«Die Erwartungen im Dorf sind, sehr hoch», sagt Ruth Büttiker, und strahlt vor Freude und Stolz. Drei Jahre Arbeit haben die 64-Jährige und ihr neunköpfiges Team investiert, am 13. August wird er nun eröffnet: der Wolfwiler Elfen- und Wichtelweg. Das ganze Dorf wurde in das Projekt miteinbezogen.

Der ganze Weg ist 5½ Kilometer lang und führt vom Wolfwiler Schützenhaus über das Labyrinth zum Biotop und von dort wieder zurück an den Start. Wer etwa mit kleinen Kindern unterwegs ist, kann aber auch eine kleine Runde absolvieren, auf der man vom Schützenhaus direkt zum Biotop gelangt. Noch sind nicht alle zwanzig Posten vollständig aufgebaut, aber ein Augenschein im Wald zeigt: Hier war man mit sehr viel Herzblut am Werk. Liebevoll aus Holz gearbeitete und handbemalte Spiele erwarten die jungen und älteren Besucher an jedem Posten, etwa ein Puzzle oder ein Wurfspiel. Ausserdem bevölkern Wichtel, Häuschen und Pilze den Wald.

Unterstützung von den Wolfwilern

Die Idee dazu kam Ruth Büttiker vor drei Jahren. «Ich war mit meiner Familie auf dem Zwergliweg in Gänsbrunnen und dachte mir: Könnten wir in Wolfwil nicht auch so was machen?» Büttiker, die sich selbst als «Durchstarterin» bezeichnet, gründete 2003 schon eine Jugendgruppe in Wolfwil. Sie überzeugte das Leiterteam, das Projekt Elfen- und Wichtelweg in Angriff zu nehmen. Der Startschuss fiel am 1. August 2013. Seither hat sie mit den Kindern gebastelt, was das Zeug hält. Die Malereien stammen zum grössten Teil von ihr.

«Anfangs hatten wir ein kleines und niedliches Konzept», erzählt Büttiker. «Aber irgendwann war es nicht mehr klein und niedlich, sondern sehr gross.» Neben den zwanzig Posten konzipierte Büttiker auch ein Märchenbuch. Die Geschichten schrieb sie gemeinsam mit ihrer Tochter. Wer diese gelesen hat, erkennt auch die Figuren auf dem Weg wieder. Diese tragen im Buch allesamt Gesichter «echter» Wolfwiler.

Überhaupt habe das Dorf das Projekt von Anfang an sehr unterstützt. «Ich muss den Woufelern ein Kränzlein winden», sagt Büttiker, «ich habe nie ein Nein gehört.» Im Gegenteil, von der Bürger-, der Einwohner- und der Kirchgemeinde sowie von Privatpersonen erhielt das Projekt finanzielle Unterstützung. Zimmerleute und Schreiner aus dem Dorf halfen kostenlos beim Bau der Posten mit. Bewilligt wurde der Weg von der Bürgergemeinde erst mal für fünf Jahre, in denen die Besucherfrequenz evaluiert wird. Büttiker will breit Werbung machen, unter anderem will sie Solothurn Tourismus für eine Zusammenarbeit anfragen.

Laufende Erweiterung

Die Wolfwiler Jugendgruppe, die von der Kirchgemeinde unterstützt wird, trifft sich jeden zweiten Mittwoch von halb zwei bis vier Uhr. Die 5- bis 15-Jährigen können nach Lust und Laune kommen; Büttiker und ihr Team basteln mit den Kindern und Jugendlichen oder gehen mit ihnen in die Natur. Jeweils zwischen acht und dreissig Kindern trugen während dreier Jahre kreativ zum Elfen- und Wichtelweg bei.