Dem 58-jährigen Mann wurde vorgeworfen, am 23. Oktober 2015 bei der Eröffnung des «Walk of Fame» von Roger Federer in der Firma Jura in Niederbuchsiten gewerbemässig Personen- und Begleitschutz sowie Sicherheitsdienstleistungen erbracht zu haben. Der Mann erklärte auf Nachfrage von Amtsgerichtspräsident Guido Walser, dass er Mitinhaber der ebenfalls im Kanton Basel-Landschaft ansässigen Firma gewesen sei.

Das von ihm und seinen Partner gegründete Unternehmen habe aber ausschliesslich Dienstleistungen im Bereich der Ausbildung angeboten. Den Auftrag der Firma Jura habe man durch Beziehungen bekommen und diesen vor allem wegen Roger Federer angenommen. Dabei habe es sich um eine einmalige Sache gehandelt, bei welcher die Firma keinen Gewinn erwirtschaftet habe. Zudem sei er nicht an der Eröffnung von Federers «Walk of Fame» gewesen, weil er bereits im August aus dem Unternehmen ausgetreten sei.

Deshalb, und weil keine Gewerbsmässigkeit vorliege, müsse der Strafbefehl in der Höhe von 200 Franken aufgehoben und sein Mandant freigesprochen werden, argumentierte sein Verteidiger. Die Aufhebung des Strafbefehls sei insbesondere wegen des Leumunds für seinen Mandant von Bedeutung.

Das Gericht folgte dem Antrag und sprach den Mann frei. Der Staatsanwaltschaft sei es nicht gelungen, die Gewerbsmässigkeit der erbrachten Sicherheitsleistungen zu beweisen. Dass sie dennoch weiter ermittelt habe, sei ihm ein Rätsel, sagte Walser nach der Verhandlung. Dahinter steckt offenbar Futterneid. Ausgelöst wurden die Ermittlungen nämlich nach einem Tipp aus der Security-Branche. Dem Beschuldigten wurde eine Entschädigung von 4250 Franken zugesprochen. (eva)