Wer Albert Einstein ins Gäu holt, der kann was erleben! Und der hat auch was zu tun. Die Gäuer Spielleute wissen das. Rund fünfzig Personen sind intensiv an den Vorbereitungen für die neue Produktion «Einsteins Frauen». Die Uraufführung findet am 25. August in Oberbuchsiten statt.

Links ein Bett, dahinter ein Schrank. Rechts eine Seilbahn. In der Mitte ein Tisch. Und im Hintergrund die imposante Fassade der Schälismühle Oberbuchsiten. Noch ist das Bühnenbild für «Einsteins Frauen» eher angedeutet als fertig aufgestellt. Es dauert ja auch noch ein Weilchen, bis sich die Zuschauer vom Stück der Gäuer Spielleute begeistern lassen dürfen.

Das Ensemble rund um Autor und Regisseur Christoph Schwager ist intensiv am Proben. Vor der Schälismühle setzen sie sich allabendlich in Szene, schlüpfen in ihre Rolle, leben ihre Spielfreude und geben so dem Stück allmählich seine Form. Positionen, Blickrichtungen, Betonungen, Bewegungen – nichts wird dem Zufall überlassen. Unter der professionellen Regie Christoph Schwagers wird das Ensemble bis zur Uraufführung noch viel ausprobieren, feilen, wiederholen, lachen und ganz bestimmt auch schwitzen.

Umtriebige Projektgruppe

Geschwitzt wird zur Zeit auch hinter der Bühne. Eine rund 25-köpfige Projektgruppe um die Projektleiterin Margot Leuenberger sorgt hinter den Kulissen für das ganze Drumherum. Zum Beispiel für Speis und Trank, für schöne Fotos oder eine vollbesetzte Tribüne. Bei Margot Leuenberger laufen die Fäden zusammen und manchmal auch die Leitungen heiss. Sie behält den Überblick und koordiniert, schreibt Einladungen, beantwortet Fragen, ist für alle da.

Ebenfalls ein besonders intensives Amt hat Bruno Winiger inne. Er ist für die Infrastruktur zuständig. Dazu gehört dieses Jahr nebst den ganzen Bühnenbauten auch das Errichten einer Lärmschutzwand. Seit gut eineinhalb Jahren ist er an der Planung. Bereits kurz nach der Dernière von «Adam Zeltner», der ersten Freilicht-Produktion vor der Schälismühle, machte sich Bruno Winiger systematisch auf die Suche nach einer Lösung gegen den Lärm der vorbeirasenden Züge.

Nach vielen Gesprächen mit Experten, regem Schriftverkehr, Besichtigungen von Experten vor Ort und Überlegungen war dann klar: Lärmschutzwände, wie sie handelsüblich sind, sprengen das Budget.

Schutzwände, Mikrofone Tüfteleien

Gut, dass Bruno Winiger ein Mann mit vielen Ideen und guten Kontakten ist. So werden nun in den nächsten Tagen unter seiner Leitung bezahlbare Lärmschutzwände, Marke «kreativ», gestellt. Abgesegnet von Gebäudeversicherung und Feuerwehr, werden über hundert Rundballen aus Stroh und zusätzliche Schaltafeln die Zuggeräusche vom Bühnengeschehen abschotten. Zudem werden sämtliche Schauspielende mit Headsets ausgerüstet.

Diese Massnahmen werden die Akustik und Verständlichkeit markant verbessern. Gemeinsam mit Bruno Leuenberger kümmert sich Winiger auch um das Bühnenbild. Die beiden Brunos sind Tüftler und Macher aus Leidenschaft. Zum Glück! Denn die Ideen und Wünsche Christoph Schwagers sind ganz oft mit viel Hirnen, Ausprobieren, Anpassen, Verwerfen, Neuerfinden verbunden.

Wie gut, dass immerhin die Tribüne bereits steht. Sie wurde mit tatkräftiger Mithilfe der Männer aus dem Casa Fidelio aufgebaut. So können die beiden Brunos zwischen Betten schreinern, Fensterrollos montieren und Bildern malen, wenigstens mal eine Pause machen. Wahrscheinlich aber nur eine kurze.

Zum Stück

Im Stück «Einsteins Frauen» lässt Albert Einstein sein Leben vom Sterbebett aus Revue passieren. Dabei trifft er auf sich selbst als Jugendlicher und als junger Mann. Er begegnet seiner ersten Frau, plaudert mit seiner Mutter, scherzt mit seiner Schwester und erliegt dem Charme der Frauen. «Einsteins Frauen» dreht sich nicht um physikalische Phänomene, Formeln oder um die exakte Biografie Einsteins. Es geht um einen Mann und die Frauen in seinem Leben.

Der Violinist Hubert Steiner und die Tänzerinnen unter der Leitung von Yvonne Barthel werden der Aufführung eine einmalige Note verleihen.

Uraufführung Freitag, 25. August; Aufführungen bis 16. September; Vorverkauf: 079 450 50 20 und www.gaeuer-spielleute.ch