Bis Ende November konnten Einsprachen betreffend der Verkehrsanbindung Thal eingereicht werden. Die Umfahrung in der Klus ist seit Jahren in Planung. Aber noch immer konnte keine Lösung präsentiert werden, die alle zufriedenstellt. 28 Einsprachen gingen gesamthaft bei der Einwohnergemeinde Balsthal und dem kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau ein.

4 davon sind Sammeleinsprachen, weitere 4 stammen von Verbänden. Über 2 dieser Einsprachen, diejenigen des VCS Solothurn und der Bürgerinitiative «Läbigi Klus», hat diese Zeitung bereits berichtet. Weitere 2 gingen von der Umweltschutzorganisation WWF Solothurn in Absprache mit dem VCS und vom Verein UmverkehR ein, der sich für eine zukunftsfähige Mobilität einsetzt.

WWF fordert Nachbesserungen

Die Einsprache des WWF beläuft sich grösstenteils auf drei Punkte. Einerseits beantragt der WWF, dass die aktuellen Zahlen der Verkehrszählungen miteinbezogen werden. Aufgrund dieser Zahlen sei die Ausgangslage zur Verkehrsanbindung Thal zu überprüfen. Weiter soll dem Landschaftsschutz durch ein Gutachten zur Beeinträchtigung des Bundesinventar-Gebietes der schönsten Landschaften der Schweiz und des im Bundesinventar der schützenswert eingetragenen Ortsbilder mehr Gewicht zukommen.

Zudem sei der Umweltbericht bezüglich der Fauna und Flora zu vervollständigen. «Mit der geplanten Umfahrungsstrasse wird das Erscheinungsbild der Klus nachhaltig negativ geprägt», heisst es in der Einsprache. Dies einerseits dadurch, dass im betroffenen Gebiet mehrere Schutzzonen lägen, andererseits auch dadurch, dass die Umfahrung durch das Viadukt sehr dominant in Erscheinung treten würde.

Weiter heisst es in der Einsprache, der Lebensraum von mehreren seltenen Tier- und Pflanzenarten würde durch das Strassenprojekt in erheblicher Weise beeinträchtigt. Deshalb fordert der WWF eine Vervollständigung des Umweltberichtes, der diese Situation nicht genügend berücksichtige.

Auf diese Punkte machten auch bereits der VCS und die Bürgerinitiative aufmerksam. «Anders als der VCS stellt die Umweltschutzorganisation das Projekt jedoch nicht grundsätzlich infrage, fordert aber eine genaue Planung zur Sicherstellung der Landschaft rund um den Naturpark Thal», sagt WWF-Geschäftsführerin Melanie Martin.

Gespräche sollen klären

Erfreulich sei, laut Projektleiter Lothar Bürgi, jedoch, dass diverse Einsprachen nach der öffentlichen Planauflage des Projekts in dieser Form ausblieben. «Pro Natura oder der Heimatschutz befürworten anscheinend die neue Umfahrung», vermutet Bürgi. Auch von Privatpersonen gingen mehrere Einsprachen ein, hauptsächlich von Anwohnern, die von der neuen Umfahrung direkt betroffen wären.

Bürgi ist sich jedoch zuversichtlich, dass im Gespräch mit den Eigentümern eine gute Lösung gefunden werden kann. «Sicherlich gibt es noch viele Missverständnisse», sagt Bürgi. «Aber nur, wenn man miteinander spricht, kann man eine Vereinbarung treffen.»

Diese Zusammenkunft werde nach Einsicht aller Einsprachen und nach Erstellung etwaiger ergänzender Unterlagen in den nächsten Monaten stattfinden. Die Gespräche mit den Verbänden werden indes aber schwieriger, vermutet Bürgi: «Der VCS hat eine Null-Haltung. Da wird sich wohl kein gemeinsamer Nenner finden.»