schläfli
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Balsthal.

Balsthal.

Bruno Kissling

Es war ein kurzer, warmer Regen und schon ist die Normalität nach Balsthal zurückgekehrt. Nachdem die Rechnung 2020 vor allem dank Grundstückverkäufen mit einem satten Gewinn von mehr als 5,8 Millionen Franken abgeschlossen hatte, sieht das Budget 2022 nun wieder einen Verlust vor. Die ersten Version wies noch einen Ausgabenüberschuss von 880'000 Franken aus, dieser konnte in zwei Klausursitzungen auf 589'000 Franken bereinigt werden. «Es wurde sehr sachlich und konstruktiv diskutiert, dafür möchte ich mich bedanken», sagte dazu Gemeindepräsident Freddy Kreuchi.

Ressortleiter Thomas Dobler erklärte einige der wichtigsten Punkte bei den geplanten Ausgaben. Die personelle Aufstockung in der Verwaltung wird sich mit 80'000 Franken niederschlagen, die Modernisierung der IT-Infrastruktur mit 140'000 Franken und zusätzliche Schullektionen kosten 93'000 Franken.

«Zusammen mit den Verpflichtungskrediten für geplante Investitionen wird Balsthal fast eine Million Franken mehr ausgeben als einnehmen», ergänzte Finanzverwalter Rudolf Dettling. Kredite über je 100'000 Franken sind zum Beispiel für einen neuen Lift sowie die Parkplätze beim Mehrzweckgebäude Litzi eingesetzt. «Wenn alles rund läuft, genügen unsere flüssigen Mittel und wir kommen darum herum, neues Fremdgeld aufzunehmen. Aber wenn alle geplanten Investitionen rasch ausgelöst werden, dann könnte es eng werden», sagte der Finanzverwalter. Nach diesen Voten wurde das Budget einstimmig zur Genehmigung an die Gemeindeversammlung überwiesen.

Mehr Deutschkurse nötig

Die Schule plant bereits weiter voraus und legte dem Gemeinderat die Klassengrössen für das Schuljahr 22/23 vor. «Der Antrag entspricht exakt dem Stand heute», erklärte Gesamtschulleiterin Edith Bucheli. Doch die Zahl der Kinder variiere manchmal beachtlich. «Seit den Herbstferien haben wir 12 neue Schulkinder erhalten.» Fabian Spring wollte wissen, wie viele der neuen Kinder fremdsprachig sind. «Von Eritrea bis Oberbuchsiten sind Familien zu uns gezogen», antwortete Bucheli, «im Kindergarten haben drei Viertel der Kinder nicht Deutsch als Muttersprache.»

Die Diskussion konzentrierte sich daraufhin auf die Deutschkurse für fremdsprachige Kinder. Man war sich einig, dass diese Deutschkurse bereits in der Spielgruppe beginnen sollten, das würde die Aufgabe des Lehrpersonals und die Qualität des Unterrichts anheben. Auch die Idee eines «Kaffee Wortschatz» für Familien, die aus dem Ausland zugezogen sind, wurde wieder aufgenommen.

Kanton wird heftig gerügt

Ebenfalls einstimmig beschloss der Gemeinderat Balsthal, die Ortsplanungsrevision im kommenden Januar öffentlich aufzulegen. «Im Oktober war die letzte Besprechung mit dem Kanton. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, den nächsten grossen Schritt zu machen», sagte Ressortleiter Marius Winistörfer. Gemeindepräsident Kreuchi rüffelte den Kanton: «Das Amt für Raumplanung macht seine Arbeit nicht. Wir haben wieder ein halbes Jahr auf eine Antwort gewartet. Wir wollen nicht noch einmal so lange warten. Wir sind die Planungsbehörde, wir können zu dieser Ortsplanung stehen. Deshalb gehen wir besser nicht nochmals zum Kanton damit. Legen wir die revidierte Ortsplanung jetzt der Öffentlichkeit vor.» Dieser Meinung stimmten alle Balsthaler Gemeinderäte zu.

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