Zur ordentlichen Generalversammlung der Zweckverbandes ARA Falkenstein trafen sich die Delegierten unter der Leitung von Präsident Enzo Cessotto (Balsthal) im Restaurant Reh in Herbetswil. Dabei ging es um die Planung des nächsten Jahres mit Budget, anstehenden Projekten, aber auch um das Thema Fremdwasser.

Vorerst gab Betriebsleiter Markus Bieli einen Überblick über die Funktion «seiner» Anlage. «Die Abwasserreinigung funktioniert sehr gut, die Wasserproben ergeben keine Überschreitungen oder Unterschreitung der vorgegebenen Werte,» stellte er mit Befriedigung fest. In den letzten Monaten wurde die biologische Reinigung optimiert, Belüftung und Beschickung immer wieder verändert, so dass sich auf den Becken kein Schaum mehr bildet. Momentan falle viel Schlamm an, und die Gasproduktion entwickle sich erfreulich.

Einbau der Schneckenpresse

«Die ARA kommt langsam in ein Alter, wo vermehrt Defekte an Elektroteilen auftreten», erklärte Bieli weiter. Ein wichtiger Schritt sei der Einbau einer modernen Schneckenpresse für die Schlammbearbeitung. Dieser Tage erfolgte die Montage, was den Delegierten anhand von aktuellen Bildern gezeigt wurde. Nebst laufenden Unterhaltsarbeiten stehen die Optimierung der Biologie, die Schlammentwässerung und die Staplerabdeckung bevor.

Über die grösseren bevorstehenden Projekte orientierte Ingenieur Alex Benz von der Firma Hunziker Beatech. Rund eine Million Franken wird in die Verbesserung der Schlammentwässerung mit der erwähnten Schneckenpresse investiert. Die Anlage kann Ende Oktober in Betrieb genommen werden. Laut Luftreinhalteverordnung soll Methangas nicht mehr unkontrolliert entweichen können. Die Massnahme bewirkt einen Förderbeitrag und einen Mehrertrag bei der Gasproduktion. Ein umfangreiches Projekt bildet der Bau einer vierten Reinigungsstufe, um die Mikro-Verunreinigung zu eliminieren. Diese Massnahme entspricht der Gesetzgebung über den Gewässerschutz aus dem Jahre 2016.

Fremdwasseranteil verringern

Sorgen bereiten der ARA Falkenstein das Wasser, das die Anlage unnötig belastet. So gelangt sauberes Wasser aus Überläufen von Quellen, aus Sickerleitungen, Grundwasser oder gar aus Bächen in die Abwasserkanäle. Philipp Staufer vom Amt für Umwelt erläuterte die Auswirkungen auf die Abwasserreinigung. «Mehr als ein Drittel der gesamten Abwassermengen von 12'800 Kubikmeter ist Fremdwasser, was zu einer Mehrbelastung der Anlage und Mehrkosten führt,» erklärte Staufer. Er forderte die Gemeinden auf, anhand des Entwässerungsplanes GEP den Anteil Fremdwasser zu vermindern.

Neuer Klärwächer

Das umfangreiche Budget 2019 erläuterte Verwalter Hansjörg Jorns. Bei einem Gesamtaufwand von 2,2 Mio. Franken und einem Ertrag von 734'000 Franken ergibt sich ein Aufwand von 1,476 Mio Franken, der den zehn Verbandsgemeinden verrechnet wird. Ein Wechsel zeichnet sich im Personalbestand ab: Klärwärter Rolf Flück verlässt die ARA nach neun Jahren Tätigkeit, Stefan Kohler aus Mümliswil wird sein Nachfolger.