Thal

Erste Bewilligung eingetroffen: Jetzt fehlt noch die Baubewilligung für die Zäune der Wisente

Eine Bewilligung ist beim Wisent-Verein eingetroffen und zwar jene zur Wildtierhaltung. (Archivbild)

Eine Bewilligung ist beim Wisent-Verein eingetroffen und zwar jene zur Wildtierhaltung. (Archivbild)

Rund ein Jahr nach den Gesuchs-Eingaben hat der Verein Wisent Thal eine erste Bewilligung: Zur Wildtierhaltung

Freude herrscht – beim Verein Wisent Thal. Nach sage und schreibe gut einem Jahr liegt erstmals die Bewilligung einer kantonalen Behörde – oder zumindest der Entwurf dazu – vor. Es handelt sich um die Bewilligung für die «gewerbsmässige Haltung von Wisenten», ausgestellt vom Veterinärdienst des Amtes für Landwirtschaft des Kantons Solothurn, präzisiert der Präsident des Vereins, der frisch wieder gewählte CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt, Gemeindepräsident von Herbetswil.

Doch die Wisent-Freunde sind sich das Warten gewohnt, denn für ihr Projekt braucht es einen langen Atem. Mit der in Aussicht gestellten Halterbewilligung sind nämlich noch längst nicht alle Gesuche bewilligt.

Erster Entwurf für eine Halterbewilligung

«Nun liegt ein erster Entwurf für eine Halterbewilligung auf dem Tisch, doch das bedeutet noch nicht, dass wir den Zaun für die Tierhaltung auch bauen können», gibt sich Müller-Altermatt vorsichtig. «Dafür brauchen wir noch die Baubewilligung der Gemeinden, welche vom Kanton vorgeprüft wird. Weil aber die Baubewilligung stets an die Haltebewilligung geknüpft ist, und wir ja tatsächlich grösstenteils nur Zäune, mit zwei Ausnahmen ganz normale Elektrozäune bauen wollen, wie sie überall in der Landschaft vorkommen, sind wir sehr optimistisch, dass wir auch diese bald einmal in den Händen halten werden», so Müller-Altermatt.

Einsprachen müssen noch behandelt werden

Noch sind aber die Einsprachen gegen das Baugesuch nicht alle vom Tisch. «Rund 30 davon sind in Welschenrohr und in Balm eingereicht worden», so Müller-Altermatt. Und er präzisiert: «Tatsächlich ist das für mich der relevante Teil. Es geht ja nicht einfach darum, eine Bewilligung zu erhalten, sondern darum, einen Weg zu finden, wie das Projekt in der Region akzeptiert werden kann.» Und genau dafür sei es eben gut, müsse man mit den Einsprechern reden. Denn genau das wolle man ja sowieso. Unter den Einsprechern finden sich Anstösser (Landwirte), Jäger, Forstbetriebe. «Bei diesen habe ich vollstes Verständnis, haben sie eine Einsprache gemacht», sagt der Vereinspräsident.

Müller-Altermatt meint, das Einspracheverfahren und damit die Diskussion um das Projekt könne auch Türöffner für die Wisente sein. Man sehe diesem Verfahren deshalb sehr positiv entgegen.

Auch der langen Dauer für die erste nun erfolgte Bewilligung kann der Vereins-Präsident etwas Positives abgewinnen. «Vielleicht hatte die lange Verfahrenszeit bezüglich der Akzeptanz unseres Projekts auch seine Vorteile. Einerseits konnten dieses Jahr viele Vorbereitungsarbeiten und auch viel Informationsarbeit erledigt werden.» Die Federführung liege beim Amt für Raumplanung. «Ich hoffe sehr, dass wir in den nächsten Tagen wissen, wie es weiter geht.»

Das Wisent-Engagement hat auf jeden Fall Stefan Müller-Altermatts Polit-Karriere nicht geschadet. Solches war im Wahlkampf immer mal wieder gemunkelt worden. Der Herbetswiler wurde jedenfalls als Nationalrat wieder gewählt. Zwar hat er im Thal rund 700 Stimmen weniger erhalten als noch vor vier Jahren, doch könnte das auch daran liegen, dass andere Thaler Kandidaten, wie beispielsweise Josef Fluri überraschend gut abgeschnitten haben.

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