«Heute befindet sich die gesamte Fernsehen-, Internet- und Telefonkommunikation im Umbruch. Die Internet-Geschwindigkeit und die Anzahl der TV-Sender nehmen stetig zu und beeinflussen die Kapazität des Kabelnetzes stark», erklärte Roger Kälin, Geschäftsleiter der ggsnet schwängimatt, dem Gemeinderat.

Die Fernsehgenossenschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten stets in das Kabelnetz investiert. Eine Zellenverkleinerung der Anlage mit erweitertem Ausbau auf Glasfaser wurde veranlasst, hinzu kommt eine Erweiterung von einem auf acht Node. Diese Arbeiten werden bis Ende März 2015 abgeschlossen werden. «Damit man den heutigen Anforderungen an die Multimedia-Dienstleistungen wie TV-Sender in HD-Qualität, Pay-TV, Internet, Telefonie gerecht werden kann, ist in Laupersdorf eine Netzmodernisierung von 606 MHz auf 1 GHz unumgänglich und muss bis Ende 2016 realisiert werden.

Die Kosten für diesen Umbau belaufen sich auf über 600 000 Franken», führte Roger Kälin weiter aus. Jedoch könne dies die örtliche Fernsehgenossenschaft nicht finanzieren. Zudem würden der Administrationsaufwand, Beschaffung einer neuen Buchhaltungs-Software, Marketingausrichtung und Vorstandsarbeit immer aufwendiger. Aus diesen Gründen hat sich der Vorstand der Fernsehgenossenschaft Laupersdorf intensiv mit der Zukunft ihres Kabelnetzes auseinandergesetzt.

Aktien an die Gemeinde

Nach Abklärungen aller relevanten Aspekte und der Suche nach möglichen Käufern beantragt nun der Vorstand der Fernsehgenossenschaft (Präsident Roland Neuenschwander) der Generalversammlung vom 2. April 2015 die Übergabe des Kabelnetzes und die Auflösung der Fernsehgenossenschaft.

Als Käuferin wird die ggs netz ag vorgeschlagen, welche am 10. Januar 2014 mit einem Aktienkapital von 412 500 Franken gegründet wurde und sich im Besitz von 21 Genossenschaften befindet. Der Genossenschafter würde dann seine Rechte und Pflichten an die ggs netz ag abtreten. Dem Abonnenten entstehen keine Nachteile, die bisherigen Gebühren von Fr. 17.95 pro Monat würden für die nächsten fünf Monate eingefroren.

«Weil das bestehende Kabelnetz durch die Einwohnerinnen und Einwohner von Laupersdorf finanziert wurde, möchte die Fernsehgenossenschaft das Netz gegen Aktien abgeben und diese nach Liquidation der Genossenschaft an die Einwohnergemeinde übertragen», erklärte Kälin. «Somit wäre gewährleistet, dass die Gemeinde Teilhaberin der ggs netz ag wäre und weiterhin ein Mitspracherecht besitzt. Für die Gemeinde würden keine Kosten entstehen.».

Rat reagiert zurückhaltend

Doch einige Gemeinderäte waren von diesem Vorhaben alles andere als begeistert. Die Kernfrage lautete: Was passiert, wenn die Aktien an Wert verlieren oder gar wertlos werden? Müsste dann die Gemeinde diese abschreiben?»

Weil diese und auch andere Fragen noch offen sind, beschloss der Gemeinderat mit sieben gegen zwei Stimmen den Beschluss auf eine spätere Sitzung hinauszuschieben. Zuerst sollen alle offenen Fragen seriös abgeklärt werden.