Oensingen

Etwas teuer, aber durchaus den Versuch wert

Der Ortsbus unterwegs bei der Probefahrt auf Oensinger Quartierstrassen, aufgenommen im April dieses Jahres. wak

Der Ortsbus unterwegs bei der Probefahrt auf Oensinger Quartierstrassen, aufgenommen im April dieses Jahres. wak

Die Gemeindeversammlung soll 935000 Franken für Ortsbus bewilligen; das Geschäft entspricht offenbar einem Bedürfnis in der Bevölkerung.

Am 24. Juni kann die Oensinger Gemeindeversammlung darüber befinden, ob ab Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2013 auf Gemeindegebiet ein Ortsbus verkehren soll. Dies von Montag bis Freitag durchgehend im Halbstundentakt zwischen 6 und 20 Uhr, Samstag 6 bis 17 Uhr. Die Rundstrecke führt ab Bahnhof via Sternenplatz, Bifang, Vogelherdquartier, Oberdorf, Bad Klus und Leuenfeld wieder zum Bahnhof. Eine einfache Fahrt zum Beispiel von einer Haltestelle im Unterdorf zum Bahnhof kostet Fr. 3.20, mit Halbtaxabo Fr. 2.50. Der Bus braucht für eine Tour 22 Minuten, die Anschlüsse passen zu den Abfahrts- und Ankunftszeiten am Bahnhof. Vorgesehen ist eine dreijährige Versuchsphase. Je nach Erfolg könnte der Ortsbus in das Angebot des öffentlichen Verkehrs des Kantons aufgenommen werden.

Nicht ganz wohl dabei

Zwar hat sich der Gemeinderat an der Sitzung vom Montagabend einstimmig dafür entschieden, das Geschäft an die Gemeindeversammlung zu bringen. Aber so ganz wohl war es den Räten doch nicht. Nicht etwa wegen des Angebots an sich, denn darüber war man sich im Rat völlig einig: Der Ortsbus entspricht einerseits gemäss Umfrage einem Bedürfnis der Bevölkerung. Wobei der Bus offenbar nicht in jedem Quartier willkommen ist. Die geplante Route via Lehnfluhquartier ist aus dem Fahrplan gestrichen worden. Anderseits passt der Bus zur Entwicklungsstrategie, wonach der öffentliche Verkehr auf Gemeindegebiet von Oensingen zu verbessern ist.

Es sind die Kosten, die den Räten Unbehagen bereiteten. Für den dreijährigen Versuch wird nämlich ein Kredit von 885 000 Franken für den Betrieb benötigt, hinzu kommen 80 000 Franken für bauliche Massnahmen.

Mit Jahresabo für Schüler

Nachdem der Ressortleiter Infrastruktur, Patrick Gugelmann, das Geschäft vorgestellt hatte, gaben mehrere Räte zu, sie seien ob den hohen Kosten «schon etwas erschrocken». Trotzdem, so betonten sie, müsse man den Versuch mit dem Ortsbus starten, und zwar mit einem wirklich guten Angebot. Denn nur so liesse sich später klar entscheiden, ob der Bus definitiv weiterfahren soll. Eingeschlossen ist ein Angebot für Schülerinnen und Schüler – aber nur für jene aus dem Dorf, die im Dorf zur Schule gehen: Sie haben ein personifiziertes Jahresabo zugute. Das Angebot soll auch als Gegenmittel gegen die Elterntaxis wirken. Es wurden weitere Gründe genannt, sich wegen der Kosten nicht beirren zu lassen. Denn die bald einsetzende, flächendeckende Bewirtschaftung der Parkplätze werden der Gemeinde Einnahmen bescheren, mit denen sich der Ortsbus subventionieren lasse. Und wird der Bus ins kantonale ÖV-Netz aufgenommen, so übernimmt der Kanton 20 Prozent der Kosten. Ferner seien im Betrieb Anpassungen jederzeit möglich. Im Extremfall könnte der Versuch auch bereits nach einem Jahr abgebrochen werden.

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