Weil der Bedarf an elektrischer Energie ständig steigt, werden auch die Kabel immer dicker und zahlreicher, um den Strom zu verteilen. In Firmengebäuden müssten unter Umständen mehrere fünfzig bis sechzig Zentimeter breite Kabeltrassen nebeneinander geführt werden, was entsprechend viel Platz braucht, erst recht bei einer Richtungsänderung oder Verzweigung – und Platz kostet Geld.

Hier können Stromschienen zum Einsatz kommen. Sie bieten vor allem dort eine Alternative zum Kabel, wo grosse Stromstärken zu transportieren sind, sei es drinnen oder draussen. Allerdings braucht diese Art von Stromführung eine präzise Planung, besonders für jene Stellen, an denen die Schiene abgewinkelt wird oder um eine Ecke führt. In der Produktion werden die Stromschienen nach Angaben des Elektroplaners angefertigt und in Giessharz eingegossen.

Start im Keller

Die BKS Stromschienen AG in der Industriezone Klus in Balsthal stellt solche Produkte her und feiert heuer das 20-jährige Bestehen. 62 Mitarbeitende zählt die Firma in der Klus, etwa gleich viele kommen hinzu, verteilt auf Länder vor allem im Fernen Osten. 

Der Exportanteil liegt bei 60 Prozent, im Jahr 2014 wurde nach eigenen Angaben ein Umsatz von 20 Mio. Euro erwirtschaftet, im laufenden Jahr wird eine Steigerung auf 25 Mio. erwartet. Begonnen hat die Firmengeschichte in einem 50 Quadratmeter grossen Kellerraum, in dem Gerd Becker Stromschienen mit Giessharzisolation weiterentwickelte und in kleinem Umfang produzierte.

Was matchentscheidend ist

Becker hatte mit Geschäftspartnern eine Aktiengesellschaft gegründet mit dem Namen BK-bar, später wurde daraus die BKS Stromschienen AG. Die Firma war natürlich nicht die erste gewesen, die Stromschienen produzierte. «Daher sollten solche entwickelt werden, die mit den klassischen Vorstellungen wenig gemeinsam hatten», erklärt Regina Roos, Business Partnership Develop Manager bei BKS. «Traditionelle Stromschienen sind für die Isolation mit Blech gekapselt. Unsere dagegen sind mit Giessharz vollständig umschlossen. Somit kann kein Überschlag zwischen zwei Phasen erfolgen.» 

Regina Roos.

Regina Roos.

Matchentscheidend sei, wenn man in dieser Branche mithalten wolle, dass das Produkt über die üblichen Standards hinausgeht, betont Roos. «Das ist bei den unsrigen der Fall und sie sind seit langem für ihre grösstmögliche Sicherheit bekannt.»

Erstaunliches aus Australien

Erfolg stellte sich ein. «Anfang der 2000er-Jahre standen die Weichen klar auf internationale Expansion. In Indien und China fanden wir leistungsstarke Partner», führt Regina Roos aus. «Erstaunt waren wir Anfang 2002, als wir Kontakte zu australischen Firmen knüpften und feststellten, dass dort Stromschienen dieser Art noch nicht bekannt waren.» Das habe das Geschäft interessant gemacht. Mittlerweile werden BKS Stromschienen-Systeme in unterschiedlichsten Bereichen verwendet, in der Minen- und Ölindustrie, auf Plattformen auf hoher See ebenso wie in Krankenhäusern oder Data Centern. «Zu den Kunden zählen unter anderem in der Schweiz Banken, Metro Betreiber in Europa, weltweit wichtige Flughäfen, die Minen-Industrie in Australien, Südamerika, aber auch diverse gigantische Stahlwerke in Russland und die Mega Oil und Gas Firmen.»

Rückblickend sagt Regina Roos: «Vor zehn Jahren war die Firma BKS der Motor der Branche der Stromschienenhersteller. Heute gibt es Mitbewerber, die diese Marktnische erkannt haben, und professionell solche Produkte produzieren. Dabei haben sich auch asiatische Kopien eingeschlichen, bei denen jedoch die Standards mit den unsrigen nicht mithalten können.»

Bleibt die Firma der Klus treu?

Nun kann die Firma BKS Stromschienen AG auf eine zwanzigjährige Geschichte zurückblicken, die zum Erfolg geführt hat. Mittlerweile hat Michael Becker, Sohn des Gründers Gerd Becker, als CEO die Führung des Unternehmens inne.

Wie sieht die Zukunft aus? Kann die Firma trotz des hohen Frankenwerts international mithalten und weiterhin in der Schweiz produzieren? «Wir werden der Schweiz auf jeden Fall treu bleiben und investieren in der Klus weiter, der Personalstamm wird vergrössert», antwortet Michael Becker.

«Im Herbst wird eine weitere Produktionstrasse für Giessharz isolierte Stromschienen installiert und wir haben unser eigenes Prüflabor akkreditieren lassen, sodass wir Typenprüfungen vornehmen können, die international anerkannt sind.»