Mümliswil-Ramiswil
Erstmals seit 2009 wieder Eigenkapital gebildet

Dank höheren Steuereingängen bei den natürlichen Personen und Budgetdisziplin schliesst die Rechnung der Einwohnergemeinde mit einem Plus von 554'373 Franken ab.

Erwin von Arb
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Mümliswil konnte den Bilanzfehlbetrag per Ende 2015 vollständig abbauen.

Mümliswil konnte den Bilanzfehlbetrag per Ende 2015 vollständig abbauen.

eva

Nur gerade 15 Stimmberechtigte fanden am Montagabend den Weg in den «Ochsen»-Saal, um dort über die Rechnung 2015 der Einwohnergemeinde zu befinden. Gemeindepräsident informierte gut gelaunt über die äusserst positive Entwicklung der Gemeindefinanzen im letzten Jahr.

So konnte bei der Laufenden Rechnung 2015 ein Eintragsüberschuss von 554 373 Franken verbucht werden, budgetiert war ein solcher von 69 595 Franken. Zurückzuführen sei dieser positive Abschluss auf den guten Steuerertrag bei den natürlichen Personen, die Budgetdisziplin sowie auf die Erhöhung des Gemeindesteuersatzes auf 133 Prozent, führte Bloch dazu aus.

Wende bei der Soziale Wohlfahrt

Mit 2,1 Mio Franken noch immer sehr stark belastet wird die Rechnung 2015 durch die Beiträge an die Soziale Wohlfahrt. Diese Summe liege zwar knapp 100 000 Franken unter dem Vorjahreswert, aber immer noch 40 000 Franken über dem Budget. Bei den Beiträgen an die Ergänzungsleistungen AHV und IV sei eine steigende Tendenz festzustellen, während sich die Situation bei der gesetzlichen Sozialhilfe etwas stabilisiert habe.

«Wir bekommen die Sache langsam in den Griff», bemerkte Bloch in seiner Funktion als Präsident des Zweckverbandes Sozialregion Thal-Gäu. Dass sich der Anteil der Sozialen Wohlfahrt gemessen am gesamten Steuereingang um 5 Prozent verringert habe, sei aber in der Hauptsache auf die Mehreinnahmen bei den Steuererträgen zurückzuführen, stellte Bloch klar. Aus Verlustscheinen abgeschriebener Steuern konnten übrigens 20 404 Franken verbucht werden. Deren Eintreibung erfolgte durch ein Inkassobüro, wie erwähnt wurde.

Die Investitionsrechnung schliesst bei Ausgaben von 1,973 Mio. Franken und Einnahmen von 272 119 Franken, mit einer Nettinvestition von 1 701 752 Franken ab. Budgetiert waren 1 525 630 Franken. In diesen Nettoinvestitionen ist auch die Vorinvestition zur Finanzierung der Deckungslücke der Solothurner Pensionskasse (PKSO) in der Höhe von 961 856 Franken enthalten. Im grünen Bereich befinden sich die Spezialfinanzierungen. Bei der Wasserversorgung wird ein Ertragsüberschuss von 44 878 Franken ausgewiesen, bei der Abwasserbeseitigung ein solcher von 52050 Franken. Bei der Abfallbeseitigung beträgt der Ertragsüberschuss 10 648 Franken.

Höhere Fremdverschuldung

Per Ende 2015 hat das Finanzvermögen der Gemeinde um 732 184 auf 6,230 Mio. Franken zugenommen. Um 1,047 Mio. auf 7,966 Mio. Franken hat das Verwaltungsvermögen zugenommen. Um 1,44 Mio. auf neu 13,138. Mio Franken zugenommen hat aber auch die Fremdverschuldung — dies vor allen wegen der Aufnahme eines Darlehens für die Ausbalancierung der PKSO, wie Bloch erwähnte.

Dank des Ertragsüberschusses in der Rechnung 2015 von 554 373 Franken konnte der Bilanzfehlbetrag vollständig abgebaut und Eigenkapital in der Höhe von 312 453 Franken gebildet werden — erstmals seit 2009, wie Bloch erfreut bemerkte. «Wäre das Darlehen für die Pensionskasse nicht gewesen, hätten wir glänzend angeschnitten», so Bloch. Nun müsse das Ziel verfolgt werden, das Eigenkapital in den nächsten Jahren auf 1,5 bis 2 Mio. Franken zu erhöhen. «Damit Reserven haben, wenn es mal nicht so rund läuft.

Die Rechnung 2015 wurde von der Versammlung einstimmig gutgeheissen. Ohne Wortmeldung verabschiedet wurden ferner die präzisierten und ergänzten Statuten des Zweckverbandes ARA Falkenstein.