«Mein Vorgänger sagte mir einmal: Je weniger kommen, desto zufriedener sind sie.» So startete Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi in die Gemeindeversammlung, die heuer von
16 Einwohnerinnen und Einwohnern besucht wurde. Haupttraktandum an diesem Abend war die Verwaltungsrechnung, die ein kleines Defizit aufwies. Ebenso von Interesse: Das Sanierungsvorhaben an der Bahnhofstrasse und dem neu von Güterstrasse zu Bahnhofplatz umbenannten Teilstück bis zum Bahnhof.

Überbauung bedingt Sanierung

Die geplante Grossüberbauung in direkter Nachbarschaft des Bahnhofs wirft somit ihren Schatten voraus. Auf dem momentan unbebauten Feld zwischen Güterstrasse und Paulusstrasse soll in den nächsten Jahren eine Überbauung mit 70 Wohnungen und Gewerberäumen entstehen. Dafür sind nun einige Bauarbeiten in Bezug auf Leitungen nötig. «Das Quartier wird sich in den nächsten Jahren stark verändern. Aus einem kleinen Weiler wird eine vorstadtähnliche Situation entstehen», führte Gemeinderat Werner Berger aus.

Die Grösse der Überbauung und die weiteren Projekte der öV-Drehscheibe und der regionalen Arbeitszone bedingen einen Ersatz von Wasser- und Entwässerungsleitungen in diesem Gebiet. Daneben werden auch strassenbauliche Massnahmen ergriffen.

So wird auf der Nordseite des Bahnhofplatzes ein neues Trottoir entstehen und im Bereich der Pauluskirche ein umgestalteter Fussgängerbereich. Der von der Gemeindeversammlung einstimmig beschlossene Kredit für das Bauprojekt beträgt knapp über eine Million Franken.

Rund 400 000 Franken werden als Erschliessungsbeiträge wieder zurück an die Gemeinde fliessen. Baustart ist im Sommer 2016, im Sommer 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Für die Postautolinie wird beim Ausbau der Bahnhofstrasse eine Alternativroute über die Paulusstrasse ins Auge gefasst. «Die Anwohner der Bahnhofstrasse werden immer zu ihren Liegenschaften gelangen können», versprach Werner Berger.

Auch der Kredit über 129 000 Franken für den Ankauf eines neuen Traktors für den Werkhof wurde einstimmig beschlossen.

Ebenso unumstritten waren die Verwaltungsrechnung und die beiden Nachtragskredite, welche sich insgesamt auf gut 300 000 Franken belaufen. «Wir hätten auch eine Steuerabschreibung auf die nächste Rechnungsperiode verschieben können, dann wäre ein Nachtragskredit nicht nötig gewesen. Aber wir sind ehrlich und wollen da nicht mauscheln», erklärte Bartholdi den Einwohnerinnen und Einwohnern.

Die Grenze, ab der die Gemeindeversammlung über einen Nachtragskredit bestimmen muss, liegt bei 100 000 Franken. Dies wurde bei diesem Posten um gerade mal Fr. 18.94 überschritten.

CityTaxGroup wird unterstützt

Das Defizit in der Verwaltungsrechnung sei zwar unbefriedigend, aber keineswegs alarmierend, wie Bartholdi ausführte. Vor allem Mindereinnahmen bei den juristischen Personen führten zum leichten Defizit. Die Spezialfinanzierungen schlossen derweil alle positiv.

Um der Frankenstärke ein wenig entgegenzutreten, hat der Gemeinderat beschlossen, den Beitrag aus der Spezialfinanzierung Kurtaxe an die CityTax- Group, einer Gruppe Hotels in Egerkingen, für 2015 und 2016 zu verdoppeln.

Erfreulich war zudem die Rechnung der EVE, der Elektrizitätsversorgung Egerkingen, welche auch mit im nationalen Vergleich tiefen Strompreisen einen Gewinn erwirtschaften konnte.