Balsthal
Es gibt neue Holzschindeln für den Polizeiposten

In Balsthal wird ein altes Handwerk ausgeübt. Fassadeneindeckung mittels kleiner Fichtenholzschindeln. Derzeit wird die Liegenschaft, in dem der Polzeiposten untergebracht ist, eingekleidet.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Holzschindeln Balsthal
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Mit solchen kleinen Holzschindeln wird die West-Fassade des Polizeipostens neu eingedeckt.

Holzschindeln Balsthal

Fränzi Zwahlen-Saner

Seit rund drei Wochen ist die Westfassade der Liegenschaft Falkensteinerstrasse 10 in Balsthal, dort wo der Polizeiposten untergebracht ist, eingerüstet. Hier wird eine sensible Arbeit erledigt: Die gesamte Fassade wird mit neuen kleinen Holzschindeln eingedeckt.

Das Haus, in welchem um 1788 eine Cotonnefabrik untergebracht war und das danach als Amtshaus benutzt wurde, steht unter Denkmalschutz. Es verfügt über einen kleinen Vorgarten, dahinter ist ein gepflästerter Innenhof zu finden und im angrenzenden Gebäude war früher Bezirksgefängnis untergebracht. «Ein dreistöckiger, frühklassizistischer Bau», heisst es im Kunstführer für den Kanton Solothurn.

Das Gebäude gehört dem Kanton Solothurn. David Brunner, von der Abteilung Projektrealisierung beim Hochbauamt erklärt, dass das Ensemble seit 1894 im Besitz des Kantons Solothurn ist. Und er weiss: Die letzte Schindeleindeckung an der Westfassade ist im Jahr 1967 letztmals ersetzt worden. Nun ist es wieder so weit: Die alten Holzschindeln seien verwittert gewesen und mussten daher
erneuert werden, sagt der Dachdecker-Polier Peter Millonig, der die Arbeitstelle leitet. Im Durchschnitt arbeiten drei Mann auf dem ungewöhnlichen Arbeitsplatz. Zunächst habe man das alte Material wegnehmen müssen. Dann seien die gleichen Holzschindeln, wie sie früher verwendet wurden, bestellt worden und diese werden nun angebracht. «Die Schindeln werden aus Fichtenholz hergestellt und stammen aus der Schweiz», sagt Millonig.

Verarbeitet werden zum Teil vorfabrizierte Schindelbahnen, die dann pro Schindel jeweils mit einem Nagel an die zuvor angebrachten, horizontal liegenden Holzbretter genagelt werden. Es sei eine nicht alltägliche Arbeit, meint Fachmann Millonig noch. «Doch hin und wieder kommt es schon vor, dass solche Holzschindeln benötigt werden.» Eine solche Fassade sollte rund 30 Jahre, also eine Generation lang halten, sagt er noch.

Um an diesem Haus Renovationen durchführen zu können, werde stets mit der Kantonalen Denkmalpflege zusammengearbeitet, sagt David Brunner. Als historisch geschütztes Kulturdenkmal ist es so zu unterhalten, dass sein Bestand gesichert ist.