Gespannt warteten die Anwesenden auf dem Festivalgelände auf den Auftritt des britischen Singers und Songwriters Jamie Cullum. Auf der Bühne, zwischen Flügel und anderen Instrumenten, herrschte immer noch emsiges Treiben der Techniker. Die Überraschung war gross, als die Musiker von der linken Seite her die Sitzplatzfläche betraten. Aufgrund technischer Probleme verzögerte sich der Konzertbeginn, was der Stimmung allerdings keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: Jamie Cullum reagierte spontan und liess nicht länger auf sich warten. Bereits in diesen ersten für das Publikum amüsanten und spannenden Minuten erwies er sich ein weiteres Mal als Künstler, den man live gesehen haben muss.

Auf den Schultern eines bereitwilligen Besuchers stimmte er seine Coverversion von Justin Timberlakes «Cry Me a River» an und erntete dafür tosenden Applaus. Viele bahnten sich im Getümmel den Weg nach vorne, um möglichst nah bei diesem unerwarteten Spektakel dabei sein zu können.

Begnadeter Pianist

Kaum waren die technischen Probleme, die wohl mit der Beschallungsanlage zu tun hatten, behoben, kletterten die Musiker über den Bühnenrand und der 33-jährige Jamie Cullum gab eine Kostprobe als begnadeter Pianist. Passend zum Liedtitel «I’m All Over It» kletterte er auf seinen Flügel und sprang auf die Bühne, ehe er sein Hemd auszog und es auf den Boden segeln liess. Mit seinem anschliessenden Hinweis, die Leute sollten ihren Platz wieder einnehmen, war Cullum selbst nicht wirklich einverstanden. Der Kommentar «Let’s fucking party!» war denn auch eindeutig.