Thal

Ersatz für Bahn durch den Weissensteintunnel: Gemeinderat zeigt keine Begeisterung für den Eilbus

Die Pendler aus dem hinteren Thal sollen während der Weissensteintunnelsanierung in den Genuss eines Extra-Busses kommen.

Die Pendler aus dem hinteren Thal sollen während der Weissensteintunnelsanierung in den Genuss eines Extra-Busses kommen.

Der Gemeinderat Welschenrohr befasst sich mit dem Bahnersatzbus, der aufgrund der Weissensteintunnel-Sanierung kommen wird. Mit der Lösung ist man nicht zufrienden.

Zum zweiten Mal seit der Coronakrise tagte der Welschen­rohrer Gemeinderat in sicherer Distanz in der Mehrzweckhalle. Und die Coronakrise war dann gleich Thema beim Traktandum «Gesuch um Unterstützung Kindertagesstätten». Gemeindepräsidentin Theres Brunner informierte, dass der Regierungsrat des Kantons Solothurn plant, den Bettagsfranken für die Unterstützung der Kindertagesstätten zu nutzen. Er fragt deshalb die Gemeinden an, einen Betrag von 3 Franken pro Einwohner dafür zu spenden. Für Welschenrohr würde dies die Summe von rund 3000 Franken ausmachen.

2 Franken statt 3 Franken pro Einwohner

In der Diskussion zeigte sich, dass man gewillt ist, eine Spende zu Gunsten der Kitas auszurichten. Allerdings erachtete das Mehr der Anwesenden 2 Franken als ausreichend dafür. Die Gemeinde selbst verfügt über keine solche Betreuungseinrichtung, die nächstliegende ist in Balsthal zu finden. Man möchte lieber Hilfesuchende in der Gemeinde unterstützen, hiess es. Zudem seien für Spenden im Budget 2000 Franken eingesetzt.

Es wurde auch erwähnt, dass man als Nehmergemeinde des Finanz- und Lastenausgleichs solidarisch mit anderen Gemeinden sein solle. Nach intensiver Diskussion beschloss der Rat mit grossem Mehr und bei einer Enthaltung, 2000 Franken für den Bettagsfranken zu Gunsten der Kindertagesstätten zu spenden.

Eilbus nur im Stundentakt möglich

Im Jahr 2018 wurde der Gemeinde in Aussicht gestellt, dass während der rund 1½ Jahre, in denen der Weissensteintunnel saniert werden muss, ein Bahnersatzbus eingesetzt werde. Es war vorgesehen, diesen im Halbstundentakt fahren zu lassen, und zwar ab Welschenrohr via Herbetswil – direkt bis Thalbrücke. Nun wurde die Gemeindepräsidentin vom Amt für ­Verkehr informiert, dass dieser Eilbus nicht wie vorgesehen eingesetzt werden könne. «Der Eilbus kann lediglich im Stundentakt, und dies nur zu Stosszeiten verkehren.» Konkret heisst das, dass ab 5.37 stündlich ein Zusatzbus Richtung Thalbrücke nur mit Halt in Herbetswil Dorf verkehren wird.

Dieser Bus wird jeweils vier Minuten nach der vollen Stunde (Fahrzeit 27 Minuten) in Thalbrücke ankommen. Die Pendler aus dem ­Hinteren Thal gewinnen so acht Minuten Fahrzeit. Gemäss Brunner benötige man somit bis Solothurn 50 Minuten. Der reguläre Bus wird im Einsatz bleiben. Der zusätzliche Eilkurs wird jeweils von Montag bis Freitag verkehren, der Bahnersatzbus ab ­Gänsbrunnen in Richtung Moutier wird jedoch von Montag bis Sonntag betrieben. Der Rat nahm diese Information ohne Begeisterung zur Kenntnis, da die Verkehrsplaner zunächst von einer besseren Lösung gesprochen hätten. Am kommenden 8. Juni soll es weitere Informationen diesbezüglich geben.

Fusion soll Anfang 2021 stehen

Die Fusion zwischen Welschenrohr und Gänsbrunnen soll wie geplant am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Der Gemeinderat befasste sich mit den kommenden Terminen: Am 22. Juni sollen in beiden Gemeinden Gemeindeversammlungen stattfinden, um Eintreten auf die Fusionsabstimmung zu beschliessen. Am 30. August ist die Urnenabstimmung in beiden Gemeinden vorgesehen und am Tag darauf soll der Fusions­antrag beim Kanton gestellt werden.

Im September stellt das Amt für Gemeinden den Antrag, an die Sozial- und Gesundheitskommission des Kantonsrats. Diese wird dann ihren Vorschlag in der November-Session dem Kantonsrat vorlegen und er wird abschliessend beraten. Daraufhin bleiben bis Februar 90 Tage, Frist, zur Einsprache.

ichtsdestotrotz könnte dann die Fusion rückwirkend auf den 1. Januar rechtskräftig werden, sofern keine Einsprache eingeht. Finanzkommissionspräsident Beat ­Allemann erklärte, dass man bei der kommenden Budgetplanung von einer Fusion ausgehe. Die Planung wird ab September zusammen mit Vertretern aus Gänsbrunnen erfolgen. Der Gemeinderat ist mit diesem Vorgehen einverstanden.

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