Egerkingen

Ex-Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung hat mit Selbstständigkeit den Traumjob gefunden

Privates und Arbeit vereint: Karin Heimann arbeitet meist im Homeoffice und schätzt die Freiheiten der Selbstständigkeit.

Privates und Arbeit vereint: Karin Heimann arbeitet meist im Homeoffice und schätzt die Freiheiten der Selbstständigkeit.

Seit 2014 ist die ehemalige Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung Karin Heimann selbstständig und geniesst es, auch mal gärtnern zu können an einem Mittwochnachmittag.

Von Egerkingen in die Rheinstadt Basel, danach ins Berner Oberland, von dort in die Bundesstadt Bern, und schliesslich wieder zurück ins Heimatdorf. So lässt sich Karin Heimanns geografischer Weg während der letzten Jahre nachzeichnen. Gleichzeitig hat sich auch die berufliche Laufbahn der Egerkingerin entscheidend verändert.

Nach ihrem Betriebswirtschafts- und Volkswirtschaftstudium an der Universität Basel hat sie sich in den Bereichen IT, Wirtschaftspolitik und Personalmarketing beruflich engagiert. Bereits als 20-Jährige habe sie jedoch gewusst, dass sie sich irgendwann selbstständig machen möchte. Seit damals war der Gedanke an ein Leben als Freiberuflerin ihr ständiger Begleiter. Im Jahr 2014 war es schliesslich soweit: Heimann kündigte als Leiterin der kantonalen Wirtschaftsförderung und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit.

Die richtige Entscheidung

«Irgendwann muss man sich einfach entscheiden», erklärt Heimann, die im September das fünfjährige Jubiläum ihrer 2014 gegründeten GmbH feiern wird. Ihre Dienstleistungen beziehen sich auf die Bereiche Projektentwicklung, Kommunikation und Standortförderung. Unterstützend wirkten in der Gründungsphase vor allem bestehende Kontakte zu Jungunternehmern und das Coaching durch den Business Park Reinach BL. Sie habe rasch gemerkt, dass sie zwei wichtige Voraussetzungen mitbringe – das nötige Wissen und vor allem auch die Freude an der Arbeit.

«Hilfreich ist zudem ein breites Netzwerk», betont Heimann. Ein solches Beziehungsnetz hat sie sich vor allem während ihrer früheren Leitungsfunktion in der Wirtschaftsförderung des Kantons Solothurns aufbauen können. Bis heute kommt ihr dies zugute. «Sich mit anderen Geschäftsleuten auszutauschen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, ist sehr gewinnbringend und lehrreich.»

Seit September 2014 gestaltet sich bei Heimann jeder Tag anders. Einen fixen Tagesrhythmus kennt sie nicht mehr. Da ihre Mandate und Projekte meist auch nach Büroschluss Verpflichtungen nach sich ziehen, richten sich Heimanns Verfügbarkeiten selten nach den gängigen Bürozeiten. So gibt es bei ihr meist auch keinen offiziellen Feierabend. Dies habe aber auch Vorteile: Sie habe umgekehrt die Möglichkeit, sich auch mal an einem regulären Mittwochnachmittag der Gartenarbeit zu widmen oder persönlichen Interessen nachzugehen, statt im Büro zu verweilen. «Die Vermischung von Privatleben und Beruf verstehe ich als Vorteil der Selbstständigkeit», verrät Heimann. Nicht verleugnen lasse sich jedoch, dass ihre Arbeit sehr intensiv sei. «Man geht häufig an seine Grenzen.»

Heimann verbindet mit ihrer Selbstständigkeit grösstmögliche Autonomie und ein «Gefühl der Unabhängigkeit, das viel Raum bietet für Neues und Unbekanntes». Die Freiheit, die sie bei ihrer Arbeit empfindet, sei auch dem Wissen geschuldet, dass sie keine finanzielle Verantwortung für Mitarbeitende zu tragen habe. Schliesslich seien ihr Hund und sie selbst die Einzigen, die von ihrem Erfolg abhängig sind.

Gleichwohl sah sich Heimann zu Beginn ihrer Selbstständigkeit teils mit Existenzängsten aufgrund finanzieller Unsicherheiten konfrontiert. Eine Angst, die sie sehr unerwartet traf, sei sie doch das Projekt Selbstständigkeit ohne materielle Erwartungen angegangen. Mit den Jahren lerne man allerdings mit der Tatsache umzugehen, dass man nicht immer genau weiss, wo man im nächsten Jahr stehen wird.

Mit Zuversicht unterwegs

Eine gesunde Portion Zuversicht und Abgeklärtheit helfe in Momenten der Unsicherheit. «Dies sind zwei Qualitäten, die nicht nur mit der Erfahrung, sondern wohl auch mit dem Alter heranreifen», erklärt Heimann schmunzelnd. Zurzeit hat Heimann zwei Langzeitmandate inne. So ist sie seit 2016 Standortförderin bei der Stadt Grenchen sowie seit Beginn dieses Jahres Geschäftsleiterin der Stiftung Fachhochschule Nordwestschweiz. Sie schätzt aber auch die Arbeit auf Mikroebene; also kleinere Mandate, bei denen es sich um eine kurzfristige Zusammenarbeit handelt. Insbesondere im Bereich Kommunikation und Medienarbeit ergeben sich für die Egerkingerin immer wieder solche Engagements. Konkrete Zielsetzungen hat Heimann für die kommenden Jahre nicht formuliert. «Irgendwie haben sich in der Vergangenheit immer spannende Chancen ergeben und ich bin zuversichtlich, dass sich auch in Zukunft solche auftun werden.»

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