Im Garten hinter dem Haus entdeckt man in der Gartenanlage die fünfköpfige Königs-Sängergruppe in voller Position von Philipp Rieder aus Oensingen. Köpfe aus Keramik geformt in einer einmaligen Lebendigkeit mit viel künstlerischer Begabung, die auf einem Birkenholzsockel platziert sind. Man zweifelt nicht daran, dass sie singen, so intensiv ist ihre Ausstrahlung mit den offenen Mündern, den lebhaften und doch konzentrierten Gesichtern.

Jeder Kopf hat eine andere Ausdrucksform, das Individuelle der Persönlichkeit kommt voll zum Tragen. Auch beim Eingang zeigt Rieder Skulpturen aus dem gleichen Material, die mit dem Thema Mensch spielen und variieren. Hier handelt es sich um weibliche Wesen. Seine Begabung ist es, Gesichtszüge, Haltungen, Ausdrucksformen in Keramik herauszuarbeiten, die jeden gefangen nehmen und ihm diese Figuren ganz nahe bringen.

Bilder im Innern des Hauses

Im Eingangsbereich, in der Cafeteria, in den Korridoren, auch im ersten Stock des Roggenparkes hängen die Bilder der Malerin Judith Nussbaumer. Der Spaziergang durch die Räume wird zu einem vergnüglichen Unterfangen. Man erlebt einen lebendigen Querschnitt durch die Malerei dieser begabten Künstlerin, die so vielschichtig, vertieft und mit grosser Intensität dem Malen nachgeht.

Seit vielen Jahren ist sie künstlerisch tätig, stammt aus Fulenbach, hat ihr Atelier an der Murgenthalerstrasse in Wolfwil und arbeitet mit Leidenschaft. Findet man in den früheren Bildern weichere Linien, Rundungen und Öffnungen, manchmal ein kleines figuratives Zeichen, eine Leiter, die nirgendwohin führt oder vielleicht in den Himmel, aber auch Landschaftszeichen, stark zurückgenommen, so sind die neuen Arbeiten abstrakter, reduzierter geworden, immer geprägt von Ästhetik und Schönheit. Minimalitisch geht sie ihre Inhalte an.

Der Variationen sind viele, die Farben spielen dabei eine grosse Rolle. Man erkennt rote, orange-rote, gelbe oder blaue Bildaussagen von starker Kraft, aber auch ganz zarte, verwischte, geprägt von leiser Poesie, wie zum Beispiel beim Eingang oder auch in der Cafeteria. Sie spielt mit Veränderung, das Fliessende ist ebenso nahvollziehbar, wie das bewusst Gesetzte. Judith Nussbaumer ist eine Künstlerin, die sehr bekannt und beliebt ist, die viel erreicht hat und sich von all diesen Tatsachen nicht beeinflussen lässt. Beharrlich geht sie ihren künstlerischen Weg weiter, sucht nach neuen Formen und Farbkombinationen, dies auch im Bereich des Dreidimensionalen, denn auch in dieser Sparte hat sie einiges zu bieten.

Poesie und Zauber sind spürbar

Der Roggenpark darf sich glücklich schätzen, diese beiden Kunstschaffenden für Monate zu beherbergen, denn sie geben dem Haus viel Poesie und Zauber. Bilder in solchen Räumen haben einen besonderen Stellenwert, prägen sie doch den Alltag auf eine spezielle Art und schenken bewusst oder unbewusst viel Lebensfreude und Kraft. Auch die Figuren im Garten oder beim Eingang erzählen von solchen Begebenheiten, nämlich dass es Dinge gibt, die mehr sind als eine Momentaufnahme, die mit der Kreativität des Menschen zu tun haben, gleichgültig, wie alt er ist. Immer bleibt der künstlerische Prozess ein Erlebnis.

An der Vernissage vom Freitagabend, begrüsst in sympathischen Worten von Werner Hunziker, durfte man die Sängerinnen Kathrin Rickli und Melanie Wenk-von Arx erleben. Kathrin Rickli sang Volkslieder und begleitete sich selbst auf ihrer Handorgel, die begabte Jodlerin Melanie Wenk-von Arx begeisterte mit ihrer unglaublich schönen Stimme, die jeden mitnimmt und verzaubert.

Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 19 Uhr offen und dauert bis Ende Dezember 2015.