Schönenwerd

Felsgartenpark muss renoviert und unterhalten werden – fragt sich nur wie

Carlo Mettauer (links) und Martin Ammann vom Aarauer Konsortium stehen vor dem verwilderten Park im unteren Teil des Felsgartens.

Carlo Mettauer (links) und Martin Ammann vom Aarauer Konsortium stehen vor dem verwilderten Park im unteren Teil des Felsgartens.

Der Park im unteren Felsgarten in Schönenwerd präsentiert sich als «wahrer Schandfleck, wenn man beim Bahnhof aus dem Zug steigt», findet Martin Ammann, Mitglied des Konsortiums, das sich um vier Gebäude im Dorfzentrum von Schönenwerd kümmert.

Seit 2007 kümmert sich das Konsortium Felsgarten mit Sitz an der Tellistrasse 55 in Aarau um vier Gebäude im Schönenwerder Dorfzentrum. «Es ist unser Interesse an der Kultur und Kunst», so Martin Ammann. «Zudem möchten wir die Gebäude, die zuvor in einem schlechten Zustand waren, erhalten und renovieren», ergänzt Carlo Mettauer, Verbindungsglied zwischen den verschiedenen Gremien wie Denkmalpflege, Ballyana-Stiftung und Behörden.

Und man sei auf einem guten Weg. Insgesamt habe man rund 2,5 Mio. Franken investiert. Das Schuhmuseum, die ehemalige Werkschule und das Schlössli sind fertig, und auch die Arbeiten im alten Hotel Storchen sollten bis im August beendet sein. Nun freut man sich auf noch mehr an schönen Räumlichkeiten interessierte Mieter.

Das «Problemkind»

Alles in bester Ordnung also? Nicht ganz, denn der Park im unteren Felsgarten ist verwildert. Das Konsortium selbst sei schon mehrfach von Teilen der Bevölkerung darauf angesprochen worden.

«Man müsste Geld in die Finger nehmen, das Gelände komplett sanieren, den wegen der unterbrochenen Zuleitungen versiegten Weiher wieder mit Wasser füllen und das Wegerecht sowie den Unterhalt regeln», findet Ammann. Hinzu käme das in diesem Bereich akute Littering-Problem, das die Einwohnergemeinde seiner Ansicht nach nicht genügend angehe.

Und genau hier liege das Problem. Das Konsortium wäre bereit, die Kosten für die Sanierung des unteren Felsgartens zu übernehmen – rund 200'000 Franken dürfte dies ihrer Einschätzung nach kosten –, möchte im Gegenzug aber, dass mit der Einwohnergemeinde ein gemeinsames Unterhaltskonzept ausgearbeitet werden kann. Die Unterhaltskosten schätzen sie auf zirka 2000 bis 3000 Franken im Monat. Die Arbeiten könnten, wie jene im Bally-Park auch, durch die Firma Oltech in Olten übernommen werden. An einer entsprechenden Sitzung im April habe das Konsortium eine Stellungnahme von Gemeindepräsident Peter Hodel bis Ende Mai erwartet, aber bis jetzt noch keine Reaktion erfahren.

«Keine Privatgrundstücke sanieren»

Peter Hodel sieht die Sache nicht ganz unerwartet etwas anders. «Beim unteren Felsgarten handelt es sich um ein Privatgrundstück mit einem Weg, der von der Öffentlichkeit genutzt wird», erklärt er. Hodel räumt ein, dass ein Gespräch mit dem Konsortium stattgefunden habe, in dem das Konsortium von der Gemeinde verlangt habe, dass sie aufräume. «Wir haben uns allerdings auf den Standpunkt gestellt, dass wir das Grundstück nicht sanieren können, weil es noch mehr Privatgrundstücke mit öffentlichem Charakter gibt, da waren wir uns im Gemeinderat einig.» Allerdings habe man zugesagt, dass der Werkhof mit dem Konsortium abwechselnd aufräumt.

Die Gemeinde habe auf eigene Rechnung zudem zwei Abfalleimer bei der Passerelle, die hinauf zum Hotel Storchen führt, anbringen lassen. «Bei den Reinigungsarbeiten helfen wir mit, den Unterhalt kann das Konsortium vergessen», hält Hodel dezidiert fest. Und er wirft ihm vor, dass bis heute nichts Konkretes präsentiert worden sei. «Bevor dem Gemeinderat keine detaillierten Sanierungspläne vorliegen, unternehmen wir gar nichts», so Hodel. Dies sei im Übrigen auch der Grund gewesen, wieso das Konsortium bis heute keine Antwort erhalten habe.

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