Niederbuchsiten
Einweihungsfest Stapfenmatt: Normales Leben trotz Demenz

Am Einweihungsfest für das Demenzzentrum Stapfenmatt war als Gast auch Yvonne van Amerongen aus Holland dabei.

Erwin von Arb
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Im neben der «Stapfenmatt» aufgebauten Festzelt berichtet Yvonne van Amerongen über das Demenzdorf De Hogeweyk in Holland.

Im neben der «Stapfenmatt» aufgebauten Festzelt berichtet Yvonne van Amerongen über das Demenzdorf De Hogeweyk in Holland.

Hansruedi Aeschbacher

Mitte Dezember 2014 nahm die Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG) das Demenzzentrum Stapfenmatt in Niederbuchsiten in Betrieb. Dort werden Menschen mit Demenz nach dem Vorbild des holländischen Demenz-Dorfes De Hogeweyk in bis zu zehn Personen grossen Gruppen betreut (wir berichteten). Das Demenzzentrum bietet Platz für 25 Bewohnerinnen und Bewohner.

Gestern Sonntag fand nun in Niederbuchsiten das offizielle Einweihungsfest statt, zu dem im ersten Teil Gemeindepräsidenten aus dem Gäu und Delegierte der Gemeinden eingeladen waren. Mit dabei an der in einem Festzelt abgehaltenen Feier war auch Yvonne van Amerongen von der erwähnten niederländischen Pflegeeinrichtung in der Kleinstadt Weesp. Die 64-Jährige würdigte die geleistete Arbeit des Führungsteams mit GAG-Bereichsleiterin Pflege und Betreuung Gina Kunst, «Stapfenmatt»-Leiterin Jannine Cavallet und GAG-Pflegexpertin Franziska Büttler. «So haben wir 1993 auch angefangen. Man lernt in dieser Phase immer etwas Neues dazu», bemerkte dazu Yvonne van Amerongen.

In De Hogeweyk leben aktuell 152 Menschen in 23 Häusern. Als ideal hat sich im holländischen Demenz-Dorf erwiesen, wenn die Gruppe der zusammenlebenden Menschen maximal sechs bis acht Personen gross ist, wie van Amerongen dazu ausführte. Förderlich sei ferner, wenn Gleichgesinnte in solchen Gruppen lebten. In Holland seien dafür sieben Lebensstile geschaffen worden.

In der «Stapfenmatt» werden die Lebensstile «bäuerlich-häuslich» und «gehoben» angeboten, wie Gina Kunst informierte. Dass die derzeitigen Gruppen mit bis zu zehn Personen zu gross sind, sei der GAG bekannt. Das Ziel, Menschen mit Demenz in der «Stapfenmatt» ein möglichst normales Leben führen zu lassen, sei aber dennoch erreicht worden.

Neubau in Egerkingen angeregt

Das fand auch GAG-Geschäftsführer Rüdiger Niederer. Die «Stapfenmatt» sei zur Heimat für Menschen mit Demenz geworden, meinte er stolz. Werner Hunziker stellte im Namen des GAG-Verwaltungsrates eine Nachfolgelösung für die 2021 aus bauchtechnischen Gründen auslaufende Betriebsbewilligung in Aussicht. Denkbar sei ein Neubau beim Alterszentrum Sunnepark in Egerkingen. «Wir haben uns beim Kanton eingebracht», so Hunziker.

Von 11.30 bis 16 Uhr öffnete das Demenzzentrum seine Türen auch für die interessierte Bevölkerung.