Erlinsbach SO

Erlinsbach kämpft nicht für die geplante Solaranlage auf dem Kirchdach

Auf dem dach der Kirche St. Nikolaus in Erlinsbach SO sollte eine Solaranlage installiert werden. Dieses Vorhaben wurde nun aufgegeben.

Auf dem dach der Kirche St. Nikolaus in Erlinsbach SO sollte eine Solaranlage installiert werden. Dieses Vorhaben wurde nun aufgegeben.

Auch dem Kirchdach der Römisch-katholischen Kirche Erlinsbach sollte eine Solaranlage installiert werden. Das kantonale Bau- und Justizdepartement machte diesem Vorhaben aber einen Strich durch die Rechnung. Die Gemeinde akzeptiert dies.

Die Römisch-katholische Kirchgemeinde Erlinsbach akzeptiert die Verfügung des Bau- und Justizdepartements (BJD) des Kantons Solothurn und zieht diese nicht weiter. Wie schon die Vorinstanzen hat sich das BJD gegen die Montage von Solaranlagen auf dem Dach der St. Nikolaus-Kirche ausgesprochen.

Vorgesehen war eine Indach-Anlage mit einer Fläche von rund 350 m2 zur Stromproduktion für 14 Haushalte. Die Rechnungsgemeindeversammlung vom 16. Juni beschloss «nach eingehender Diskussion», den Entscheid nicht ans Verwaltungsgericht weiterzuziehen. Die Argumentation des BJD würde auch vom Verwaltungsgericht gestützt, und die Einsprache würde unnötig weitere Kosten verursachen, begründet Kirchgemeindepräsident Ernst Fiechter auf Anfrage.

Bereits am 25. Mai 2012 hatte das Amt für Raumplanung, Abteilung Ortsbildschutz, eine Voranfrage der Kirchgemeinde negativ beantwortet und dies mit dem Ortsbildschutz begründet. Dennoch reichte die Kirchgemeinde am 29. Juli 2013 bei der Bau- und Werkkommission (BWK) ein Baugesuch ein. Gegen dieses ging eine Einsprache ein, die von der BWK im letzten November gutgeheissen wurde.

In ihrer Beschwerde gegen die Ablehnung des Baugesuches schrieb die Kirchgemeinde unter anderem, sie unterstütze den Entscheid des eidgenössischen Parlaments zum Atomausstieg. Das nach Süden geneigte Kirchendach biete sich für eine Photovoltaikanlage geradezu an. Nationale Interessen sollten über einer allzu engen Auslegung des Ortsbildschutzes stehen.

Kanton: «Nicht auf Kulturobjekt»

In seiner Verfügung vom 13. Juni hat das BJD die Argumente der Vorinstanz gestützt. Es räumt zwar ein, ein Augenschein habe ergeben, dass die geplante Anlage vom Dorfplatz aus tatsächlich nicht sichtbar sei. «Indes ist die Wahrnehmung des Ortsbilds – entgegen der Ansicht der Bauherrschaft – nicht nur auf einen einzigen Blickwinkel beschränkt, sondern ergibt sich durch die verschiedenen Aussichten aus der Umgebung.»

Die Kirche St. Nikolaus sei ein «Denkmal von nationaler Bedeutung», und eine Solaranlage würde «auch von weit ausserhalb als Fremdkörper an der historischen Baute sowie im Ortskern wahrgenommen». Solaranlagen dürften gemäss Raumplanungsgesetz «nicht im vom Kanton benannten Schutzzonen oder auf einem Kulturobjekt von kantonaler oder nationaler Bedeutung» erstellt werden. (bw)

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