Oensingen
Ende Juli nimmt die Restessbar in der Militärküche ihren Betrieb auf

Nach Olten bekommt auch Oensingen eine Restessbar. Die Gemeinde stellt dem Verein «Oensingen im Ufbruch» dafür kostenlos die Militärküche an der Hauptstrasse 84 (beim Bauamt) zur Verfügung.

Erwin von Arb
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Restessbar-Initiantion Nicole Schmidlin (links) mit Vereinsmitglied Brigitte Bohren in der Militärküche.

Restessbar-Initiantion Nicole Schmidlin (links) mit Vereinsmitglied Brigitte Bohren in der Militärküche.

Bruno Kissling

Freude löst der Entscheid der Gemeinde bei Initiantin Nicole Schmidlin aus. Die fünffache Mutter hat das Projekt anfangs dieses Jahres lanciert. Bei der Suche nach einem geeigneten Raum wandte sie sich an den Gemeinderat. Dieser fand die Idee gut, abgelaufene Lebensmittel in der Restessbar für jedermann kostenlos zugänglich zu machen. Deshalb beschloss er auch noch die Übernahme der Stromkosten für die zwei Kühlschränke.

Gutgeheissen wurde ferner die Installation eines elektronischen Schliesssystems für 400 Franken. Damit soll sichergestellt werden, dass nur befugte Personen Zugang haben. Die dafür benötigten Badges werden vom Verein abgegeben.

Lebensmittel aus dem Dorf

Nicole Schmidlin zeigt sich beeindruckt von der Geste des Gemeinderates. «Dass wir ein so tolles Lokal wie die Militärküche zur Verfügung gestellt bekommen, ist natürlich super», schwärmt die 46-Jährige. Bei einem Augenschein hat sie bereits einen geeigneten Standort für die zwei Kühlschränke gefunden. Diese habe sie nicht in einem Geschäft gekauft, sondern von einem Abbruch im Kanton Bern beschafft. «Wir retten nicht nur noch essbare Lebensmittel vor dem Wegwerfen», so Schmidlin.

In der Militärküche habe sie sechs grosse Regale entdeckt. Diese würden sich ideal für die Lagerung von trockenen Lebensmitteln wie Brot, Teigwaren oder Konserven eignen. Was in der Restessbar jeweils im Angebot ist, soll mit Fotos auf Facebook gezeigt werden. Eingesammelt werden die Lebensmittel von den bisher vier Mitgliedern des Vereins in den Oensinger Lebenmittelgeschäften und Restaurants.

Die Eröffnung ist Ende Juli geplant. Vorher muss noch eine Bewilligung bei der kantonalen Lebensmittelkontrolle eingeholt werden. In Arbeit ist auch noch der Vertrag zwischen der Einwohnergemeinde und dem Verein «Oensingen im Ufbruch» für die Nutzung der Militärküche. Nicole Schmidlin wünscht sich einen 24-Stunden-Betrieb. Ob das in der Wohnzone möglich ist, wird noch abgeklärt, wie Andreas Affolter, Leiter Verwaltung ad Interim, erklärt. Klar ist bereits, dass die Militärküche weiterhin für andere Anlässe, wie etwa den Zibelimäret, genutzt werden kann. Sie muss dann von der Restessbar freigegeben werden.

Reste-Kochen für die Bevölkerung

Wenn die Restessbar gut frequentiert wird, möchte Schmidlin, wie in Olten, die Bevölkerung einmal monatlich zum Essen einladen. Dank der vorhandenen Küche sei das problemlos möglich. Gekocht würde natürlich mit Lebensmitteln aus der Restessbarbar. In einer zweiten Phase ist vorgesehen, Asylsuchende in das Projekt einzubinden. «Sie könnten die Lebensmittel in den Läden einsammeln und in der Restessbar einräumen oder diese auch für sich selbst brauchen», sagt die Oensinger Asylbetreuerin Christina Ackermann. Am Anfang müssten die Asylsuchenden von Vereinsmitgliedern begleitet werden. Zuerst sei nun aber einmal wichtig, dass das Projekt gut und erfolgreich anlaufe.