Balsthal
Eine Nacht mit Bonnie and the groove Cats — ein Spektakel für Augen und Ohren

Bonnie and the groove Cats sorgten mit Revue «A night at the Club» im Rösslisaal in Balsthal für Partystimmung.

Fränzi Zwahlen-Saner
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 Bonnie and the groove Cats boten eine unkonventionelle Musikshow und sorgten für beschwingte Stimmung.
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Bonnie & The Groove Cats in Balsthal

Bonnie and the groove Cats boten eine unkonventionelle Musikshow und sorgten für beschwingte Stimmung.

Remo Fröhlicher

Vor zwei Jahren begeisterte «Bonnie and the groove Cats» im Rösslisaal bereits in Balsthal mit der Revue «A night at the Cat-Club». Nun gab es mit der vierköpfigen Band, verstärkt mit dem Bläsertrio Horn Cats ein Wiedersehen. Rund 150 Musikfans wollten sich die unkonventionelle Musikshow nicht entgehen lassen. Die Stühle wurden aus dem Rössli-Saal verbannt; es gab ein paar Party-Stehtische, eine Bar und drei, vier wenige Clubsessel – für die älteren Semester unter den Gästen gab es auf dem Balkon Sitzplätze.

Das Programm 2017 von «Bonnie and the groove Cats», die aus Didi Meier, Gitarre-Vocals; Etienne Issartel, Drums; Ueli Hofstetter, Basses-Vocls; Ernst Buchinger, Trompete; Stefan Künzli, Sax; Dominique Honauer, Trompete und natürlich Sängerin Bonnie Cat bestehen, bot eine Mischung von guten, alten aber auch neuen und ein paar eigenen Rock’n’Roll, Blues und Soul-Stücken. Gespielt wurde mit hohem Drive, untermalt von groovigem Gitarrensound und akkuraten Bassläufen, sowie dem kompakt und satt agierenden Bläsertrio.

Das Programm war eingeteilt in verschiedene Sets, deren Songs jeweils einer anderen Thematik geschuldet sind: Liebe, Triebe, Take it easy und so weiter. Diese verschiedenen Abschnitte von vier bis fünf Songs wurden unterbrochen und angesagt vom Conferencier und Barpianisten Max in französisch akzentuiertem Deutsch. Seine Ansagen untermalte er mit französischen, altbekannten Chansons, die er kurz anspielte und dabei zeigte, dass er musikalisch wahrscheinlich etwa gleich viel drauf hatte, wie die Musiker der Band. Max vermied es aber nicht, in seine Ansagen auch noch ein paar Witze einzuflechten – je später der Abend, je schlüpfriger die Pointen.

Überzeugende Songauswahl

Zum Programm der Cats an diesem Abend gab es aber nicht bloss etwas für die Ohren – es gab auch etwas für die Augen. Einerseits tolle Tanzeinlagen der beiden Tänzerinnen der Cinzia Mangolinis Cube und der Pole-Dance Artistin Nati Nat. Dazwischen gab es Steppdance-Performances mit Joe Giuffrida.

Der Sound der Cats ist untadelig. Adäquate Gitarrensolis von Didi Meier, dem Balsthaler Lokalmatador (er glänzte insbesondere mit einem Tom Waits-Song), wechselten sich mit gekonnten Basseinlagen und satten Saxophonsolis von Stefan Künzli ab. Die Songauswahl überzeugte und besonders bei bekannten Coverversionen von Songs von Janis Joplin oder Amy Winehouse sprang der Funke zum Publikum über. Bonnies kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme ging unter die Haut besonders bei ihrem selbst geschriebenen und einzigen Mundartstück.

Hin und wieder war die Musikqualität besonders im hinteren Bereich des Saales nicht mehr ganz so differenziert, doch hatte man die Gelegenheit sich im Rösslisaal frei zu bewegen und sich je nach Lust und Gefallen einen neuen Platz zu suchen. Obwohl es nach dem 2 1/2-stündigen Konzert noch zwei solide Zugaben gab (besonders der Led Zeppelin-Song «Whole lotta Love» überzeugte) sprang der ultimative Funke zum Publikum nicht ganz über. Lag es an den relativ kurzen Themensets, die immer wieder von Max’ Moderationen unterbrochen wurden, oder lag es am Balsthaler Publikum selbst, das doch noch zahlreicher hätte erscheinen können, das es wahrscheinlich nicht gewohnt ist, die Musikshow des grossstädtischen Cat-Club mitzuverfolgen?