Pastoralraum Gösgen
«Es gilt loszulassen und Neues zu wagen»

Bischof Felix Gmür hat am Sonntag bei einem Gottesdienst in Niedergösgen den Pastoralraum Gösgen errichtet. In Zukunft werden die Pfarreien Erlinsbach, Lostorf, Niedergösgen, Obergösgen, Stüsslingen/Rohr und Winznau noch enger zusammenarbeiten.

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«Auf Pastoralraum-Errichtungstournee»: In Niedergösgen erhielt Bischof Felix Gmür ein jugendliches Präsent zur Erinnerung. bfn

«Auf Pastoralraum-Errichtungstournee»: In Niedergösgen erhielt Bischof Felix Gmür ein jugendliches Präsent zur Erinnerung. bfn

Am Sonntag errichtete Bischof Felix Gmür in einem feierlichen und lebendigen Gottesdienst in der Schlosskirche Niedergösgen den Pastoralraum Gösgen. Künftig werden die Pfarreien Erlinsbach, Lostorf, Niedergösgen, Obergösgen, Stüsslingen/Rohr und Winznau pastoral noch enger und verbindlicher Zusammenarbeiten. Nach einem Apéro waren alle Mitfeiernden zum Mittagessen in die Pausenhalle der Schule eingeladen.

Schon beim Einzug der Mitwirkenden in die voll besetzte Schlosskirche spürte man, dass hier etwas Besonderes im Gang war. Neben rund 40 Ministranten zogen auch Vertreterinnen und Vertreter aus den sechs Pfarreien des Pastoralraums in die Kirche ein.

Gefolgt wurden sie von Religionspädagoginnen und -pädagogen, sowie den Seelsorgenden, Diakonen, Priestern und Bischof Felix Gmür. Die vereinigten Kirchenchöre von Erlinsbach, Niedergösgen und Winznau sagen dazu «Singe meine Seele», ein bekanntes Lourdeslied. Begleitet wurde der Chor durch Streicher, Bläser und an der Orgel durch Bob Newson. Die Gesamtleitung lag bei Georges Regner, Chorleiter von Winznau.

Lebendiger Gottesdienst

Die Pfarreivertreterinnen und -Vertreter trugen Weihwasser aus ihren Pfarrkirchen mit in die Kirche und gossen es vor dem Altar in eine Glasschale, dies als sichtbares Zeichen für das engere Zusammengehen der Pfarreien.

Ferner trugen sie auch das Ewige Licht aus ihrer Kirche mit. Sie entzündeten je eine Schwimmkerze und setzten diese auf das Wasser. Diese sechs Kerzen symbolisierten die Pfarreien. Überhaupt war der gesamte Gottesdienst durch Lebendigkeit und ein aktives Mitwirken von Freiwilligen aus den Pfarreien geprägt.

So begrüssten zwei Jugendliche aus Winznau den Bischof und überreichten ihm als Erinnerung an den Festtag ein T-Shirt mit den Wappen der Gemeinden und der Aufschrift «Bischof Felix auf Tournee». Schalkhaft meinten sie, auf der Rückseite des Shirts könne er dann die Daten sämtlicher Errichtungsfeiern im Bistum aufführen.

Zukunft und Vertrauen

In seiner Predigt ging Bischof Felix Gmür auf die Lesungen ein, welche die Kirche für diesen Sonntag vorsah. Diese würden sich für die Errichtung eines Pastoralraums geradezu anbieten, weil es in der ersten Lesung um Zukunft und Vertrauen geht und im zweiten Text um Fülle und Verwandlung.

So sei Abraham 75 Jahre alt gewesen, als Gott zu ihm sagte, er solle losziehen. Gott mutete Abraham zudem zu, loszuziehen, ohne dass dieser das Ziel kannte. Abraham ging und glaubte, dass es gut für ihn sei. Er glaubte, dass er trotz seines Alters eine Zukunft habe.

So wie Abraham seien auch die Pfarreien und Kirchgemeinden losgezogen und hätten gewisse Dinge abgegeben. Bischof Felix Gmür meinte ferner, dass er nur zu gut wisse, wie schwer dies falle.

Gerade im Kanton Solothurn, wo die Gemeindeautonomie hoch gehalten werde, sei zudem die Bildung eines Zweckverbandes für die Kirchgemeinden ein grosser Schritt. So habe der Pastoralraum Gösgen abrahamistische Züge angenommen und gewisse Dinge abgegeben. Wer aber bereit sei zu verzichten, werde letztlich mehr erhalten, hielt Bischof Felix Gmür fest. So könne der Pastoralraum Gösgen da sein, um das Licht des Glaubens weiterzugeben.

Beginn eines neuen Weges

In einem kurzen und sehr schlichten Akt errichtete der Bischof nach der Predigt den Pastoralraum und setzte mit einem Handschlag die Seelsorgenden in ihr Amt ein. In seiner Ansprache am Schluss des Gottesdienstes blickte Beat Fuchs als Präsident des Zweckverbandes auf die lange Vorbereitungszeit zurück.

Man habe Lösungen gesucht, manchmal auch darum gerungen und gestritten, letztlich aber immer Kompromisse und Wege gefunden. Die Errichtungsfeier sei aber nicht der Abschluss eines Projektes, sondern der Beginn eines neuen Weges, betonte Fuchs. Es gelte nun das, was zu Papier gebracht wurde, in der Praxis auch umzusetzen und dies werde noch einiges abverlangen. Gefragt seien hier aber nicht nur die Seelsorgenden, sondern alle Pfarreiangehörigen. Es gelte auch loszulassen und Neues zu wagen.

Nach dem Festgottesdienst wurden die Teilnehmenden ganz im Zeichen der pfarreiübergreifenden Zusammenarbeit von der Musikgesellschaft Obergösgen mit einem fröhlichen Ständchen in der Pausenhalle zum Apéro begrüsst.

Dort fand dann auch das Mittagessen statt. Eingeladen waren alle Pfarreiangehörigen der sechs Pfarreien und so verbrachten über 300 Personen noch gemütliche Stunden bei immer schönerem Wetter. (bfn)

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