Am 8. August vergangenen Jahres brannte der Horn-Hof in Hauenstein-Ifenthal oberhalb von Trimbach nieder (wir berichteten mehrfach). Seither sind fünf Monate ins Land gezogen; Zeit, um innezuhalten und mit Pächter Paul Strub eine Zwischenbilanz zu ziehen. Vorab, so Strub gestern, zeige er sich überwältigt ob all der Zuwendungen, die ihm und seiner Familie seither zugeflossen seien. Viele haben gespendet: Der Gewerbeverein Trimbach, der Lions-Club, der Bike-Club Olten, diverse Kirchgemeinden, Landfrauenvereine und viele mehr, um nur einige zu nennen. Hinzu kommen all die unzähligen Einzelspenden, die es der Familie Strub ermöglichen, wieder ein den Umständen entsprechend gutes Leben zu führen. Doch für Paul Strub ist klar: «Ohne die Grosszügigkeit bei den Sach- und Geldspenden wäre es für uns schwierig gewesen». Auch versicherungsmässig sehe es gut aus.

Notstallungen standen schnell

In der Zwischenzeit ist man auf dem Horn-Hof nicht untätig geblieben: Die Trümmer des niedergebrannten Gebäudes wurden inzwischen weggeräumt. Und auch die Tiere haben eine Unterkunft gefunden. Einige wurden fremdplatziert, «und nachdem der Kanton sein o.k. gegeben hatte, konnten wir uns daran machen, die Notstallungen für die Kühe und Rinder zu bauen», erzählt Strub. Diverse Unternehmen haben beim Bau mitgewirkt, und da das Wetter mitgespielt hatte – der Schnee liess auf sich warten – waren die Stallungen vis-à-vis der bestehenden Weidescheune 300 Meter oberhalb des Horn-Hofes oben auf der Krete gegen Ende November fertiggestellt. «Fünf Tage später, am 28. November, konnten wir die Tiere dort unterbringen. Sie fühlen sich wohl in ihrer neuen Behausung, und seither haben bereits drei Kühe gekalbt», berichtet der Pächter des Horn-Hofes stolz.

Auch bezüglich des Wiederaufbaus herrscht inzwischen Klarheit: «Am 17. Dezember hatten wir eine Sitzung hier in der Baubaracke beim Horn-Hof zusammen mit Vertretern der Armasuisse. Sie haben uns zugesichert, dass der Staatsbetrieb als Eigentümerin den Hof wieder aufbauen will». Ein Zeitplan existiere noch nicht, hält Paul Strub fest. Dieser könne erst erstellt werden, wenn die amtlichen Bewilligungen vorlägen, und dies könne wohl dauern. Die Bewilligungen seien notwendig, da das Gebiet, in dem der Horn-Hof stand, mitten in der Jura-Schutzzone liegt.

Zuerst Konzept erarbeiten

Bevor man mit Bauen beginnen könne, müsse aber ein Konzept erarbeitet werden, an welchem Agronomen, Agraringenieure, Bauernverbandsvertreter, Vertreter des Solothurnischen Bauernsekretariats, Vertreter des Gewässerwirtschaftsamts und eben jene der Armasuisse mitwirken. «Ziel ist es, einen Bauernhof mit Stallungen auf die Beine zu stellen, wo man langfristig wirken kann. Schliesslich werde ich in vier Jahren pensioniert, und meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger muss in der Lage sein, hier oben wieder optimal einen Betrieb führen zu können», erklärt der Pächter.

Dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann, dessen ist sich Paul Strub bewusst. «Meine Familie und ich, aber auch die Vertreter der Armasuisse, gehen davon aus, dass es mindestens zwei Jahre dauert, bis der Hof wieder steht». Trotzdem: Er bekennt, es ginge ihm und seiner Familie gut, und er werde sich noch schriftlich bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken.