Extremsport
Jonas Deichmann kann seinen Triathlon um die Welt nun doch durch Russland fortsetzen

Wegen Corona sitzt der Extremsportler, der in Aedermannsdorf zu Hause ist, seit neun Wochen in Istanbul fest. Ab Freitag geht es weiter.

Fränzi Zwahlen
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Jonas Deichmann trainierte auch in seiner neun-wöchigen Wartezeit in der Türkei weiter.

Jonas Deichmann trainierte auch in seiner neun-wöchigen Wartezeit in der Türkei weiter.

zvg/ Jonas Deichmann

Jonas Deichmann startete sein Projekt, die Erde in allen drei Triatholn-Disziplinen zu umrunden, am 26. September 2020 in München. Er fuhr per Velo über die Alpen bis nach Karlobag an der kroatischen Küste. Von dort aus schwamm er 450 Kilometer entlang der Adriaküste und erreichte am 22. November nach 54 Tagen im Wasser Dubrovnik. Als er Mitte Dezember Istanbul erreichte, musste er feststellen, dass aufgrund der verschärften Corona-Situation mittlerweile sämtliche Landgrenzen in östlicher Richtung geschlossen waren.

Ein alternativer Plan, die Richtung zu wechseln, und die Welt in westlicher Richtung zu umrunden, ist aus demselben Grund momentan schwierig umzusetzen, bleibt aber als mögliche Option offen. Deichmann nutzte die Wartezeit für leichte Trainingseinheiten in der Südtürkei.

Die Triathleten-Kollegen halfen

Ein Hilferuf in die Triathlon-Szene scheint jetzt die erhoffte Lösung zu bringen. Die Deutsche Triathlon Union DTU, das Deutsch-Russische Forum und das Russische Olympische Komitee haben ihr Netzwerk eingesetzt um für Deichmann, der Deutscher Staatsbürger ist, ein Visum für Russland zu besorgen, das ab kommenden Freitag beim Russischen Konsulat in Istanbul bereit liegen soll.

Damit eröffnet sich die Möglichkeit, über Bulgarien, Rumänien, Moldawien und die Ukraine nach Russland zu gelangen. Die Grenzen auf dieser 13'000 Kilometer langen Strecke sind mit Coronatests und Quarantäne in Russland momentan durchquerbar. Nach der Einreise nach Russland wird der Weg bis Wladiwostok am Pazifik frei sein.

Um Sibirien im Winter auf dem Velo durchfahren zu können, hatte sich Deichmann eigens in einer Kältekammer vorbereitet. Er wird in Bulgarien auf seine Winterausrüstung wechseln, um die erwarteten minus 20-30 Grad in Sibirien bestehen zu können.

Jonas Deichmann trainierte schon zu Hause Kälte in einer Kältekammer auszuhalten.

Jonas Deichmann trainierte schon zu Hause Kälte in einer Kältekammer auszuhalten.

zvg /Markus Weinberg

Deichmann hält bereits Rekorde für alle drei grossen Kontinentaldurchquerungen mit dem Rad: Eurasien von Portugal nach Wladiwostok in 64 Tagen, die Panamericana in 97 Tagen und die Strecke vom Nordkap nach Kapstadt in 72 Tagen.