Von Rohr Holzbau

Entweder Neubau für 16 Millionen Franken — oder Abbau von 40 Stellen

Die von der Industriestrasse aus sichtbaren Bauprofile markieren das Volumen des geplanten Neubaus der von Rohr Holzbau AG.

Die von der Industriestrasse aus sichtbaren Bauprofile markieren das Volumen des geplanten Neubaus der von Rohr Holzbau AG.

Die von Rohr Holzbau AG will ihren Produktionsbetrieb mit Büros und Ausstellung in die Egerkinger Gewerbezone auslagern. Wenn die Realisierung des Neubaus nicht gelingt, droht der Abbau der 40 Arbeitsplätze.

Der Gemeinderat Egerkingen hat den Gestaltungsplan Bifang mit Sonderbauvorschriften genehmigt und zur öffentlichen Auflage freigegeben. Dieser Gestaltungsplan betrifft den geplanten Neubau der von Rohr Holzbau AG, welche am bisherigen Standort an der Bahnhofstrasse und an der Bleumattstrasse in Bezug auf die Weiterentwicklung an ihre Kapazitätsgrenze gestossen ist.

Der Auslagerung des Produktionsbetriebs inklusive Büros und Ausstellung vom heutigen Standort an einen zentralen Ort in die Gewerbezone ist für die von Rohr Holzbau AG von existenzieller Bedeutung. Existenziell, weil das Verwaltungsgericht entschieden hat, dass die Nutzung der seit 1986 in der Wohnzone liegenden Lagerhalle an der Bleumattstrasse nicht mehr zonenkonform sei und diese deshalb nur noch bis März 2019 genutzt werden darf. Wenn es der von Rohr Holzbau AG nicht gelingt, baldmöglichst den Neubau zu realisieren, droht der Abbau der 40 Arbeitsplätze.

Multifunktionsbau soll entstehen

Der Gestaltungsplan beruht auf dem Neubauprojekt «Bifang» und definiert die planerischen Grundlagen auf den zwei insgesamt 11'077 Quadratmeter grossen Parzellen. Das geplante multifunktionale Betriebsgebäude mit 48 Meter Breite und 73 Meter Länge beinhaltet im Untergeschoss eine Einstell- und Lagerhalle.

Das Erdgeschoss soll für Holzbau und Schreinerei genutzt werden. Im Obergeschoss sind Büros, Ausstellung sowie die Räume für die Mitarbeiter vorgesehen. Ein Unterstand im Nord-West-Bereich soll als Abstellfläche für Anhänger und Mulden dienen. Ebenfalls in der Planung einbezogen wurden die beiden bestehenden Regallagerhallen auf der Nordostseite des Gesamtareals.

So soll das multifunktionale Betriebsgebäude dereinst aussehen.

So soll das multifunktionale Betriebsgebäude dereinst aussehen.  

Die Erschliessung des Neubaus erfolgt via Industriestrasse über die bereits erstellte Bifangstrasse. Das neue Gebäude wurde so platziert, dass dieses mit Transportfahrzeugen umfahren werden kann. Geplant sind ferner 47 Aussenparkplätze für Autos sowie Unterstände für Velos und Mofas.

Im Raumplanungsbericht wird das vom Projekt verursachte Verkehrsaufkommen als verhältnismässig gering beurteilt, welches vom übergeordneten Verkehrsnetz problemlos aufgenommen werden könne.

Gemeinderat zeigt sich besorgt

Der Gemeinderat nahm vor der Verabschiedung des Gestaltungsplans Kenntnis vom Eingang zweier gleichlautender kritischer Stellungnahmen aus der Nachbarschaft, welche im Rahmen der Mitwirkung eingereicht wurden. Nach bilateralen Gesprächen und der Umsetzung der vom kantonalen Raumplanungsamt im Vorprüfungsbericht empfohlenen Massnahmen nahm die Bauherrschaft am Projekt Anpassungen vor, um den von Mitwirkungsteilnehmern formulierten Bedenken Rechnung zu tragen. Unter anderem wurde ein Lärmgutachten erstellt, welches klar ausweist, dass die massgebenden Grenzwerte überall eingehalten werden können.

Der Gemeinderat kam deshalb zum Schluss, dass es für die von den Mitwirkungsteilnehmern geforderte Lärmschutzwand zwischen dem Neubau und den bestehenden Wohnbauten keine rechtliche Grundlage gibt. «Das Hinterfragen des Lärmgutachtes löste im Gemeinderat schon ein gewisses Befremden aus», sagt Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi auf Anfrage. Der Rat hoffe denn auch, dass die Mitwirkungsteilnehmer das Projekt nicht unnötig verzögerten und damit die Zukunft dieser traditionsreichen Holzbaufirma aufs Spiel setzten.

Bauherschaft hofft auf Einsehen

Auch Bruno von Rohr hofft im Namen der Bauherrschaft auf das Einsehen der Mitwirkungsteilnehmer. «Mit der Berücksichtigung der Anliegen aus dem Mitwirkungsverfahren haben wir zum Ausdruck gebracht, dass wir die Anliegen der Anwohner ernst nehmen.» Unter anderem wurde der Grenzabstand zur Wohnzone um 3 Meter auf nun 13 Meter vergrössert, obwohl die Zonenvorschriften einen Abstand von 10 Metern zulassen würden.

Ausserdem sei die Gebäudehöhe statt der möglichen 12,5 Meter auf 10,50 Meter reduziert worden. Das Bauprojekt entspreche den Zonenvorschriften und nehme Rücksicht auf die anschliessende Wohnzone. «Die von Rohr Holzbau AG ist auf die Realisierbarkeit des vorliegenden, mit 16 Millionen Franken veranschlagten Projekts angewiesen, um den Fortbestand der Firma und somit die 40 Arbeitsplätze sicherzustellen», betont Bruno von Rohr.

Die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans «Bifang, Neubau von Rohr Holzbau AG» läuft noch bis zum 23. Februar. Bis zu diesem Datum können die Planungsunterlagen auf der Gemeindeverwaltung eingesehen und Eingaben schriftlich oder per E-Mail eingereicht werden.

Autor

Erwin von Arb

Erwin von Arb

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