Den Auftakt des Festivals am Freitag gab die niederämter Coverband Sutucoba. Mit Hits von Deep Purple über Chuck Berry bis zum bekannten «Sweet Home Alabama» von Lynyrd Skynyrd lockten die jugendlichen Musiker die ersten eingetroffenen Feierlustigen bereits vor die Bühne.

Auch nach der Eröffnung durch Sutucoba bestand das Publikum vor der Bühne hauptsächlich aus Jugendlichen. Diese freuten sich besonders auf den Auftritt des von YouTube und Joiz bekannten Rappers Knackeboul. Seine Freestyleraps und Beatboxtalente begeisterten sowohl treue Fans als auch Rap-Unkundige, die versuchten im Schatten der Zelte der Hitze zu entgehen. Bei gefühlten 35 Grad in der Sonne beschloss Knackeboul dem vor allem einheimischem Publikum noch zusätzlich einzuheizen und nahm gleich ein Bad in der Menge.

Wer bis zu diesem Zeitpunkt noch zu wenig gelacht hatte, wurde vom Auftritt Müslüms sicher nicht enttäuscht. Seine Mischung aus Comedy, kulturübergreifendem Sound und seiner «Botschaft der Liebe» sorgte endgültig für die zum Namen des Festivals passende Stimmung.

Das familienfreundliche...

...Ambiente des Festivals konnte aber nicht verbergen, dass in Niedergösgen auch abgerockt wird. In der nun kühleren Abendluft packte Endo Anaconda mit Stiller Has, nach vierjähriger Abwesenheit von der FeelGood-Bühne, seine rauchige Stimme aus. Er sang übers Bünzlitum und das Älterwerden, während das von den Festzelten wohlgenährte und -getränkte Publikum den Platz vor der Bühne vollends mit Tanz- und Feierlaune ausfüllte.

Das furiose Finale des Eröffnungstags bildete aber der Auftritt der Schweizer Ausnahmemusiker von Patent Ochsner. Mit Verpflichtung des Ensembles um Büne Huber ist den Organisatoren des Open Airs ein grosser Coup gelungen. Die meist gleich mehrere Instrumente beherrschenden Musiker verwöhnten die Zuhörer abwechselnd mit gefühlvollen Soli und rockigen Gitarrenriffs. Gegen Ende des Gigs konnte auch der Letzte in der Menge nicht verhindern, zu Hubers bekannten berndeutschen Texten laut mitzusingen. War das Konzert am Anfang noch von ruhigeren Melodien bestimmt, brachten die schnelleren, fetzigeren Songs die Masse zum Mithüpfen. Wer am Ende Angst hatte, er habe «d W. Nuss vo Bümpliz» verpasst, wurde in der Zugabe eines Besseren belehrt.

Unter frenetischem Applaus...

...liessen sich Patent Ochsner sogar auf eine zweite Zugabe ein und versetzten mit «Scharlachrot» das Publikum beinahe in Trance. Mit Büne Hubers Aufruf an die Zuhörer, sich selbst treu zu bleiben, fand der erste Tag des FeelGood-Festivals einen würdigen Abschluss.