Wolfwil

Er sucht die direkte Auseinandersetzung

Georg Lindemann sind Bildung und Soziales wichtig.

Georg Lindemann (FDP) ist neu in den Kantonsrat gewählt worden. Dort wird der Wolfwiler in der Geschäftsprüfungskommission tätig sein.

Wenn Georg Lindemann durch Wolfwil fährt, kommt er aus dem Winken kaum heraus. Es gibt Leute, die ihn in den Kantonsrat wählten, weil er immer freundlich grüsse. «Ich habe schon viel gemacht im Thal-Gäu», sagt er, der unter anderem Präsident des Wolfwiler Gewerbevereins, des örtlichen Turnvereins und des Regionalturnverbands war. Weil man ihn kennt in der Region, wird er zuweilen von Vereinen angefragt, ob er eine Veranstaltung moderiere. Und er sagt selten nein.

Denn Lindemann sucht den Kontakt. «Zu Freund und Feind», wie er gut gelaunt im Showroom der Auto Lindemann AG in Wolfwil erzählt, die er vor zehn Jahren von seinem Vater übernahm. Umstandslos bietet er einem das Du an. Der lässig gekleidete 49-Jährige, der stets einen lockeren Spruch auf den Lippen hat, mags unkompliziert. Als er vor vier Jahren Gemeindepräsident von Wolfwil wurde, schaffte er als Erstes unnötigen Briefverkehr zwischen der Gemeindeverwaltung und der Dorfbevölkerung ab: Wer ein Anliegen hat, wird auf die Gemeinde zu einem Gespräch eingeladen. «Es macht die Sache enorm viel einfacher, wenn man einander am Schluss die Hand gibt. Man streitet auf einer anderen Ebene», ist seine Erfahrung. 

Zu Hause ist seine Frau der Chef

Lindemann, der in einer FDP-Familie aufwuchs, engagierte sich früher nie politisch – seine Welt war der Turnverein. «Da kam vor zwölf Jahren ein Telefon, ob ich nicht in den Gemeinderat wolle», erzählt er. Als Unternehmer hatte er Bedenken, sich öffentlich zur FDP zu bekennen. Aber er merkte: «Es kommt darauf an, wie man die Parteizugehörigkeit auslebt – ich bin kein Hardliner.» Dass er der Partei seiner Eltern treu blieb, macht er am liberalen Gedanken fest: «Freiheitliches Denken heisst für mich: Ich lasse andere Meinungen zu und Linke und Rechte zu Wort kommen.» Ihm liegt viel daran, dass die Schweiz ihren Standard halten kann. «Ich möchte, dass wir weiterhin die Freiheit haben, zu sagen, was wir wollen», betont er.

Als Gemeindepräsident habe er einen guten Leistungsausweis vorzuweisen: «Die Natelantenne, die lange ein Thema war, steht.» Das Asylzentrum sei in Betrieb und mit den Gegnern herrsche ein gutes Einvernehmen. Was die Finanzen angehe, schliesse das Dorf gut ab: «Wir werden über eine Steuersenkung diskutieren.» Das Klima im Dorf stimme, resümiert Lindemann. Dies hängt seiner Meinung nach auch mit der Führung zusammen. Er selbst bringe Ruhe in den Gemeinderat, das schaffe Stabilität. Und seine Stärke sei es, zuzuhören. «Meine Frau kann manchmal nicht verstehen, dass ich mich stundenlang den Leuten widme. Aber man erfährt immer Neues.» Die stillen Wahlen in Wolfwil werden ihm eine weitere Legislatur als Gemeindepräsident bescheren.

Den nötigen Ausgleich zu Politik und Beruf gibt ihm seine Familie. «Zu Hause fahre ich runter», gesteht er, da sei seine Frau Corina der Chef. Sie müsse ihm gewisse Dinge tausendmal sagen. «Corina behauptet, sie habe drei Kinder zu Hause, und sie hat recht. Aber ich arbeite daran», gibt er lächelnd zu. Denn daheim falle seine Anspannung ab, er nehme keine Probleme mit. Wenn er gerade einmal nicht zwischen Gemeinde und Geschäft hin und her pendelt, gibt sich Lindemann gerne dem Musikhören hin. «Ich bin ein absoluter Musikfan und habe eine riesige CD-Sammlung», schwärmt er. Von Mozart bis Iron Maiden sei da alles dabei. Der King aber, das ist und bleibt für ihn Elvis.

Im Kantonsrat, das weiss Lindemann bereits, wird er in der Geschäftsprüfungskommission tätig sein. Im Gemeinderat sei sein Steckenpferd die Bildung gewesen. «Und das Soziale interessiert mich, weil ich im Verwaltungsrat der Gäuer Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege bin», fügt er an. Bildung und Soziales werde er auch im Kantonsrat näher beobachten. Denn auf der Gemeinde erlebe er diese Themen tagtäglich und sehe sofort, wie die Leistungen seien: «Ich bin sehr nahe dran.»

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