Aedermannsdorf

«Er ist wenig einladend und in unschönem Licht»: Jugendliche gestalten den Löwenplatz neu

Der Löwenplatz in Aedermannsdorf wurde nicht zum erhofften Begegnungsort. Nun hilft Sammy Deichmann.

Am Löwenplatz hätte sich die Bevölkerung treffen sollen. Jedoch funktionierte er seit der Umgestaltung 2009 nie als Ort der Begegnung, wie Künstler und Einwohner Sammy Deichmann sagt. «Er ist wenig einladend und in unschönem Licht», sagt Deichmann. Schon vor einiger Zeit fragte Aedermannsdorfs Gemeindepräsident Bruno Born bei Deichmann nach Ideen für eine Umgestaltung. Dieser hatte die Idee, Jugendliche in einen Umbauprozess einzubinden. Es sollten mal andere sein, die im Dorf etwas machen.

Deichmann ist ohnehin der Meinung, es brauche dringend neues «Personal», das im Dorf mitmacht. «Oft sind – gerade bei Jungen – fehlende Kenntnisse der politischen Abläufe Grund dafür, dass man sich nicht am Dorfleben beteiligt», sagt Deichmann. Mit dem Löwenplatz-Projekt sollen die Jungen lernen, wie sich etwas in einem Dorf bewegen und verändern lässt und wie im demokratischen System ein Prozess in Gang gesetzt werden kann.

Projekt war im Gemeinderat unbestritten

In einer ersten Phase setzten sich die Jugendlichen des Jugendclubs mit der Frage auseinander, was es braucht, damit der Löwenplatz als Begegnungsplatz besser funktioniert. «Ein Vierteljahrhundert war der Löwenplatz an der Dorfstrasse ein Schandfleck», sagte Gemeindepräsident Born noch 2009 gegenüber dieser Zeitung. Auf dem Löwenplatz hatte einst das Gasthaus Löwen gestanden, das durch einen Brand zerstört wurde. Die Gemeinde installierte viele Jahre nach dem Brand auf der brachliegenden Fläche Kinderspielgeräte und brachte Sitzgelegenheiten an, die jedoch weitgehend ungenutzt blieben. Leben kehrte auf dem Löwenplatz vor allem dann ein, wenn Vereinsanlässe stattfanden.

Dies soll sich nun ändern. «Der Platz soll so gestaltet werden, dass Jugendliche ihn auch benutzen», sagt Deichmann. Sie empfanden den Platz von der Strasse her als zu einsichtig und auch als zu wenig von den Nachbarn abgetrennt. Auch fehle ein Regen- und Sonnenschutz, analysierten sie. Am letzten Kulturtag stellten die Jugendlichen der Bevölkerung ihre Vorschläge vor und passten daraufhin ihr Konzept an.

In diesem Prozess einigten sich die Jugendlichen auf ein paar Massnahmen. Es sind nur leichte Eingriffe, die den Löwenplatz zu einem Treffpunkt machen sollen. So wird etwa die bestehende Buchenhecke erweitert. Auf dem Platz entsteht zudem ein zweiseitig offener Pavillon. Das Projekt sieht zudem eine Beton-Tischtennisplatte und ein paar Sitzgelegenheiten aus Jurasteinblöcken vor. Für besseres Licht wird die bestehende Beleuchtung durch fünf bis sechs Pollerleuchten ersetzt. Ein Kernelement wird eine Feuerstelle inklusive Holzdepot sein, die mit Sitzgelegenheiten aus Jurasteinblöcken eingerichtet wird.

Im Sinne von Deichmanns pädagogischem Ansatz stellten die Jugendlichen das Konzept im Gemeinderat vor. Dieser genehmigte das Vorhaben der Jugendlichen und sprach das nötige Geld. Die Löwenplatz-Umgestaltung und die 32000 Franken, welche die Gemeinde dafür einsetzt, seien unbestritten gewesen, wie Gemeindepräsident Born auf Anfrage sagt. Zurzeit liegt das entsprechende Baugesuch auf. Bereits am kommenden Kulturtag soll der umgestaltete Löwenplatz eingeweiht und der Bevölkerung übergeben werden.

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