Aedermannsdorf

Extremsportler Jonas Deichmann muss wegen Corona umkehren – und setzt die Reise trotzdem fort

Der Extremsportler Jonas Deichmann aus Aedermannsdorf sitzt wegen Corona seit vier Wochen in der Türkei fest. Jetzt hat er einen Entschluss für seinen Triathlon um die Welt gefasst.

Der deutsche Abenteurer und Extremsportler Jonas Deichmann mit Wohnsitz Aedermannsdorf, ist auf seiner unbegleiteten Weltumrundung in den drei Triathlon-Disziplinen, zu der er trotz Corona gestartet war, derzeit in der Türkei hängen geblieben.

Vor vier Wochen erreichte Deichmann die türkische Metropole Istanbul. Ab hier gäbe es theoretisch zwei Routenoptionen: Die südliche führt über Iran, Pakistan und Indien. Die nördliche, über Georgien quer durch Russland. Auf beiden Routen sind die Landesgrenzen aufgrund Corona zurzeit aber nicht passierbar.

Sogar diplomatische Bemühungen fruchten nicht

Bemühungen um eine Sondergenehmigung für die Einreise nach Russland - auch auf diplomatischen Weg - blieben erfolglos. Nicht zuletzt sei der Grund darin zu suchen, dass derzeit zwischen Deutschland und Russland aufgrund der Nawalny-Affäre Eiszeit-Stimmung herrsche, erklärt der Vater von Jonas, der Aedermannsdörfer Sammy Deichmann. Dazu käme das Problem, dass Russland ein Touristenvisum höchstens für zwei Monate ausstellen werde.

Jonas Deichmann wusste beim Start, dass eine solche Situation eintreffen könnte und arbeitet jetzt an einem alternativen Plan, für den er seine geplante Reise umkehrt, zurück nach Europa radelt, um die Welt dann in westlicher Richtung zu umrunden. «Momentan ist er auf der Suche nach einem Segelboot, das ihn im April von Westeuropa, zum Beispiel von Frankreich oder Portugal aus, an die amerikanische Ostküste mitnehmen könnte», so der Vater. So plant er, in einem Dreiviertel-Jahr in China anzukommen. Damit sei natürlich auch die Hoffnung verbunden, dass sich bis dahin die Corona-Lage weltweit verbessert habe.

Seine Triathlon-Weltumrundung aufzugeben sei für den gebürtigen Münchner, der im Thal heimisch geworden ist, keine Option, sagt Sammy Deichmann weiter.

Nebenbei einen Rekord auf der Schwimmstrecke erzielt

Jonas Deichmann startete am 26. September 2020 in München. Zunächst fuhr er per Velo über die Alpen bis nach Karlobag an der kroatischen Küste. Von dort aus ist er 450 Kilometer entlang der Adriaküste geschwommen und erreichte am 22. November nach 54 Tagen im Wasser Dubrovnik. Dabei hat er einen neuen Rekord für die längste Schwimmstrecke ohne Begleitboot aufgestellt. Weiter ging es per Velo in östlicher Richtung, mit dem Ziel, die chinesische Pazifikküste im Frühjahr zu erreichen. Mit diesem Projekt möchte der Sportler aufzeigen dass es auch ohne Motor einmal um die Welt gehen kann.

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