Susanne Kunz, das ist die Blonde, die mal am Montagabend «1 gegen 100» moderiert, mal am Samstagabend in «Happy Day» Häuser renoviert und dann auch wieder ganz ungeniert Theater spielt oder in einem Film auftritt. «Viele Leute glauben, ich arbeite 100 Prozent beim Fernsehen», erzählte sie. «Dabei sind es nur etwa 20 Prozent. So ist es zeitlich perfekt, und ich komme mit Fernsehen, Theater und Kindern gut aneinander vorbei.»

Mit ihrer Figur, der Hausfrau Elsbeth, gab Susanne Kunz im März vor drei Jahren ihr Debüt als Komikerin in Wolfwil. Nun folgte der zweite Streich. Die populäre Fernsehfrau füllte am Sonntagmorgen die Zuschauerreihen und auf der Tribüne offerierte die Moderatorin ihr zweites Bühnenprogramm – und nahm dabei als Satirikerin die Schweizer Promiszene gehörig auf die Schippe.

Pünktlich um elf Uhr begrüsste Bruno A. Wirth, Präsident der Kulturkommission Wolfwil, rund 140 Gäste - und dann gings ab. Elsbeth ist Energie pur, ein wahrer Vulkan, witzig, geistreich und schnell – trotz breitem Seeländer Dialekt.

Bunte Revue im gesteckten Galopp

Eine bitterböse Satire über das Medienphänomen der Instant-Promis. Die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Mehrzweckhalle goutierten das Angebot der Kulturkommission mit Begeisterung.

«Elsbeth ist zurück»:. Dank ihrem autobiografischen Bucherfolg «Schlagzeugsolo» wurde aus der bodenständigen Metzgersfrau über Nacht eine hochgestochene Cervelat-Prominente. In einer bunten Revue berichtete sie nun von ihrem gestreckten Galopp durch die Welt des Glamours und verriet zudem, was man als Star so alles anstellen muss, um im Sattel zu bleiben. Frei nach dem Motto: «Du bist so gross wie deine letzte Schlagzeile».

Mut zur Unzimperlichkeit

Reihenweise nahm sie die Schweizer Promiwelt ins Visier. Daneben spielte sie nebst pubertierender Tochter auch die demente, aber «fadegrad» austeilende Tante Helen.

Doch schon bald erahnte der geneigte Zuschauer, dass Elsbeths Stern am VIP-Himmel eher rostet als glänzt und ihre 15 Minuten Ruhm eigentlich längst abgelaufen sind. Gezeigt wurde eine Frau, die auf der besessenen Suche nach Applaus ihre Würde, ihr Vermögen und die Beziehung zu ihrer Familie aufs Spiel setzt.

Unvermutet und griffig fielen die Pointen und gelegentlich nicht ganz so saftige Schwachstellen überspielte Susanne Kunz mit viel Mut zur Unzimperlichkeit. Mit sich selbst geht sie nämlich ungefähr so handfest um wie mit den Häusern, die sie im Fernsehen renoviert.

Auch für Autogramme zu haben

Die Kulturkommission Wolfwil hat mit diesem Engagement ins Schwarze getroffen. Das Publikum freut sich offensichtlich heute schon auf weitere interessante und lustige Aufführungen in Wolfwil, wie aus den Diskussionen beim anschliessenden Apèro samt leckeren hausgemachten Frühlingsrollen herauszuspüren war. Susanne Kunz traf sich mit dem Publikum und war auch für Autogramme und Fotosessions immer zu haben. (mgt)