Härkingen
Eröffnung von Kunstvernissage mit «Tatort»-Kommissar Charles Brauer

Eisenplastiker Rudolf Tschudin stellt in der Alten Kirche seine Werke aus. Zur Eröffnung kommt auch der ehemalige «Tatort»-Kommissar Charles Brauer.

Erwin von Arb
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Schauspieler Charles Brauer, bekannt aus der TV-Serie «Tatort» (l.), wird die Vernissage von Rudolf Tschudin mit Wortspielen bereichern.

Schauspieler Charles Brauer, bekannt aus der TV-Serie «Tatort» (l.), wird die Vernissage von Rudolf Tschudin mit Wortspielen bereichern.

Bruno Kissling

«Ich habe mir sehr viel Zeit genommen bei der Auswahl der Werke», sagt der Sissacher Künstler Rudolf Tschudin mit Verweis auf die sakrale Atmosphäre der Alten Kirche in Härkingen. In einem ehemaligen Gotteshaus auszustellen, sei für ihn etwas Besonderes und erfülle ihn mit Respekt, so der Eisenplastiker. Werke mit provozierendem Charakter seien für diese Ausstellung nicht infrage gekommen.

Rudolf Tschudin ist gelernter Metallbauschlosser und arbeitet seit 1986 als freischaffender Künstler. Zu den bevorzugten Materialien des Basellandschaftlichen Kulturpreisträgers von 2013 gehören gewalztes Blech, Profilstahl, Nieten, Schrauben sowie andere Halbfabrikate aus Stahl, Cortenstahl oder Inox. Daraus stellt Tschudin Plastiken in verschiedensten Grössen und Formen her. Seinen Durchbruch als Eisenplastiker schaffte er im Jahr 1987 mit Kissen aus gewalztem Blech, die mit ihren mittels Luftdruck geschaffenen Falten an Stoffkissen erinnern.

Diese Kissen aus Stahlblech gehören zum Markenzeichen von Rudolf Tschudin.

Diese Kissen aus Stahlblech gehören zum Markenzeichen von Rudolf Tschudin.

Bruno Kissling

Von der Alten Kirche fasziniert

Solche Kissen sowie andere auf diese Weise geschaffene Objekte platzierte Tschudin neben weiteren Skulpturen Mitte dieser Woche als Bestandteil seiner Ausstellung im Aussenbereich der Alten Kirche. Dies als Ergänzung zur seit Anfang September vor der Kirche aufgestellten Installation «Où est la mer» mit auf Stelzen stehenden Schiffchen. Diese war dort installiert worden, um auf die anlaufende Ausstellung in der Alten Kirche hinzuweisen. Für sein Gastspiel im Gäu sorgte Tschudin übrigens selbst. «Als ich vor zwei Jahren hier eine Ausstellung besuchte, war ich von der Örtlichkeit so fasziniert, dass ich anfragte, ob ich hier ausstellen darf.» Bei Judith Nussbaumer und Martin Heim vom Verein Alte Kirche Härkingen rannte der Künstler offne Türen ein. Präsident Martin Heim kam ob den Ausstellungsobjekten in der Kirche ins Schwärmen.

Bei der von Tschudin getroffenen Auswahl der Kunstwerke ist zwar die vom 57-Jährigen erwähnte Ehrfurcht vor der sakralen Umgebung spürbar, ohne dass die Ausstellung deswegen an Attraktivität verliert. Im Gegenteil: Die mit Blech und Draht gefertigten Werke harmonieren in besonderer Weise mit dem Innenraum der Alten Kirche und verleihen ihm eine ebensolche Ausstrahlung. Zum Ausdruck kommt dies speziell im Chorraum, wo eine mit farbigen Plättchen gespickte Wolke aus Stahldraht über einer Zweitauflage «Où est la mer» schwebt. Rechts davon ragt filigran ein Turm aus Stahldraht rund vier Meter in die Höhe. Tschudin überrascht mit weiteren spannenden Objekten, darunter mit an Amphoren erinnernde Feuerfiguren, Wandbildern und Hohlkörper aus alten Blechfässern, mit Köpfen von Nashörnern sowie anderem mehr. Viele Objekte lassen dem Betrachter bei der Definition bewusst viel Spielraum, wie Tschudin bemerkt.

Vernissage mit «Tatort»-Kommissar

Speziell ist nicht nur die sehenswerte Ausstellung von Rudolf Tschudin, sondern auch deren Eröffnung durch den ehemaligen Tatort-Kommissar Charles Brauer. Der 82-jährige Schauspieler, der seit über 30 Jahren im Kanton Basel-Landschaft wohnt, wird an der Vernissage von Freitagabend um 19.30 Uhr das Publikum mit Wortspielen unterhalten. Sein Auftritt in Härkingen sei ein Freundschaftsdienst für Rudolf Tschudin, den er schon seit Jahren kenne, sagt Brauer.

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