Welschenrohr
Familien sammeln Unterschriften gegen die Verlegung des Kindergartens

Eigentlich ist die Verlegung des Kindergarten von Welschenrohr schon beschlossene Sache. Nun könnte es aber trotzdem anders kommen. Einige Eltern halten Schulweg zum geplanten neuen Standort des Kindergartens für zu gefährlich.

Alois Winiger
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Das Alte Schulhaus, 1901 erbaut mit drei Klassenzimmern, Werkraum, Vereinslokal und Abwartwohnung.

Das Alte Schulhaus, 1901 erbaut mit drei Klassenzimmern, Werkraum, Vereinslokal und Abwartwohnung.

Walter Schmid

Eigentlich ist der Fall klar: Der Kindergarten von Welschenrohr wird vom heutigen Standort im Pfarreiheim neben der katholischen Kirche auf die andere Seite der Kantonsstrasse verlegt ins Schulhaus an der Balmbergstrasse.

So hatte es der Gemeinderat im November 2013 einstimmig beschlossen. Einen Monat später hat die Gemeindeversammlung mit grossem Mehr einen Kredit von 270 000 Franken verabschiedet für die Renovation der Schulhäuser. Darin enthalten sind 50 000 Franken für die Einrichtung des Kindergartens im Alten Schulhaus.

Mit Petition gegen Verlegung

Es könnte anders kommen. Denn erst nach dem Beschluss wurde einigen Eltern so richtig bewusst, was das bedeutet. Nämlich dass ihre Kinder aufgrund der Verlegung nun die Kantonsstrasse überqueren müssten, was gefährlich sei und daher ein grosses Risiko darstelle.

1960 wurde der Kindergarten im Pfarreiheim eröffnet, erbaut vom katholischen Hilfsverein. Das Haus mit Pfarreisaal, Jugendraum, Sitzungszimmer und Wohnung gehört heute der Kirchgemeinde.

1960 wurde der Kindergarten im Pfarreiheim eröffnet, erbaut vom katholischen Hilfsverein. Das Haus mit Pfarreisaal, Jugendraum, Sitzungszimmer und Wohnung gehört heute der Kirchgemeinde.

Walter Schmid

Ferner ist ihnen nicht wohl dabei, wenn Kindergärtler und Schüler am selben Ort sind, insbesondere müsse auf dem Pausenplatz Ordnung sein. So gründeten denn vier Familien die Interessengemeinschaft (IG) Kindergarten und bereiteten eine Petition vor mit dem Ziel, dass der Kindergarten am heutigen Standort bleibt. Derzeit werden Unterschriften gesammelt, bis gestern hatten 180 Personen die Petition unterschrieben.

Nicht informiert?

Die IG Kindergarten erhebt in der Petitionsschrift folgenden Vorwurf: «Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden weder die Bevölkerung noch die Eltern der schul- und kindergartenpflichtigen Kinder vonseiten Schulleitung informiert.

Dies lässt uns befürchten, dass zurzeit kein konkretes Konzept vorhanden ist.» Das stimmt aber so nicht, wie ein Rückblick zeigt. Bereits Anfang Mai 2013 wurde in dieser Zeitung darüber berichtet, dass sich der Gemeinderat mit einem Standortwechsel befasst.

Anfang November dann folgte ein weiterer Bericht, der Rat habe einstimmig entschieden, den Kindergarten im Alten Schulhaus unterzubringen, denn dort sei noch Raum vorhanden. Zum Sicherheitsaspekt wurde angeführt, dass es schliesslich Kindergärtler gebe, die bereits jetzt die Kantonsstrasse überqueren müssen.

Ferner könne sich die Gemeinde die Miete sparen, die sie für die derzeit genutzten Räume an die katholische Kirchgemeinde zahlt. Im Zentrum aber stand für den Rat, dass die Zusammenführung von Kindergarten und Schule einem ausdrücklichen Wunsch der Schulleitung entspreche.

Dies bestätigt denn auch die Schulleiterin Katharina von Burg. Den Vorwurf, nie über einen allfälligen Wechsel orientiert zu haben, weist sie zurück. «Der Gemeinderat ist das entscheidende Organ.

Informieren werde ich erst dann, wenn ich den Auftrag habe, den Wechsel umzusetzen.» Das Problem von der Strassenquerung sei ihr natürlich bewusst, aber dafür gebe es Lösungen.

Sich um Information bemühen

Gemeindepräsident Stefan Schneider betont, man habe sich den Entscheid ganz bestimmt nicht einfach gemacht. «Aber wir haben nun einmal den Auftrag zu sparen und die Argumente der Schulleitung haben uns überzeugt.» Was die Information angeht, so dürfe man erwarten, dass sich die Leute auch selber darüber ins Bild setzen können, was läuft, es gebe genügend Möglichkeiten.

«Wenn die Petition vorliegt, wird der Gemeinderat darüber befinden und allenfalls einen Rückkommensantrag stellen», sagt Schneider. Vorläufig passiere also nichts in Sachen Verlegung des Kindergartens.

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