Oensingen
Erneuerbare Energie legt weiter zu

Der Anteil der erneuerbaren Energie liegt in Oensingen mittlerweile bei fast 15 Prozent, zeigt die Energiestatistik.

Werner Stooss
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In neuen Wohnquartieren werden vermehrt Wärmepumpen für die Beheizung der Räume eingebaut.

In neuen Wohnquartieren werden vermehrt Wärmepumpen für die Beheizung der Räume eingebaut.

Hansruedi Aeschbacher

Seit zehn Jahren führt die Gemeinde Oensingen eine Energiestatistik und gibt jährlich dazu einen Energiebericht heraus. Im Jahr 2015 ist eine Zunahme der Energiebilanz festzustellen, was vor allem eine Folge der härteren Witterungsbedingungen gegenüber dem extrem milden Vorjahr ist.

Der Anteil der erneuerbaren Energie stieg dank dem weiteren Ausbau der Fernwärme auf 14,6 Prozent. Die Zahl der Einwohner stieg im gleichen Zeitraum um 173 auf 6379 Personen; die Zahl der Wohneinheiten um 76 auf 2845. Davon sind bis Ende 2015 rund 700 mit einem niedrigen Energie-Standard errichtet worden, was etwa 25 Prozent der Bausubstanz entspricht.

Verändert hat sich auch die Zusammensetzung der Heizanlagen. Stark zugenommen hat die Anzahl der Wärmepumpen von 131 auf 145. Leicht gestiegen ist die Anzahl der ölbefeuerten Anlagen (+2) und der gasbefeuerten Anlagen (+3). Ebenfalls zugenommen hat die Anzahl der Photovoltaikanlagen von 11 auf 13 und der Erdwärmeanlagen von 16 auf 17. Gleich geblieben ist hingegen die Anzahl der Elektroheizungen bei 37 und der Sonnenkollektoranlagen bei 27.

Fernwärme nimmt zu

Abgenommen haben die mit Stückholz oder Pellets befeuerten Anlagen von 76 auf 68. Ferner existieren vier grössere Pelletanlagen und rund 450 Holzöfen oder Cheminées. Aktuell sind in Oensingen etwa 2100 Solarpanels installiert. Die Kollektoranlagen versorgen 51 Wohneinheiten mit Warmwasser; die Anlage der Kreisschule mit 120 Quadratmetern versorgt den Sporttrakt. Erdwärmeanlagen versorgen 59 Wohneinheiten. Besonders günstig auf die Statistik ausgewirkt hat sich das grosse Wachstum der Fernwärme. Ab der Heizzentrale Brüggmatt werden die Netze «Zentrum» und «Bahnhof» mit insgesamt 34 Anschlüssen beliefert.

Die Energiebilanz (Verbrauch minus Produktion) beträgt im Berichtsjahr 109,1 GWh (1 GWh = 1 Mio. kWh); im Vorjahr waren es 103,6 GWh. Diese Zunahme ist witterungsbedingt. Die erneuerbare Energie und ihre Anteile sind in der Tabelle ersichtlich (rechts). Hauptenergieträger sind Energieholz mit 7,34 GWh und Biogas oder Klärgas mit 5,58 GWh Strom und 1,03 GWh Wärme. Der Beitrag zur Solarenergie thermisch mit 0,14 GWh und fotovoltaisch mit 0,80 GWh ist noch bescheiden.

2006 bis 2015 im Vergleich

Um die Werte vergleichen zu können, muss die Energiebilanz mit dem langjährigen Mittel der Heizgradtage (HGT) korrigiert werden, was 3468 HGT entspricht. Diese Bilanz sank in den vergangenen zehn Jahren von 124,2 GWh auf 113,1 GWh (–8,9%). Das Ergebnis zeigt die Wirkung der höheren Wärmedämmung in Oensingen und die erfolgte Effizienzsteigerung bei den Heizanlagen.

Um den Zuwachs von Bevölkerung und Arbeitsplätzen unabhängig zu machen, sind die spezifischen Werte massgebend. Sie stellen die effektiv erreichte Einsparung dar. So sank etwa in den vergangenen zehn Jahren der Stromverbrauch pro Haushalt von 5764 kWh auf 5405 kWh (–6,2%); derjenige pro Arbeitsplatz von 11 676 kWh auf 10 372 kWh (–11,2%).

Die CO2-Emissionen im Gemeindegebiet (ohne Verkehr) nahmen von 16 415 Tonnen auf 11 886 Tonnen ab (–27,6 %).