Niederbuchsiten
Erstes Konzert nach Corona: Giovivo kehrte nach langem Warten auf die Bühne zurück

Das Duo Giovivo gab in Niederbuchsiten sein erstes Konzert nach Corona.

Yann Schlegel
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Muriel Zeiter am Klavier und Fabian Bloch am Euphonium boten ein abwechslungsreiches, gut einstündiges Konzert.
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Die Instrumente wurden sorgfältig vorbereitet.
Das Desinfektionsmittel beim Eingang durfte nicht fehlen.

Muriel Zeiter am Klavier und Fabian Bloch am Euphonium boten ein abwechslungsreiches, gut einstündiges Konzert.

Patrick Lüthy

Es war damals, im Dezember: Die Stadtkirche war im Advent bis auf den letzten Platz gefüllt, als Fabian Bloch und seine Partnerin Muriel Zeiter die Bühne betraten. Das Duo Giovivo war geboren – den Oltner Sternschnuppen sei Dank. Ob sie nicht zu zweit für den Kultur-Adventskalender auftreten würden, hatten die Organisatoren sie angefragt. Das Musikerpaar aus Wisen sagte zu. «Giovivo ist ein Feuerwerk an Erlebnissen», sagt Bloch. So verspricht der Name – Gioia (Freude) und vivo (lebendig) – Lebensfreude. Diese versprühen Bloch und Zeiter mit einer Vielfalt an Instrumenten, die sie mit auf die Bühne nehmen. Die gebürtige Walliserin spielte in ihrer Kindheit Querflöte, Saxofon und Geige – heute ist sie Pianistin. Auch Bloch beherrscht, abgesehen vom Euphonium, die Basstrompete, das Alphorn und das Klavier. Nach dem «fantastischen ersten Auftritt», erinnert sich Bloch an die Sternschnuppe, wollte das Duo eine Frühlingstournee starten. Doch der Lockdown verhinderte diese.

«Am Anfang war es schon ein Schock – das ganze Kartenhaus brach zusammen», sagt Bloch. Alles war auf unbestimmte Zeit hinaus abgesagt. Für die Musiker bedeutete dies ein grosses Loch. «Die Konzerte fehlten mir extrem», sagt Bloch, bevor er nach rund drei Monaten in Niederbuchsiten wieder eine Bühne betritt. «Vor Publikum zu spielen, ist, was ich am liebsten mache.» Zwar vernetzten sich Fabian Bloch und Muriel Zeiter über das Internet mit Berufskollegen aus der ganzen Welt und gaben in dieser Zeit auch ein Online-Livekonzert. Nur fehlte dabei etwas: «Die Stille nach dem Stück war komisch – die Rückmeldung fehlt», sagt Bloch.

Existenziell bedroht waren Bloch und Zeiter durch den Coronastillstand nicht. Rückhalt gab beiden der Lehrerjob, der sich ebenso ins Internet verlagerte. An den Online-Unterricht gewöhnte sich Bloch mit der Zeit. Aber auch dieser sei «nicht ganz befriedigend», sagt er. «Gewisse Schüler haben mehr geübt, für andere war es aber sehr schwierig, weil der persönliche Kontakt fehlte», berichtet Bloch von seinen Erfahrungen. Der Euphonist übte für sich «wie immer», um bereit zu sein, wenn es weitergeht.

Gestern Sonntag ging es weiter: Im Saal unterhalb der Kirche Niederbuchsiten kehrte Giovivo auf die Bühne zurück. Sie waren mit Blick auf die nach wie vor geltenden Einschränkungen aber vorsichtig. «Wir haben nicht gross Werbung gemacht», sagt Bloch. Das Duo spielte und präsentierte dabei verschiedene Instrumente, teilweise aus der Folkloremusik der Schweiz. Besucht wurde der Anlass von etwa 45 Personen, beim Eingang wurden deren Adresse und die Telefonnummer notiert. Das Publikum freute sich sichtlich auf das langersehnte Konzert.