Das idyllisch am Wolfwiler Aarelauf liegende Patrizierhaus an der Fahrstrasse 15, in dem bis 2003 der Gasthof zum Kreuz geführt wurde, ist in neuen Händen. Gekauft hat es der Thaler Unternehmer und Musiker Ralph Martens alias Martin Jaggi. Er wohne bereits seit zwei Monaten mit seiner Lebenspartnerin Ursula Wenk in diesem Haus. «Es ist einfach der Hammer», sagt Jaggi schon fast euphorisch. Die Wohnung im Obergeschoss werde vom Freund seiner Mutter belegt. Sein Haus in Laupersdorf habe er verkauft.

Aus der Zeitung erfahren

Erworben hat Jaggi das geschichtsträchtige Haus von Gebhard Bürke, der die Liegenschaft vor 15 Jahren gekauft und 2003 in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege renoviert und dort seither als Naturheilpraktiker tätig war. Zum Verkauf ausgeschrieben hatte Bürke das zehneinhalb Zimmer grosse Haus mit einer Wohnfläche von rund 400 m2 und einem Umschwung von fast 3000 m2, weil ihm das Ganze zu viel geworden war. Der Verkaufspreis wurde damals mit 2,4 Mio. Franken beziffert.

Über den Kaufpreis will Jaggi nicht reden, das sei Privatsache. Auf die Liegenschaft in Wolfwil aufmerksam geworden war er durch einen im Juli 2017 in dieser Zeitung erschienenen Artikel. «Meine Lebenspartnerin und ich haben schon lange nach einem Anwesen an ruhiger Lage gesucht.» Nach einem solchen oder ähnlichen Objekt, wie etwa einem alten Bauernhaus, habe er auch im Thal Ausschau gehalten, aber nichts Passendes gefunden.

Wohnen steht im Vordergrund

«Nach der ersten Besichtigung der Liegenschaft in Wolfwil haben wir uns sofort in das Haus und seine wunderschöne Umgebung verliebt», erinnert sich Jaggi. Nun hier zu Wohnen und zu leben, sei wie ein Traum. «Wir haben unser Paradies gefunden», sagt der 53-Jährige. Damit dies so bleibt, soll das Anwesen ausschliesslich für Wohnzwecke genutzt werden.

Nicht geplant sei deshalb, das Gelände der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Events und Seminare des von ihm geführten Energieparks in Laupersdorf seien jedoch durchaus denkbar. Allerdings ohne Unterbringung der Teilnehmer, dafür sei das Haus zu klein. Vielleicht gebe es auch einmal einen Tag der offenen Tür, an welchem Haus und Garten besichtigt werden könnten.

Konkret darüber nachdenken möchte Jaggi allerdings nicht, denn der neue Wohnsitz im Aaregäu soll kein weiterer Geschäftssitz für den Energiepark oder seine Werbeagentur werden. «Wir wollen hier den Alltag hinter uns lassen und Kraft tanken.» Dazu gehöre auch die Pflege des Barock-Gartens, der mit der Pflanzung von Rosen noch an Schönheit gewinnen soll. Zuständig dafür ist Ursula Wenk. «Sie hat einen grünen Daumen», erklärt Jaggi.

Scheune soll restauriert werden

Am von 1740 bis 1743 vermutlich von Pablo Pisoni erbauten Haus soll nichts verändert werden, verspricht Jaggi. Historisch wertvoll ist vor allem das erste Obergeschoss, weil sowohl die Wandtäferung als auch ein Kachelofen noch aus dem 18. Jahrhundert stammen.

Dabei handle es sich um die Hälfte des Kachelofens vom Schloss Neu-Bechburg, wie er erfahren habe, meint Jaggi beeindruckt. Nun will er die Arbeit des Vorbesitzers fortsetzen und das noch nicht restaurierte Bad im Wohnhaus fachgerecht instandstellen. Investieren will Jaggi in den kommenden Jahren auch in den Scheunentrakt, bei welchem ebenfalls die Instandhaltung im Vordergrund stehe.

Wann dies geschehen soll, liess Jaggi offen. «Wir sind erst hier angekommen und wollen zuerst einmal unsere neue Heimat geniessen.»