Wolfwil
Es kam zu «Überlastungssituation»: Veranstalter zieht nach Technoparty Bilanz

Eine Woche nach der grossen Technoparty «Sonic» in Wolfwil zieht der Veranstalter Bilanz.

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Sonic Techno Party
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Sonic

Sonic Techno Party

Liliane Holdener

Ein paar hundert Leute waren vergangene Woche vergebens nach Wolfwil an die Adresse Industrie Bännli 21 gepilgert. Die «Sonic» (Engl. «Schall»), die grösste Techno-Party der Region, stand auf der Agenda. Richtig gelesen: Ein paar hundert wollten bei Status «ausverkauft» noch hinein. Doch der Organisator zeigte aus Sicherheitsgründen kein Pardon. Hingegen hatten insgesamt 6700 Personen (Durchlauf) Glück, weil sie die Tickets im Vorverkauf ergattert hatten oder aber rechtzeitig erschienen waren. Zum Vergleich: Wolfwil hat laut Angaben des aktuellen Solothurner Staatskalenders 2190 Einwohner.

Wieso fand die Riesenparty mit 300 Helfern ausgerechnet in Wolfwil statt, und dies bereits zum vierten Mal? Man habe damals aufgrund der Renovationsarbeiten in der St.-Jakobshalle Basel den Standort wechseln müssen. «Wir kannten die Liegenschaft, denn da war früher unser Firmenlager», so Rolf Arnet vom Veranstalter Hannibal Events in Aarburg. Zudem sei Wolfwil zentral gelegen, von den Autobahnausfahrten Rothrist und Egerkingen schnell zu erreichen. Zwar seien im ersten Jahr in Wolfwil nicht so viele Leute gekommen, denn «Basel ist logischerweise bekannter als Wolfwil». Allerdings habe sich in der Szene schnell herumgesprochen, wie toll die Location im «Bännli» sei, und so wurden es jedes Jahr mehr Besucher, die jeweils aus der ganzen Schweiz und dem angrenzenden Ausland ins Gäu pilgerten.

Rolf Arnet

Rolf Arnet

Es kam zu «Überlastungssituation»

Doch ein Detail war Arnet bislang nicht bekannt: In den Stunden während und nach der Party war es in der Anlage des Abwasserverbandes Ara Aaregäu Wolfwil-Fulenbach zu einer Überlastungssituation des Beckens gekommen (siehe Box unten ). Dies rührt von den fünf WC-Wagen her, die auf dem Gelände direkt an die Kanalisation angeschlossen waren. Ein solcher Wagen ist sieben Meter lang und beinhaltet mehrere WCs. Bei den restlichen Anlagen habe es sich um chemische Toiletten gehandelt, wie Arnet ausführt. Doch der guten Bilanz der diesjährigen Technoparty tut dies kein Abbruch. «Nach Rücksprache mit Gemeinde und Polizei bin ich sehr zufrieden», sagt Arnet. Die nächste «Sonic» in Wolfwil ist am 2. November 2019 gesetzt.

Die Veranstalterin Hannibal Events gehört der Arnbeg Holding GmbH in Aarburg an, deren Schwesterfirma, die Trendfabrik GmbH wiederum für das Oktoberfest im Gäupark verantwortlich ist.

Situation Ara Aaregäu

Sämtliche Richtlinien seien zwar eingehalten worden, dennoch sei es vor einer Woche in der Anlage der Ara Aaregäu zu einer «Überlastungssituation» gekommen. Deutliche Worte des Klärmeisters Martin Bleuer gegenüber den Delegierten des Abwasserverbandes Ara Aaregäu im Restaurant Eintracht Wolfwil. Grund für die temporäre Überlastung war tatsächlich die grosse Techno-Party vom letzten Samstag. Laut Bleuers Angaben ist die Anlage für etwa 6000 Personen konzipiert.

Nachdem sie dies zur Kenntnis genommen hatte , wandte sich die Delegiertenversammlung des Abwasserverbandes Ara Aaregäu Wolfwil-Fulenbach dem Tagesgeschäft zu: So stimmte sie der inneren Sanierung Pumpwerks «Mühle» zu. Es handelt sich dabei um die zweite Kredit-Tranche, die für technische Erneuerungen genutzt wird. Die äusseren baulichen Massnahmen wurden bereits in diesem Jahr fertiggestellt. Für das Budgetjahr 2019 wurde deshalb ein Unterhaltskredit von 57 000 Franken gutgeheissen. Mit dem Geld sollen im Pumpwerk Elektroinstallationen, Rohrleitungen, Schaltanlagen, die Messtechnik sowie die Prozessautomatisierung erneuert werden. Bei der Erfolgsrechnung der Ara Aaregäu habe man versucht, den Gesamtaufwand auf dem Vorjahresniveau zu halten. Die Betriebskosten belaufen sich auf 378 759 Franken. Die Delegierten stimmten der Kostenaufteilung laut Verteilerschlüssel zu. Hiernach übernimmt die Gemeinde Wolfwil rund 212 000 Franken, und für Fulenbach fallen rund 173 000 Franken an.

Die Ara Aaregäu steht noch bis Ende 2019 im Dienstleistungsvertrag mit der Ara Gäu. Dieser beinhaltet, dass die Ara Aaregäu zu 85 Stellenprozent mit Personal der Ara Gäu betreut wird. So kommt es, dass Martin Bleuer als Klärmeister beim Zweckverband Ara Gäu in Gunzgen angestellt ist. . (my)

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