«Un, deux, trois», so heisst das Projekt des Architekturbüros von Markus Oegerli, das in Olten und Härkingen daheim ist. Die Niederbuchsiter Primarschule soll mehr als bloss einen neuen Anstrich erhalten. «Das Projekt überzeugt, weil es nicht allzu viel Neufläche benutzt», sagt der verantwortliche Gemeinderat Mario Baumgartner. «Trotzdem wird das Schulhaus einen neuen Auftritt erhalten, in welchem der Raum durch Umgestaltung besser genutzt ist.» Mit diesem Projekt setzte sich das Büro von Markus Oegerli gegen 17 Konkurrenten durch. Es gewann für den Entwurf ein Preisgeld von 25 000 Franken.

Um die Anlage der Primarschule Unterdorf zu erneuern und zu sanieren, hatte die Gemeinde einen Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben. Diesen schloss sie im vergangenen September ab. Nun befindet sich das Schulhaus-Projekt in Niederbuchsiten in der Planungsphase. Den entsprechenden Planungskredit über 320 000 Franken bewilligte die Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember.

«Visitenkarte» der Schule

«Wir sind sparsam mit dem Raum umgegangen, haben einen sehr pragmatischen Grundriss entworfen», sagt ETH-Architekt Andres Silva, der als Projektleiter im Büro von Markus Oegerli wirkt. Das schlichte Konzept überzeugte im vergangenen Sommer die Jury und auch den Niederbuchsiter Gemeinderat. Wie die Juroren in ihrem Bericht schreiben, übernimmt das Siegerprojekt «un, deux, trois» die typische Struktur der dörflichen Dachlandschaft.

Im Innern schlug Andres Silva mit seinem Team eine Aula vor, die zugleich die Funktion eines Innenhofs erfüllt. Zudem verbindet sie das Erdgeschoss mit dem Obergeschoss und schafft somit eine räumliche Einheit. Die Aula ist multifunktionell als Pausenhalle oder als Foyer bei Veranstaltungen nutzbar. Weil diese grosszügige Aula von oben belichtet ist, überzeugte sie die Jury. Dies gebe dem Raum eine neue Identität, schreibt sie zum Projekt-Entwurf des Architekturbüros von Markus Oegerli. «Dieser Raum ist dank seiner räumlichen und architektonischen Qualität, die neue Visitenkarte für die Schule», sagt Projektleiter Silva. Erweitert wird der Schulraum durch zusätzliche Klassenräume, die in einem Holzelementbau unterkommen.

Die Jury schreibt in ihrem Bericht weiter, dem Architekturbüro von Markus Oegerli sei es auch gelungen, den Lift geschickt zu situieren. Diesen verlangte der Gemeinderat in der Projektausschreibung. Dadurch soll die Schule künftig auch für Menschen mit Behinderung barrierefrei zugänglich sein. Andere Wettbewerbs-Projekte hätten diese Vorgabe nicht ganz erfüllen können, sagt Baumgartner. «Dass wir allen Zugang zum Schulhaus anbieten können, freut mich besonders.»

Zum schlichten Konzept passt der Projekt-Name «un, deux, trois». Er steht für die Gliederung des Projektes in drei Teilen: Die Eins steht für den Sportbereich (Turnhalle), die Zwei für die Büros und die Erschliessung, unter der Drei fasste das Architekturbüro die Klassenzimmer zusammen.

Bau erfolgt in Etappen

Noch in diesem Jahr möchte der Gemeinderat gemeinsam mit dem Architekturbüro die Planung bis zum Bauprojekt vorantreiben. «Und dann hoffen wir, dass wir den Baukredit an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung gesprochen bekommen», sagt Baumgartner. Es sei zwar sehr sportlich, «aber es wäre das Ziel, im Jahr 2020 mit der Sanierung und Erweiterung des Schulhaus-Projektes beginnen zu können», so der Ressortleiter Bau des Niederbuchsiter Gemeinderates.

Die Bauarbeiten will die Gemeinde in Etappen ausführen. «Ziel ist es, mit möglichst wenig Provisorien den Schulbetrieb während der Bauphase aufrecht zu erhalten», nennt Baumgartner den Grund. Noch ist unklar, wie viel die Umsetzung des Schulhaus-Projektes kosten wird. Mit der laufenden Planung sollen die Kosten eruiert werden. Verschiedene Optionen zur Umsetzung würden bei der Kostenberechnung berücksichtigt.