Im Eingangsbereich und im Restaurant des Roggenparks zeigt Hanny Liechti-Jenzer aus Oensingen ihre neuen Arbeiten. Nach ganz unterschiedlichen Tätigkeiten ist die Malerei in den letzten Jahren für Hanny Liechti immer wichtiger geworden. Mit viel Begeisterung und Begabung geht sie dieser Tätigkeit nach, die für sie alle Aspekte des Erkennens in sich trägt, so als könnte man an jedem Tag, in jedem Bild seiner eigenen Identität auf eine besondere Art auf die Spur gehen.

Abstraktion als Mittel

Sie liebt Blumenmotive, aber nicht im üblichen Sinne. Die Blumen, oft Tulpen oder Mohnblumen werden abenteuerlich verändert, abstrahiert, die Farben spielen dabei eine grosse Rolle. Durch diese Art des Malens bekommen die Motive eine neue Ausrichtung, sie werden zu einem faszinierenden Blickfang. Mohnblumen tragen das Feurige in sich, das Leidenschaftliche, die Tulpen in ihrer leicht stilisierten Form strahlen viel Schönheit aus. Man wird von diesen Bildern und Bildobjekten gefangen genommen.

Interessant sind auch die abstrakteren Arbeiten. Gedankenkreise, Drehscheibe, Universum Meeresrauschen, der Themen sind viele. In diesen Bildern spielt die Bewegung, das Fliessende eine Rolle, die Farben variieren in feinen Schattierungen. Auch die Feuerbilder strahlen viel innere Kraft aus, und das zweiteilige Bild « Fantasie in Rot,» in dem einzelne Goldflächen entdeckt werden können, widerspiegeln Hanny Liechtis reichhaltige und fantasievolle Ideen und Betrachtungen.

Vielleicht braucht es auch eine Portion Mut, dass man in einer solchen Intensität sich mit dem Malen beschäftigt. Kreatives Schaffen war und ist Hanny Liechti durch ihre beruflichen Tätigkeiten stets vertraut . Alles begann eigentlich mit dem Zeichnen, das sie schon in ganz jungen Jahren faszinierte.

Bei Roger Briner in Bern vertiefte sie diese Liebe zur Zeichnung, dann folgte das Aquarellieren und das Arbeiten in Acryl. Heute ist sie in der Malerei angekommen, und man spürt, dass sie sich darin wundersam wohl fühlt. Für sie gibt es nichts anderes mehr, das sie so packt, wie diese Tätigkeit, die so vieles abverlangt, Zweifel aufkommen lässt und einem doch immer wieder vorwärtstreibt.

Durch die zahlreichen kunsthandwerklichen Tätigkeiten von früher wie Bauernmalerei, Brandmalerei, Glasritzen Modellieren die Herstellung von Modeschmuck und anderem mehr hat sie viele persönliche Erfahrungen gesammelt, ihr kritisches Auge geschult und ihre Fantasie stets lebendig erhalten.

Diese Ausstellung ist in sich voller lebhafter Überraschungen, die Besucher und die Bewohner des Roggenparks tauchen in ganz unterschiedliche Welten ein, geniessen die Farben und Formen und freuen sich an den ausgestellten Bildern. Die von Werner Hunziker eingeleitete Vernissage wurde gesanglich witzig und unterhaltsam untermalt von den sieben Sängerinnen des Frauenchors «Meinklang».