Nach 2006, 2009 und 2013 unternimmt die Einwohnergemeinde Egerkingen einen weiteren Versuch, den obersten Teil der etwa 2 Kilometer langen Zufahrtstrasse zum Restaurant Blüemlismatt zu asphaltieren. Konkret geht um die letzten 550 Meter der Blüemlismattstrasse vor dem gleichnamigen Restaurant, beginnend bei der ersten der zwei 180-Grad-Kurven. Dieses teils sehr steile Strassenstück ist sehr unterhalts- und damit kostenintensiv, wie Bauverwalter Markus Thommen auf Anfrage erklärt. Zu Schäden kommt es im Mergel-Zementbelag der Strasse vor allem durch abfliessendes Regen- oder Schmelzwasser.


Senkung der Kosten im Visier

Dieses Jahr fielen die Belagsschäden wegen des milden Winters nicht so massiv aus, wie in den Vorjahren. Dennoch sieht sich die Einwohnergemeinde in der Pflicht, die Zufahrt zum Restaurant Blüemlismatt sicherzustellen. Allerdings auch verbunden mit der Absicht, die Kosten für den Unterhalt der Strasse zu senken. «Die Strasse ist zwar befahrbar, befindet sich aber nicht in einem wirklich guten Zustand», meint Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi zur aktuellen Situation.

Derzeit laufen in Hintergrund die Vorbereitungen für die Neuauflage des 2013 vom Kanton bewilligten Baugesuchs. 2009 hatte sich der Kanton aus Gründen des Gewässerschutzes noch gegen die Asphaltierung der Strasse ausgesprochen: Nachdem feststand, dass der Ausbau der Strasse keine Auswirkungen auf die in der Nähe befindliche Flüehmattquelle haben wird und der Neudefinierung der Grundwasserschutzzonen bewilligte der Kanton die Asphaltierung des obersten Teilstücks.


Immer wieder verschoben

Aus verschieden Gründen wurde das Projekt 2013 aber nicht realisiert. Etwa, weil man gehofft habe, die ganze Blüemlismattstrasse asphaltieren zu könnten, wie Bartholdi dazu bemerkt. Der Kanton habe inzwischen aber klar signalisiert, dass eine solche Lösung nicht infrage komme, so die Gemeindepräsidentin.

Bei der nun geplanten Asphaltierung kann auf eine Entwässerung verzichtet werden. Diese wird wie im ersten Baugesuch über die Schulter, also über den Belag der Strasse erfolgen. Die Gefahr für die Natur durch aus dem Asphalt ausgewaschene Giftstoffe wird vom Kanton als vernachlässigbar eingestuft. Der Waldboden sei in der Lage, solche Schadstoffe zu absorbieren, hiess es vonseiten des Amtes für Umwelt.


Einfaches Baugesuch genügt

Aufgrund dieser Ausgangslage und im Rückblick auf das bereits 2013 bewilligte Baugesuch habe der Kanton signalisiert, dass für die Asphaltierung des erwähnten Teilstücks der Blüemlismattstrasse ein einfaches Baugesuch ausreicht, sagt Johanna Bartholdi. Für den Ausbau der Strasse wird mit Kosten von 160 000 Franken gerechnet. Der Egerkinger Gemeinderat stellt sich vor, dass die Einwohner- und die Bürgergemeinde und der Pächter des Restaurants je ein Drittel der Kosten übernehmen. Diese Lösung bedarf aber noch der Zustimmung durch die Bürgergemeindeversammlung, welche am 12. Juni über ihren Beitrag in der Höhe von 53 300 Franken wird befinden müssen. Ebenfalls noch ins Boot geholt werden müssen noch der Pächter, respektive der Besitzer des Restaurants.

Blüemlismatt-Wirt Markus Studer reagierte positiv überrascht auf die jüngsten Pläne der Einwohnergemeinde, auch wenn sich die Asphaltierung der gesamten Strasse gewünscht hätte, wie er bemerkt. Zum Kostenanteil wollte sich Studer noch nicht äussern. Gespräche mit der Gemeinde seien aber im Gang.

Johanna Bartholdi hofft auf eine einvernehmliche Lösung, und dass das Baugesuch bis Ende Juni öffentlich aufgelegt werden kann. «Wenn alles wie erhofft klappt, können die Bauarbeiten an der Blüemlismattstrasse im August aufgenommen werden», meint die Gemeindepräsidentin zuversichtlich.