Hägendorf
«Fählt nome no dr Schnee ...»

Das «OT» besuchte stellvertretend für all die hiesigen Weihnachtsmärkte den neuen «Hüttenzauber» auf dem Dorfplatz

Bruno Kissling
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In den frühen Abendstunden liessen die Lichter des Tannenbaums und des lodernden Feuers den Dorfplatz in ein romantisches Wintermärchen – wenn auch ohne Schnee – eintauchen.

In den frühen Abendstunden liessen die Lichter des Tannenbaums und des lodernden Feuers den Dorfplatz in ein romantisches Wintermärchen – wenn auch ohne Schnee – eintauchen.

Bruno Kissling

Ganz nach dem Motto «Süsser die Geschäfte nie klingen» lockten auch an diesem ersten Advent wieder in zahlreichen Gemeinden der Region Weihnachtsmärkte zum Besuch. Ob nun in Wangen oder Walterswil, Lostorf, Schönenwerd oder Wolfwil – zum Auftakt der Adventszeit luden landauf und landab Märkte ganz unterschiedlicher Aufmachung zum Eintauchen in den Duft von frischen Maroni und Glühwein, das Lichtermeer der Weihnachtsbeleuchtungen und nach dem weihnachtlichen Marktbesuch zum gemütlichen Verweilen in den gemütlichen Kaffeestuben und Beizlis.

Es gibt ihn schon lange, den Hägendörfer Weihnachtsmarkt. Für den Hägendörfer Hanssepp Flury, der schon seit Beginn weg als Suppenkoch mitwirkte, dürfte die erste Auflage davon – damals noch im Unterdorf – schon in die 80er-Jahre zurückgehen. Damals seien noch Marktstände dafür ausgestellt worden und das Beizli vom Gewerbeverein bei Holzbau Studer legendär gewesen, so Flury. Auch an diesem Weihnachtsmarkt – erstmals mit 14 von der Kulturkommission angemieteten Holzhüttchen – wirkte Flury wieder mit. Namens der Schlumpf Zunft kochte er wieder feine und heisse selbst gemachte Kartoffelsuppe mit Gemüse – nichts da von fertiger Beutelsuppe. Nur die Wienerli wurden heuer durch Cervelats und Bratwürste ersetzt, die gleich neben der Suppe im Pfadikochkessel selbst gegrillt werden konnten.

Etwas Neues mit mehr Ambiente

Sichtlich zufrieden zeigte sich am Samstagabend auch Christian Vögeli als Verantwortlicher des Weihnachtsmarktes innerhalb der Hägendörfer Kulturkommission und Organisatorin des Anlasses. Seit rund 15 Jahren in einem Festzelt jeweils auf dem Dorfplatz oder auf dem Parkplatz hinter dem Coop durchgeführt, sei der Tenor der Besucher in letzter Zeit deutlich für etwas Neues mit mehr Ambiente ausgefallen – es sei vielen einfach zu wenig weihnachtlich gewesen im bisherigen Rahmen. So habe er sich nun dafür entschlossen, mit den gemieteten Holzhüttchen rund um den etwas kleineren Weihnachtsbaum auf dem Dorfplatz etwas Neues zu wagen.

Nebst vielen bisherigen konnte Vögeli damit auch gleich neue Aussteller gewinnen, die den Hüttenzauber auf dem Dorfplatz mit ihrem Angebot bereicherten. So war in diesem Jahr dank allerlei käuflichen Weihnachtsdekorationen und Geschenkartikeln, Handarbeiten, süssen Schleckereien wie frischen Berliner, Magenbrot, Maroni, dem Kerzenziehen der Jubla Hägendorf-Rickenbach und dem Beizli der Schlumpf Zunft für alle etwas dabei. Das Feedback der Besucher wie auch Aussteller jedenfalls sei sehr gut, so Vögeli. So ein Markt mit den kleinen Holzhüttchen sei halt schon etwas Anderes als der bisherige Festzelt-Charakter. Gerade auch am Abend im Licht der grossen Weihnachtstanne mit Eissternen und ihren silbernen und roten Kugeln, all den beleuchteten Hüttchen und dem lodernden Feuer bot sich da laut Vögeli ein richtiges, vorweihnachtliches Dorffest zum Adventsstart.

Doch auch der Morgen lief bereits sehr gut an und die musikalisch-gesangliche Unterhaltung mit den Schülern von Steffi Baumann bringt schon seit Jahren auch viele Besucher. Viele Familien, die am Nachmittag in der Teufelsschlucht dem dortigen Samichlaus einen Besuch abstatteten, erfreuten sich zuvor oder auch danach im kleinen vorweihnachtlichen Hüttendorf.

Schlussanlass im Jahreslauf

Der letzte und durchaus gelungene Anlass im diesjährigen Jahreslauf der Kulturkommission, der noch bis gestern Sonntagabend andauerte, soll laut Vögeli auch nicht mehr grösser werden. Einzig der vereinzelt geäusserte Wunsch nach einem kleinen geheizten Festbeizli in einem Zelt will noch geprüft werden. Doch sonst waren sowohl Besucher wie auch Aussteller mit der neuen Version des Adventsanlasses sehr zufrieden.

Stephan und Millie Rudolf von Rohr aus Hägendorf gefiel es jedenfalls riesig, sich hier etwas treiben zu lassen, sich zu treffen und all die Leute zu sehen, die wieder mal «aus ihren Löchern» kämen. «Es hat für alle etwas dabei, und man kommt fast nicht heim – alle zehn Meter kennt man wieder jemanden», meinten die beiden, genossen die Stimmung und wärmten sich schon bald an einem kräftigen Glühwein. Aber auch Papa Schlumpf Daniel von Arx zeigte sich begeistert ob der neuen Aufmachung des Marktes. «Es ist einfach gemütlich hier – gegenüber den früheren Jahren im Zelt sogar supergemütlich. Ja, mir gefällt es sehr», so der Zunftmeister, der auch ob dem milden und trockenen Wetter glücklich ist, auch «wenn noch etwas Sonne oder ein Schümli Schnee auch sehr willkommen wäre».

«Wir finden es toll mit diesen kleinen Häuschen», meinten denn auch unisono Rosemarie Fritz, Rita Sägesser und Ursula Schmid von der Stiftung für ein glückliches Alter, die hier allerlei Handarbeiten von der selbst gestrickten Kappe bis hin zu Amedisli und Babyfinkli feilhielten. Für Ursula Schmid selbst war klar: «Es hat jetzt auch mehr Leute hier und das Interesse ist auch grösser – so schön war es jedenfalls noch nie, so schön romantisch und toll beleuchtet. Eigentlich fehlt jetzt nur noch der Schnee ...».