Interview

Fabian Gloor in den Regierungsrat? «Ich habe entschieden, dass der Zeitpunkt noch nicht passt»

Fabian Gloor, CVP.

Fabian Gloor, CVP.

Vor vier Jahren kletterte Fabian Gloor die politische Leiter hoch, als Oensingen ihn mit einem Glanzresultat über­raschend zum neuen Gemeindepräsidenten wählte. Nach einer Legislatur wurde er nun bereits als möglicher Regierungsratskandidat gehandelt.

Doch auf der Dreierauswahl der Kantonalpartei fehlt Gloor. Das überrascht, denn der 31-Jährige gilt in breiten Kreisen als junger Hoffnungsträger der Partei. Mit Sandra Kolly (Neuendorf) ist gleichwohl eine Gäuerin vertreten. Wenn die CVP-Kantonalpartei Anfang November ihr Zweierticket nominiert, stellt sich Kolly gemeinsam mit Thomas Müller (Lostorf) und Georg Nussbaumer (Hauenstein) zur Wahl. Bereits heute Abend wird die Amtei Thal-Gäu die Nomination von Sandra Kolly vornehmen.

In der Dreierauswahl für die Regierungsratswahlen 2021 sind Sie nicht dabei. Woran liegt das?

Fabian Gloor: Ganz einfach daran, dass ich mich gegen eine Kandidatur entschieden habe. Bevor ich einen solchen Schritt anstrebe, möchte ich mich zuerst als Gemeindepräsident und Kantonsrat bewähren. Es hat mich aber natürlich trotzdem sehr geehrt, dass ich in breiten Kreisen für ein so verantwortungsvolles Amt in Betracht gezogen wurde.

An politischer Ambition mangelt es Ihnen nicht. Sie sind noch sehr jung und trotzdem bereits Kantonsrat, Gemeindepräsident von Oensingen und Präsident der CVP Thal-Gäu.

Das sicher nicht. Und ein politisches Amt dieser Grösse hat natürlich auch einen gewissen Reiz. Ich habe mir deswegen die Zeit genommen, über eine Kandidatur nachzudenken. Vor allem als die Doppelvakanz der CVP bekanntgegeben wurde. Zuvor wäre es sowieso nicht in Frage gekommen, aber wegen dieser Ausgangslage habe ich mich – wie wahrscheinlich viele andere innerhalb unserer Partei auch – trotzdem mit dem Thema auseinandergesetzt. Am Ende habe ich jedoch entschieden, dass der Zeitpunkt dafür noch nicht passt und ich zuerst mehr Erfahrung sammeln möchte.

Bereuen Sie den Entscheid einige Wochen danach schon ein bisschen?

Überhaupt nicht. Momentan überwiegt sogar eher die Freude, dass ich mich hoffentlich weiterhin für Oensingen, für die Amtei Thal-Gäu und für den Kanton einsetzen kann in den Ämtern, die ich jetzt schon ausführen darf. Ich freue mich ausserdem sehr darüber, dass sich aus der Amtei Thal-Gäu Sandra Kolly als Regierungsrätin zur Verfügung stellt. Ich halte sie für eine hervorragende Kandidatin.

Wie sehen denn Ihre politischen Zukunftspläne aus?

Ich fühle mich als Gemeindepräsident und Kantonsrat sehr wohl und würde mich gerne weiterhin dort für die Bevölkerung engagieren. Was ich mir unter Umständen vorstellen kann, ist bei den nationalen Wahlen 2023 zu kandidieren und mich für nationale Ämter zur Verfügung zu stellen. Um diese Entscheidung definitiv zu treffen, ist es momentan aber wirklich noch zu früh.

Und Ihr Fernziel: Einmal Bundesrat werden?

Das werde ich lustigerweise auch in der Verwandtschaft immer wieder mal gefragt. (lacht) Aber: nein. Ich glaube, das kann man sich unmöglich als Ziel setzen. Dafür müssen so viele Konstellationen gerade gegeben sein, das ist nicht planbar. Das gilt für jede politische Karriere. Ausserdem habe ich auch nicht so vermessene Ambitionen.

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