Boningen
Einwohnerzahl soll in 15 Jahren auf 900 Personen wachsen

Die Infoveranstaltung zum neuen Entwurf des räumlichen Leitbilds war der Startschuss zum Mitwirkungsverfahren bei der Ortsplanungsrevision von Boningen.

Karin Schmid
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Christian Sigrist, Raumplaner vom Büro SPI (links), hatte für die Boninger Infos und offene Ohren.

Christian Sigrist, Raumplaner vom Büro SPI (links), hatte für die Boninger Infos und offene Ohren.

Karin Schmid

«Die Entwicklung von Boningen liegt uns sehr am Herzen, deshalb machen wir das», leitete Manfred Zimmerli am Dienstagabend die Orientierungsveranstaltung in der Schnäggehalle ein. Mit «das» meinte der Gemeindepräsident die Vorstellung des neuen räumlichen Leitbildes im Rahmen der Ortsplanungsrevision, die gleichzeitig der Startschuss zum Mitwirkungsverfahren darstellte. Laut Christian Sigrist, dem zuständigen Raumplaner der SPI Planer und Ingenieure AG, Derendingen, will die Gemeinde den gültigen Zonenplan aus dem Jahr 2000 überarbeiten, weil ein grosser Teil des Raumes überbaut ist. «Das räumliche Leitbild ist die erste Etappe zur Ortsplanungsrevision.» Darin werde definiert, wo und wie man den Boden nutzen will und wo sich die maximale Ausdehnung der Siedlungsgrenze sowie die langfristigen Entwicklungsgebiete befinden.

Im September 2012 begann eine Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung des Leitbildentwurfs. Darin sind Leitsätze in fünf grundsätzlichen Bereichen festgehalten. Was die generelle Entwicklung angeht, sieht sich Boningen laut Sigrist «auch in Zukunft als attraktive Wohngemeinde mit Nähe zur Agglomeration Aareland und Anbindung an die Zentren Zofingen, Olten und allenfalls Oensingen». Die Gemeindeverantwortlichen streben in den nächsten 15 Jahren einen Bevölkerungszuwachs auf 900 Personen an; per Ende 2012 hatte Boningen 732 Einwohner/-innen. Vordergründig soll die heutige Siedlungsqualität bei der weiteren Entwicklung bewahrt werden.

Im Siedlungsgebiet sollen als Wohnraum primär Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen, und zwar möglichst quartierweise. Auf den Arealen Breite entlang der Fulenbacherstrasse (West) und Weid im Norden entlang der Aarburgerstrasse sind laut Leitbild dichte, zusammenhängende, auf hohe Wohn- und Siedlungsqualität ausgerichtete Überbauungen denkbar. Um eine Zersiedlung vermeiden zu können, soll der neue Wohnraum in der Nähe zum Dorfkern realisiert werden. Durch Baulandhortung entstehende Baulücken will man grundsätzlich ebenfalls vermeiden. Als prägenden Raum im Ortskern will man den Dorfweiher aufwerten, attraktiv gestalten und zugänglicher machen. Neben dem langfristigen Erhalt der Industrie mit Kiesverarbeitung und Baustoffherstellung soll die Industriezone zusätzlich durch neu angesiedelte brachenverwandter Betriebe genutzt werden, «sofern bezüglich Emmissionen auf dem Siedlungsraum keine zusätzlichen und massgebenden Belastungen entstehen», heisst es. Und: Das Gebiet Stockacker biete geeignete Entwicklungsmöglichkeiten, um auch langfristig ein potentieller Standort für lokale und regionale Gewerbebetriebe zu sein.

Der Verkehr soll künftig sicher und verträglich durch Boningen geleitet. Dabei will man Fussgänger, Radfahrer und öffentlicher Verkehr in Kreuzungsbereichen, bei Querungen und explizit im Ortskern bevorzugen. Ortseinfahrten und Durchfahrtsbereich im Ortskern sollen in Absprache mit dem Amt für Verkehr und Tiefbau Tempo reduzierend und die Sicherheit nicht gefährdend mit Einfahrtsbremsen umgestaltet werden. Neben regelmässigen Querungsmöglichkeiten entlang der Kantonsstrassen soll eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 auf Gemeindestrassen geprüft werden. Die Gemeindeverantwortlichen wollen auch «die gute Anbindung an Olten mit dem öffentlichen Verkehr beibehalten» und dessen «sehr gute Anbindung ans Gäu» intensivieren beziehungsweise in Richtung Gäupark sogar optimieren.

Zur Umwelt: Entwicklungsgebiete sollen laut Leitbildentwurf «nur dort festgelegt werden, wo allfällige Gefährdungen oder Erschwernisse durch Umwelteinflüsse ausgeschlossen werden». Den Gewässerunterhalt will man weiterhin nach dem vorhandenen Unterhaltskonzept ausführen. Nach Angaben von Christian Sigrist hat «jeder der aktiven Landwirtschaftsbetriebe im Nicht-Siedlungsgebiet Entwicklungsabsichten»; diese gilt es möglich zu machen. Die Betriebe sollen bei der Wahl von Entwicklungsschwerpunkten berücksichtigt und, wo nötig, geschützt werden, beispielsweise im Lisch, Chueacker oder in der oberen Hostet. Dabei will man einen regelmässigen Kontakt zwecks Informationsaustausch herstellen und pflegen.

In den anschliessenden angeregten Diskussionen rund um die Pläne waren bei den 30 anwesenden Boningerinnen und Boningern vor allem die zu schliessenden Baulücken und der Verkehrslärm ein Thema. Die Unterlagen liegen noch bis Freitag, 24. Mai, während der Öffnungszeiten in der Gemeindeverwaltung zur Einsichtnahme auf. Bis spätestens 31. Mai hat die Bevölkerung Zeit, beim Gemeinderat oder zuständigen Raumplaner in schriftlicher Form Rückmeldungen zum Leitbildentwurf abzugeben. Bis Oktober hätte die Gemeinde gerne die Stellungnahme des Amts für Raumplanung, damit die Gemeindeversammlung das räumliche Leitbild am 10. Dezember verabschieden könnte.