Etwa ein Dutzend Personen kamen am ersten Informationsabend am Dienstag vorbei, um sich von Lothar Bürgi, Projekt- und Oberbauleiter Grossprojekte, sowie von Dieter Fux, Leiter Oberbautechnik des Amtes für Verkehr und Tiefbau des Kantons Solothurn, zu informieren.

Corina Roth, Präsidentin der Interessengemeinschaft Naturschutz Thal INT, hat sich besonders die ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen im Detail erklären lassen. Ihr Fazit: «Ich bin sehr zufrieden mit dem, was man anstrebt. Nämlich den bestehenden, sanierungsbedürftigen Geschiebesammler des Mümliswilerbaches beim St. Wolfgang vor der Einmündung in den Augstbach neu zu gestalten.» Damit soll der Natur die vom Bauprojekt beanspruchte Fläche wieder zurückgegeben werden. Auch Max Rütti, der sich die Pläne ansieht, ist zufrieden. «Es ist dies das beste Projekt, das uns in all den Jahren vorgelegt wurde.» Man müsse an die Zukunft denken, sagt er weiter. Mit diesem Projekt werde das Thal und insbesondere die Klus mit deren Liegenschaften wieder aufgewertet. «Es werden sicher viele, die aufgrund des Staus das Thal meiden, wieder hierher kommen.» Auch er ist mit den Ausgleichsmassnahmen für die Natur zufrieden. Es sei der Wille der Planer erkennbar, das Beste für die Natur herauszuholen.

Genau diesen Bereich, die Sanierung des Geschiebesammlers, wollten sich ein paar direkte Anwohner auch ansehen. Lothar Bürgi und Dieter Fux beantworteten alle Fragen und konnten die meisten Zweifel beseitigen. Dennoch meint eine Anwohnerin: «So, wie es jetzt ist, ist es schon gut. Die Natur hat sich schon ziemlich viel Gelände zurückgeholt.» Sie erzählt, dass es auf dem schon bestehenden Inseli im Mümliswilerbach blühe. «Ich frage mich, wie es dann ist, wenn das ganze Gebiet renaturiert und damit zugänglicher ist. Kommen dann nicht noch mehr Leute, die dort ihre Freizeit verbringen wollen? Wer kontrolliert das dann?» Vom eigentlichen Verkehrsanbindungsprojekt in der Klus sind sie und ihre Begleitung begeistert.

Ein weiterer Besucher glaubt, dass die Balsthaler Bevölkerung mehrheitlich für die Umfahrung sei. «Knackpunkt wird die Finanzierung sein», ist er überzeugt. «Wenn es eine Volksabstimmung gibt, benötigen wir die Solidarität der Solothurner Bevölkerung.» Und er meint, wenn dieses Projekt nicht zustande komme, sei das Thema generell gestorben.

Thaler Solidarität gefragt

Lothar Bürgi und Dieter Fux wurden an diesem Abend immer wieder auf die Finanzierung angesprochen. «Obwohl es ja in diesem Stadium nicht primär darum geht», so Bürgi. Doch er versteht die Fragen und hat auch einige Antworten parat. Wie man die anderen Thaler Gemeinden zur Mitfinanzierung bewegen könnte, wird gefragt. «Grundsätzlich ist es gesetzlich so, dass die Standortgemeinden für die Finanzierung neben dem Kanton zuständig ist», so Bürgi.

Vom Bund gebe es nur wenig Geld für kleinere Teile des Projekts, da das Thal nicht im Perimeter des Agglomerationsprogrammes des Bundes liege. Seit Beginn der Planung vor zwei Jahren habe man die Kosten für Balsthal von zunächst 14 Mio. Franken auf die Hälfte herunterschrauben können. «Eine finanzielle Beteiligung der anderen Thaler Gemeinden müsste aus meiner Sicht freiwillig sein. Die jeweiligen Gemeindeversammlungen müssten dafür einen Budgetbetrag bewilligen.»

Weitere Abende, an denen Experten im Gemeinderatssaal Balsthal Auskunft geben: Mittwoch, 8. Nov., 17 bis 19.30 Uhr; Donnerstag, 16. Nov., 17 bis 19.30 Uhr; Freitag, 24. Nov., 17 bis 19.30 Uhr.