Vernachlässigte Personalführung, mangelndes Qualitätsmanagement und gefährdetes Betriebsklima: Das sind die wichtigsten Missstände an der Primarschule Hägendorf, welche der externe Schulevaluationsbericht aufgezeigt hatte. Schulleiter Thomas Schöni und Schulverwalterin Monika Kronenberg erhielten von der Gemeinde eine Verwarnung und stehen unter sechsmonatiger Bewährungsfrist.

Um die Missstände anzugehen, hat die Gemeinde nun zusammen mit dem Volksschulamt in mehreren Treffen den Massnahmenplan ausgearbeitet. An der letzten Gemeinderatssitzung wurde der Plan zusammen mit Sofortmassnahmen verabschiedet, wie die Gemeinde mitteilt.

Die Struktur an der Schule überdenken, besserer Informationsfluss oder die Gesprächskultur verbessern – das sind laut Gemeindepräsident Albert Studer Themenkreise, die sofort angegangen werden müssen. Das Massnahmenpapier liegt derzeit beim Kanton, dieser muss es noch genehmigen. Danach sollen die wenigen A4-Seiten wie bereits der Schulevaluationsbericht auf der Gemeindehomepage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Genehmigung soll laut Daniel Eggimann eine Formsache sein und in den nächsten zwei Wochen erfolgen. Der Leiter Steuerung und Aufsicht im Volksschulamt äussert sich zudem zuversichtlich, dass die Verhältnisse an der Schule Hägendorf wieder ins Lot kommen. «Die Gemeinde ist die Probleme nach der öffentlichen Infoveranstaltung Anfang Februar mit grosser Ernsthaftigkeit angegangen. Auch das Volksschulamt selbst hätte ein grosses Interesse daran, weil «die Geschichte doch eine gewisse Dimension angenommen hat».

Studer mit Schuldeingeständnis

Gemeindepräsident Albert Studer will sich ebenfalls an den Taten messen lassen. «Wir lösen das Problem in dieser Legislatur!», macht er eine klare Ansage. Man habe einen Konflikt über Jahre mitgeschleppt und so konnte sich Hass aufbauen. «Aus heutiger Sicht verstehe ich die Leute, die an der Infoveranstaltung ihren Dampf abgelassen haben.»

Studer gesteht Fehler ein. «Dass der Fall so ausgeufert ist, müssen wir als Aufsichtsgremium auf unsere Kappe nehmen.» Nun gilt es aber in seinen Augen, nach vorne zu schauen und aus den gemachten Fehlern zu lernen. «Um den Konflikt zu lösen, müssen alle aktiv Frieden stiften.» Wer das nicht wolle, sei vielleicht nicht am richtigen Ort.

Die Gemeinde hat seit Anfang März zudem einen externen Coach beigezogen, um die verfahrene Situation an der Schule zu entkrampfen. Mediator Denis Marcel Bitterli hat ein eigenes Büro in Basel und ist mit zwanzig Jahren Praxis ein erfahrener Mann in Sachen Konfliktbewältigung.

Er verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem alle Aspekte eines Problems und alle Beteiligten eines Konflikts miteinbezogen werden. «Meistens sind die Ursachen für einen Konflikt komplexer als es die gegenseitigen Schuldzuweisungen zeigen», sagt der ehemalige Schulleiter, der in ganz Europa als Mediator tätig ist.

Eine Begleitung als externer Coach könne von drei kurzen Nachmittagen bis zu drei Jahren dauern. «Es kommt darauf an, wie verfahren eine Situation ist.» Konkret zum Fall Hägendorf will sich der Basler aber nicht äussern, um den Mediationsprozess nicht zu gefährden.